• 14.03.2000, 10:44:10
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  • OTS0087

Merck 1999: Dynamisches Umsatzwachstum und hohe Investitionen in die Zukunft

- Sendesperrfrist: Frei ab 14.03.2000, 10:30 h CET -

* Umsatz +29 Prozent, Betriebsergebnis +23 Prozent, F&E +23
Prozent
* Labordistribution wird eigenes Unternehmen und plant Börsengang
* 1,4 Milliarden Euro Investitionen in Sachanlagen und
Beteiligungen
* Ergebnis nach Steuern stark von negativen Sondereffekten
beeinflusst
* Hohe Sondererträge für 2000 erwartet / Dividende: 0,85 Euro pro
Aktie

Darmstadt (ots) - Die Merck-Gruppe hat 1999 ihren Umsatz um +29
Prozent von 4.149 Mio Euro auf 5.347 Mio Euro gesteigert. Damit hat
der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr stärker zugelegt als je zuvor in
der Geschichte von Merck. Neben einem außergewöhnlichen starken
organischem Wachstum von +9,4 Prozent haben Akquisitionen weitere +18
Prozent und Währungseinflüsse +0,9 Prozent beigetragen. "Unsere
Geschäfte haben von Quartal zu Quartal an Dynamik gewonnen und
dementsprechend auf vergleichbarer Basis ein beeindruckendes
operatives Ergebnis erzielt", sagt Prof. Dr. Hans Joachim Langmann,
der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA.

Das Betriebsergebnis der Unternehmensbereiche stieg 1999 um +23
Prozent auf 645 Mio Euro und hat damit die hohen Erwartungen deutlich
übertroffen, zumal Merck im gleichen Zeitraum die Ausgaben für
Forschung um Entwicklung um +23 Prozent auf 514 Mio Euro gesteigert
hat. 1999 hat die Merck-Gruppe ein operatives Betriebsergebnis (EBIT)
von 568 Mio Euro erzielt. Dies entspricht einem Zuwachs von +23
Prozent, wenn man den hohen Sonderertrag aus dem Joint-Venture mit
der Biomet Inc. im EBIT des Vorjahreszeitraums unberücksichtigt läßt.
Nominal ist der EBIT in 1999 nur leicht um +1,6 Prozent gestiegen.

Aufgrund des erwähnten Sonderertrages in 1998 sowie höherer
Zinsaufwendungen lag das Ergebnis vor Steuern mit 424,8 Mio Euro um
-7,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern ging
um -33 Prozent auf 220 Mio Euro zurück, weil sich der Steueraufwand
gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht hat. So hatte Merck in 1999
nach dem Abschluss einer Steuerprüfung in Frankreich hohe
Steuernachzahlungen zu leisten. Kennzeichnend für die gute
Ertragslage des Unternehmens ist der Zuwachs beim Cash-Flow, der um
+14,8 Prozent auf 562 Mio Euro anstieg.

Der Jahresüberschuss der Merck KGaA, der ausschließlich den
Aktionären zusteht, beträgt 42,2 Mio Euro. Der Aufsichtsrat hat
beschlossen, dass der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von
0,85 Euro (Vorjahr: 0,82 Euro) je Aktie vorgeschlagen wird.

Forschung und Entwicklung

Für Forschung und Entwicklung hat die Merck-Gruppe im vergangenen
Jahr 514 Mio Euro ausgegeben, das sind 23 Prozent mehr als im
Vorjahr. In Deutschland wurde über die Hälfte der Forschungsmittel
aufgewandt. Auf den Bereich Pharma entfiel mit 424 Mio Euro der
größte Teil der F&E-Kosten. Damit will Merck vor allem die
Krebsforschung vorantreiben und mit biotherapeutischen Wirkstoffen
einer der Marktführer in diesem Bereich werden. Derzeit hat Merck in
diesem Indikationsgebiet zehn verschiedene Projekte in klinischen
Prüfungen. Die Markteinführung des ersten Krebsmedikaments wird im
Jahre 2002 erwartet.

Investitionen

In Sachanlagen hat die Merck-Gruppe 1999 weltweit 359 Mio Euro
investiert, das sind 13 Prozent über dem Vorjahreswert. 42 Prozent
der gesamten Investitionen, also 152 Mio Euro, wurden an den
Standorten Darmstadt und Gernsheim ausgegeben. Damit bleibt
Deutschland wichtigster Forschungs- und Produktionsstandort. Für den
Erwerb der restlichen freien Aktien der VWR Scientific Products Corp.
sowie für weitere Beteiligungen wurden insgesamt 1.015 Mio Euro
ausgegeben.

Insgesamt hat Merck in den 90er Jahren systematisch in die Zukunft
als selbständiges, erfolgreiches Unternehmen investiert: Rund 3,3
Milliarden Euro wurden in diesem Zeitraum für den Erwerb von
Beteiligungen aufgewendet, weitere 2,4 Milliarden Euro hat Merck in
Sachlagen und rund 3 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung
investiert.

Unternehmensbereiche

Der Umsatz im Pharmabereich stieg um +20 Prozent auf 2.858 Mio
Euro. Damit beträgt der Anteil am Gesamtumsatz der Merck-Gruppe 54
Prozent. Das Umsatzwachstum wurde von allen Geschäftsfeldern
getragen: Das Geschäftsfeld Originalpräparate legte um +7,9 Prozent
auf 1.619 Mio Euro zu. Dazu lieferten die erfolgreichsten Produkte,
der Betablocker Concor(r) und das Antidiabetikum Glucophage(r),
weiterhin einen entscheidenden Beitrag. Der mit +47 Prozent sehr
starke Zuwachs bei Generika auf 648 Mio Euro beruhte auf einem
deutlichen organischen Wachstum, aber auch auf der erstmaligen
Berücksichtigung der Umsätze der akquirierten Gesellschaften. Die
Umsätze im neu strukturierten Geschäftsfeld Consumer Health Care
(bisher Selbstmedikation) wuchsen um +17 Prozent auf 263 Mio Euro.
Als Folge der Akquisition von Esaote durch Bracco stieg der Umsatz
bei Kontrastmitteln um +47 Prozent auf 328 Mio Euro.

Der Unternehmensbereich Labor hat seinen Umsatz 1999 vor allem
durch die Übernahme der VWR SP um +66 Prozent auf 1.604 Mio Euro
gesteigert. Er trägt nunmehr mit 30 Prozent zum Umsatz der
Merck-Gruppe bei. Durch diese Geschäftsausweitung hat sich Merck als
Weltmarktführer im Laborgeschäft etabliert. Ohne die Akquisition von
VWR SP wäre der Umsatz im Geschäftsbereich Labor 1999 um +8,1 Prozent
auf 1.044 Mio Euro gestiegen. Erfolgreich haben sich die Umsätze
sowohl bei Laborprodukten als auch in der Labordistribution, den
beiden neu gebildeten Segmenten des Unternehmensbereiches Labor,
entwickelt. Der Umsatz im Segment Laborprodukte stieg um +14 Prozent
auf 493 Mio Euro.

Das Segment Labordistribution, bestehend aus der Merck Eurolab und
VWR SP, erreichte 1999 einen Umsatzzuwachs von +91 Prozent auf 1.262
Mio Euro. Wie heute in einer separaten Pressemeldung angekündigt,
wird Merck die Labordistribution in ein eigenständiges Unternehmen
mit Sitz in den USA ausgliedern und in etwa zwei Jahren wesentliche
Anteile des neuen Unternehmens an die Börse bringen.

Der Unternehmensbereich Spezialchemie erzielte einen Umsatz von
861 Mio Euro, das entspricht einem Plus von +12 Prozent. Der Anteil
am Umsatz der Merck-Gruppe beträgt somit 16 Prozent. Damit ist die
Stagnation aufgrund der Asien-Krise überwunden. Besonders erfolgreich
war die Sparte Flüssigkristalle mit einem Umsatzplus von +60 Prozent
auf 155 Mio Euro. Dazu hat neben dem starken Yen vor allem der
weltweite Boom in der Kommunikationsbranche beigetragen. Die Sparte
Elektronik-Chemikalien hat noch unter der Rezession der
Halbleiterindustrie gelitten und mußte einen Umsatzrückgang von 8
Prozent auf 135 Mio Euro hinnehmen. Die Sparten CHN (Cosmetics,
Health, Nutrition) und Pigmente/Technische Industrien haben mit
Umsatzzuwächsen von +8 Prozent bzw. +9,7 Prozent ihre
Geschäftsentwicklung weiter ausbauen können.

