Leiter des Wiesenthal-Centers Los Angeles in FORMAT: Nach Haider Rücktritt Sanktionen überdenken.

Henry Kissinger: "EU muß sich gut überlegen, sich in freie Wahlen einzumischen".

Wien (OTS) - Rabbi Marvin Hier, der Leiter des Wiesenthal-Centers
in Los Angeles, schlägt im Interview mit der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT ein Überdenken der Sanktionen gegen Österreich vor, weil sich Jörg Haider von der Spitze der FPÖ zurückgezogen hat. "Man muß berücksichtigen, daß Haider als Parteichef zurückgetreten ist. Das macht einen Unterschied", sagt Rabbi Hier im FORMAT-Interview. Der Rabbi weiter: "Die Person Haider hat die Krise ausgelöst und der EU gebührt die Anerkennung, durch ihren Druck Haider in den Rücktritt getrieben zu haben. Nun sollte mehr Pragmatismus Einzug halten. Die Message an die Freiheitlichen muß sein: Wenn ihr nicht die gleichen Fehler wie Mr. Haider begeht, der alle zwei Jahre ein kontroversielles Statement zum Holocaustabgeben hat, ob vor Leuten der Waffen-SS oder anderen, sollte das Kapitel langsam geschlossen werden.- Das Wiesenthal-Center Los Angeles, das von Rabbi Marvin Hier gegründet wurde, hat heute über 400.000 Mitglieder. Rabbi Hier hat in der Vergangenheit Schlagzeilen gemacht, weil er dort ein Bild Jörg Haiders zusammen mit Diktatoren wie Saddam Hussein oder Muammar Gaddhafi in der "Halle der Demagogen" ausgestellt hat. Im FORMAT-Interview betont Hier: "Haider war der Reibebaum". Es gebe zwar auch andere fremdenfeindliche Politiker in der FPÖ, aber, so der Rabbi, "man kann nicht sagen, nach Haiders Rücktritt ist alles so wie vorher." Rabbi Hier verweist im FORMAT-Interview auch darauf, daß durch die Aufregung um die Regierungsbeteiligung der FPÖ nun sogar die Bemühungen um Restitution und Entschädigung für Zwangsarbeiter in ein schiefes Licht geraten. Der Rabbi wörtlich: "In dieser Situation schaut alles aus wie eine Abschlagszahlung. Das andere Camp wird darauf hinweisen, das es sich um eine Art Schmiergeld handelt, daß die Welt Haider vergißt."

Kissinger warnt die EU vor Einmischung in Mitgliedsländer

Auch der Friedensnobelpreisträger und ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger meldet sich zu Wort. Die Sanktionen der EU gegen Österreich beurteilt Kissinger so: "Die Krise in Österreich hängt zum Teil mit der Stagnation der demokratischen Parteien zusammen. Ich lehne Haiders Art der Politik vollständig ab, aber ich glaube, die europäische Union muß sich gut überlegen, inwieweit sie sich in freie Wahlen eines ihrer Mitgliedstaaten einmischt."

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