AK warnt vor dem Geschäft mit der Heilerei - blauäugig für einen "Blauen"

Schweizer Naturheiler genügt ein Foto

Wien (AK) - Die AK-Konsumentenschützer schlagen Alarm: Ein angeblicher Geistheiler aus der Schweiz hält Wiener Konsumenten am Schmäh. Ein Foto, eine kurze Beschreibung Ihres - egal welchen -Problems und freilich das Honorar im Voraus. Dafür schickt der Schweizer Naturheiler Kuster seine angeblich kraftvollen Gedanken an die Hilfesuchenden und verspricht die Selbstheilung anzuregen. Die AK warnt: Wer "illegal" behandelt, begeht nach dem Strafrecht Kurpfuscherei und dem Ärztegesetz eine Verwaltungsübertretung. Die Geistheilung ist in Österreich medizinisch nicht anerkannt und die Ausübung unerlaubt. Die AK hat Kuster angezeigt und auch die Schweizer Behörden verständigt. ****

Kürzlich sind Broschüren mit dem Titel "Glücklich und Gesund" in den Wiener Postkästen gelandet. Die Broschüre des Schweizer Naturheilers Kurt Kuster beinhaltet Erfolgsmeldungen und Dankesschreiben nunmehr beschwerdefreier ehemaliger Kunden. Ein Foto, eine kurze Beschreibung des Problems und ein entsprechendes Honorar genügt, damit Kuster seine scheinbar "guten und kraftvollen Gedanken" an die Hilfesuchenden schicken kann. Kuster verspricht keine Heilung, sondern bietet lediglich Hilfe zur Selbstheilung an - angeblich für alle gängigen Leiden, wie Schlafstörungen, Depressionen, Suchtprobleme, Übergewicht, Haarausfall, etc.

Mindestens 1.000 Schilling
Aus den Augen, aus dem Sinn - nicht so bei Kuster. Scheinbar kann er sich auf die Bilder seiner Klienten so intensiv konzentrieren, dass bei den Betroffenen dessen Selbstheilung optimal angeregt wird - über tausende Kilometer hinweg und sogar ohne dass der Betroffene davon wissen muss. Der Konsument muss sich für mindestens einen Monat verpflichten und im Voraus bezahlen.
Die Behandlung für einen Monat macht im günstigsten Fall 1.000 Schilling aus - also für 20 Minuten Bildanschauen pro Tag. Wie lange die nötigen Behandlungen dauern, steht nirgendwo, nur je länger umso besser der Erfolg. Deshalb empfiehlt Kuster das 3-Monatsangebot für drei Mal täglich denken um 3.800 Schilling.

Gesetzesverstöße
Die AK-Konsumentenschützer schlagen Alarm: Die illegale Behandlung von körperlichen Krankheiten, Geistes- und Gemütskrankheiten oder anderen Leiden ist nach dem Strafrecht Kurpfuscherei und nach dem Ärztegesetz ebenfalls per Geldstrafe untersagt. Schon der Versuch ist strafbar.
Das Ärztegesetz verbietet auch Medizinern die "Fernbehandlung". Heilverfahren wie die Geistheilung sind in Österreich nicht anerkannt eine Ausübung somit nicht erlaubt. Die Werbung des Fernheilers Kuster ist unseriös, weil sie reklamemäßig und aufdringlich erfolgt, sagen die AK-Verbraucherschützer.

Die AK-Konsumentenschützer haben alle Verstöße bei der Staatsanwaltschaft bzw bei der zuständigen Behörde sowohl in Österreich als auch in der Schweiz angezeigt (Kuster verstößt auch gegen Schweizer Bestimmungen). Die AK hat die Unterlagen an das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit in Bern geschickt, die als oberste Schweizer Wettbewerbsbehörde bei unlauteren Wettbewerbsmethoden einschreitet.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Lassen Sie die Finger von solchen unseriösen Heilangeboten.
+ Vorsicht bei Vorauszahlungen - "echte Helfer" kassieren nicht im Voraus.
+ Eine Rückerstattung Ihres bereits bezahltes Betrages ist eher aussichtslos, da sich Kuster im "Kleingedruckten" seiner Broschüre abgesichert hat, er hätte keine Heilung versprochen.
+ Haben Sie bereits das angebotene Gratis-Monat in Anspruch genommen, schreiben Sie Kuster, dass Sie keine weitere Behandlung wollen. Fordern Sie ihn schriftlich auf, dass er Ihre Daten löscht bzw untersagen Sie eine Weitergabe.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

AK Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW