• 24.03.2000, 12:38:45
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  • OTS0174

Verzetnitsch fordert Qualifizierungsmilliarde

ÖGB und AK: Ausreichend Beschäftigung sichert Pensionen

Wien (ÖGB). Wer die Pensionen langfristig sichern will, muss dafür
sorgen, dass die Menschen auch länger arbeiten können. Das ist die
gemeinsame Forderung von ÖGB und AK, die ÖGB-Präsident Fritz
Verzetnitsch und AK-Präsident Herbert Tumpel heute, Freitag, in einer
gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten. Verzetnitsch forderte
dabei auch eine Qualifizierungsmilliarde für die
ArbeitnehmerInnen.++++

Rund 50.000 ArbeitnehmerInnen über 50 Jahre sind derzeit arbeitslos.
Das sind mehr als zehn Prozent aller Erwerbsfähigen in dieser
Altersgruppe. Die Arbeitslosenrate der übrigen Jahrgänge beträgt
dagegen nur 6,7 Prozent. Von zehn Männern, die in Pension gehen,
kommen nur fünf aus dem Berufsleben, bei den Frauen sind es nur mehr
vier. Eine Situation die durch die Pensionsreformpläne der neuen
Regierung nicht nur nicht gelöst, sondern noch zusätzlich verschärft
wird.

Verzetnitsch fordert statt der neuen Belastungen und der
überfallsartigen Anhebung des Pensionsalters eine "nationale
Kraftanstrengung, um zu einer vernünftigen Lösung des Problems zu
kommen". Dazu gehört eine Qualifzierungsmilliarde für die
ArbeitnehmerInnen. Der ÖGB-Präsident: "Wenn die Regierung schon den
Bauern Milliarden zukommen lässt, dann kann es nur recht und billig
sein, dass sie die ArbeitnehmerInnen bei deren ständiger
Weiterbildung unterstützt". Verzetnitsch will erreichen, dass jeder,
egal ob jung oder alt, Zugang zur Informationstechnologie erhält.

Weiters soll es einen Rechtsanspruch auf Bildungskarenz nach fünf
Jahren Berufstätigkeit für ein bis drei Monate geben. Dazu sollen die
Kollektivvertragspartner gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice
spezielle Projekte für die jeweilige Branche erarbeiten. Zusätzlich
forderte Verzetnitsch die Bildungsfreistellung sowie eine verbesserte
Gesundheitsvorsorge im Betrieb etwa unter den Motto "gesundes
Arbeitsleben". Ergänzt könnte, so der ÖGB-Präsident, dieses
Maßnahmenpaket noch durch steuerliche Anreize für die individuelle
Gesundheitsvorsorge werden.

Verzetnitsch forderte die Regierung auf, nicht einerseits die
Finanzierung der Pensionen durch Belastungen zu erreichen und
anderseits Mehrkosten durch die Finanzierung zusätzlicher
Arbeitslosigkeit zu verursachen. Er will eine ausreichende Diskussion
statt Belastungsmaßnahmen im parlamentarischen Schnellverfahren.
Verzetnitsch: "Wir brauchen eine Kultur der umfassenden Diskussion.
Wir wollen nichts verhindern, sondern vernünftige Lösungen suchen".
(ff)

ÖGB, 24. März 2000 Nr. 191

Rückfragehinweis: Annemarie Kramser

Tel.: 01/534 44/239 Dw. oder 0664/412 50 39

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