• 17.03.2000, 12:08:14
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  • OTS0156

Standardisierte Tests zeigen auf: Alkoholreduziertes Bier - ein Beitrag zur Verkehrssicherheit

Alkoholunfälle nehmen wieder zu: 0,5-Promille-Grenze offenbar mit weniger Wirkung als noch vor zwei Jahren, wie eine veröffentlichte Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigte. Standardisierte Tests zeigen: Rund 40% weniger Alkohol bedeuten 50% bis 60% weniger Promille. Experten bestätigen: "Beitrag alkoholreduzierter Biere zur Verkehrssicherheit ist evident." Appell an LenkerInnen: "Wenn schon Bier, dann auf jeden Fall alkoholreduziert."

Linz (OTS) - Jüngst veröffentlichte Statistiken zeigen: Die Zahl
der Alkoholunfälle auf Österreichs Straßen nimmt wieder zu. Einer
Meldung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zufolge gingen 1999
insgesamt 2.468 Unfälle mit Personenschaden auf das Konto von
,Alkolenkern'. Gegenüber 1998 (2.225 Unfälle) bedeutet dies eine
Steigerung um fast 11 Prozent. Die Einführung der 0,5-Promille-Grenze
scheint also an "Biss" zu verlieren.

Selbstverständlich ist Alkohol am Steuer kein Kavaliersdelikt und
verantwortungsvolle Lenkerinnen und Lenker wissen sich auch
entsprechend zu verhalten. Trotzdem: Maßvoller Genuss ohne Reue ist -
zumindest, was Bier betrifft - möglich: "Es ist evident, dass
alkoholreduziertes Bier ein Beitrag zur Verkehrssicherheit ist,"
erklärt dazu Univ.-Prof. Dr. Manfred Walzl, Neurologe und Leiter
des gemeinsamen Fachbereiches an der Landesnervenklinik Graz.

Alkoholreduzierte Biere: rund 2/3 weniger Promille

Seit rund einem Jahr führt Walzl in Kooperation mit dem Institut
für Medizinische Chemie an der Universität Graz (Univ.-Prof. Dr.
Gilbert Reibnegger) sowie mit Unterstützung der
Bundespolizeidirektionen Graz und Wien standardisierte Tests in
Sachen Biergenuss und Alkoholisierungsgrad durch.

Vergleiche zwischen Vollbier (5,5% Alkoholgehalt) und
alkoholreduziertem Bier (nicht mehr als 3% Alkoholgehalt, wie z.B.
Zipfer Medium, Kaiser 2,9 und Reininghaus Nimm s leicht) haben dabei
eindeutig nachgewiesen: Ein Minus von (nur) 2,5% Alkohol bedeutet
fast bis zu 2/3 weniger Promille.

Weniger Alkohol, trotzdem voller Geschmack

Nach drei Krügerl Vollbier kommt der Biergenuss zur Entfaltung,
jedoch liegt der Promille-Wert mit durchschnittlich 0,69 über der
erlaubten 0,5-Promille-Grenze und sollte daher ausschließlich "ohne
Auto" genossen werden. Drei Halbliter-,Einheiten' alkoholreduziertes
Bier, unter den gleichen Bedingungen genossen, lässt jedoch den
,Spiegel' auf durchschnittlich nur 0,28 Promille steigen. Im
Klartext: Rund 40% weniger Alkohol bedeutet 50% bis 60% Prozent
weniger Promille - und das bei 100% Geschmack, wie die
Test-TeilnehmerInnen bestätigen.

Bei Leichtbieren nimmt Alkoholisierung schneller ab

"Die Leber wird mit kleineren Mengen Alkohol leichter fertig. Das
heißt, dass die Alkoholisierung bei Leichtbier auch wesentlich
schneller abnimmt," erklärt dazu Reibnegger. Noch ein ,Phänomen' war
bei den Tests auffällig: Bei manchen Test-TeilnehmerInnen zeigte der
Alkomat nach dem ersten Krügerl alkoholreduziertem Bier gar 0,0
Promille an. "Alkohol bis zu 0,1 Promille wird wahrscheinlich gleich
von der Magen- und Darmschleimhaut ,vernichtet' und gelangt so gar
nicht in den Blutkreislauf", so Reibnegger.

"Die Bewusstseinsbildung für eine Reduktion des Alkoholkonsums
insgesamt ist gesellschaftspolitisch enorm relevant, deshalb gilt es
vor allem, das Verantwortungsbewusstsein, insbesondere auch bei den
Gastwirten, zu wecken. Im Straßenverkehr gilt es: Wenn schon Bier,
dann auf jeden Fall alkoholreduziert", bringt Reibnegger die Thematik
auf den Punkt.

Rückfragehinweis: Veronika Nopp,
Leitung Kommunikation/PR,
Tel.: 0732/6979-2670, 2671,
Fax: 0732/6979-2672,
E-Mail: [email protected], zur Verfügung.

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