WirtschaftsBlatt über die Ost-Erweiterung Ost-Erweiterung: Brautschau jenseits der Grenzen von Jens Tschebull

Wien (OTS) - Unternehmer haben Besseres zu tun, als die
Tagespolitik zu verfolgen. Sie müssen versuchen, die generellen Tendenzen abzuschätzen und ihren eigenen Kurs zu steuern. Eine generelle Tendenz heisst: Ost-Erweiterung der EU. Unternehmer, deren Lebenselixier der Optimismus ist und die gewohnt sind, "unter Unsicherheit" zu entscheiden, müssen bereits jetzt ihre Ost-Erweiterungspolitik festlegen: Wo liegen die Chancen der Ost-Erweiterung für den spezifischen Betrieb? Wer im Unternehmen kümmert sich darum? Vielleicht kommt der oder die Betreffende zu dem begründeten Schluss, "für uns schaut da nichts heraus". Aber auch Untätigkeit bedarf in einem gut geführten Unternehmen der Begründung. Für die Kleinen und Mittleren gilt es vor allem, die zukünftigen Partnerländer kennenzulernen also hinzufahren. Und zwar nicht nur in die Hauptstädte, die auf westlich spielen, sondern auch in die Provinzen, um zu sehen, wie der Markt, die Lebensverhältnisse und die Mentalität wirklich sind. Wo könnte man Arbeitskräfte rekrutieren, welche Produkte wären auf diesen Märkten neu und aussichtsreich? (Coca-Cola und McDonald¹s gibt es schon!) Wenn für Klein- und Mittelunternehmen Studienreisen nach Shanghai veranstaltet werden, um dort Geschäftsmöglichkeiten zu sondieren, wären Reisen in die Erweiterungsländer naheliegender. Neben einem scharfen Unternehmerblick sind sprachkundige Vertrauenspersonen dabei eine Voraussetzung für neue Erkenntnisse. Auch bei der Einstellung von Personal sollte man die Sprache der Beitrittsländer im Hinterkopf haben: Und zwar für Manager, Marketingleute und Monteure gleichermassen. Erste Nutzniesser der Orientierung auf die Beitrittsländer sollten Reisebüros und Seminarveranstalter sein:
"Lernen Sie Ihre zukünftigen EU-Partner jetzt kennen". "Streichen Sie den nächsten Übersee-Aufenthalt, machen Sie Abenteuerurlaub bei den Beitrittskandidaten". Lassen Sie Ihre Töchter eine der Sprachen der Nachbarländer lernen und schicken Sie Ihre Söhne auf Brautschau über die Grenze: Heiratspolitik spielt auch bei Unternehmerdynastien eine wichtige Rolle. Die Ost-Erweiterung kommt bestimmt. Wann sie informell beginnt und ob sie erfolgreich für das einzelne Unternehmen sein wird, hängt von der Initiative unternehmerische Menschen ab. (Schluss) JT

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