Regionale Verteilung

Das wichtigste Absatzgebiet der Merck-Gruppe ist mit einem Umsatz
von 2.550 Mio Euro weiterhin Europa, auch wenn der Anteil 1999 auf
unter 50 Prozent zurückgegangen ist. In Deutschland stieg der Umsatz
moderat um 2,9 Prozent und trug damit nur noch 14 Prozent zum
Gruppenumsatz bei. Mit einem Umsatz von 1.517 Mio Euro (+109 Prozent)
ist Nordamerika der zweitgrößte Markt. In Asien waren alle drei
Unternehmensbereiche an dem Wachstum von 27 Prozent auf 660 Mio Euro
beteiligt.

In Lateinamerika wurde nach einer Steigerung von 3 Prozent ein
Umsatz von 350 Mio Euro erzielt. Dabei litten die Geschäfte in
Brasilien stark unter der Währungsabwertung, während in Mexiko ein
zweistelliger Zuwachs zu verzeichnen war. Infolge der weiterhin sehr
guten Entwicklung in Australien betrug der Umsatz der übrigen Länder
nach der Erhöhung um +20 Prozent beachtliche 270 Mio Euro.

Mitarbeiter

In der Merck-Gruppe waren zum Jahresende 32.721 Menschen
beschäftigt. Das sind +13 Prozent oder 3.810 Mitarbeiter mehr als im
Vorjahr. Diese Ausweitung ist überwiegend auf die Übernahme von VWR
SP zurückzuführen. 28 Prozent aller Mitarbeiter der Merck-Gruppe sind
in Deutschland beschäftigt.

Ausblick

Für das laufende Jahr rechnet Merck mit einer Fortsetzung der
guten Geschäftsentwicklung. So stieg der Umsatz in den beiden ersten
Monaten um nominal +45 Prozent, wovon +9 Prozent auf organisches
Wachstum zurückzuführen sind. Die Prognosen für die Weltwirtschaft
versprechen weiteren Aufschwung. Auch für Deutschland wird ein
kräftiges Wirtschaftswachstum erwartet.

Merck wird sich zum 1. April 2000 von der Bracco-Gruppe trennen,
die das Unternehmen seit mehr als 70 Jahren in Italien vertreten
hatte, wobei Bracco Lizenznehmer von Merck für Pharmazeutika bleibt.
Aus dem Verkauf dieser Beteiligung erwartet Merck einen Gewinn für
die Gruppe in Höhe von rund 500 Mio Euro. Für die Merck KGaA wird
sich der Gewinn aufgrund des niedrigeren Buchwertes auf rund 800 Mio
Euro belaufen. Aus weiteren Sondererträgen wird nach Abzug von
Sonderbelastungen im laufenden Jahr ein zusätzlicher Ertrag in Höhe
von rund 300 Mio Euro erwartet.

Zahlen zur Geschäftsentwicklung 1999

Merck-Gruppe (in Mio Euro) 1999 1998 Veränd.in%
Umsatz 5.347 4.149 +28,9
Betriebsergebnis der Unternehmensbereiche 645 525 +22,9
Operatives Betriebsergebnis (EBIT) 568 559 +1,6
Gewinn vor Steuern 425 459 -7,5
Jahresüberschuss 220 329 -33,1
Cash-Flow 562 490 +14,8
Investitionen in Sachanlagen 359 319 +12,6
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 514 417 +23,2
Personalaufwand 1.400 1.227 +14,1
Mitarbeiter (Stand: 31.12.99) 32.721 28.911 +13,2

Umsatz nach Regionen (in Mio Euro) 1999 Umsatzanteil %
Europa 2.550 (+9 %) 48 %
- davon Deutschland 726 (+3 %) 14 %
Nordamerika 1.517 (+109 %) 28 %
Lateinamerika 350 (+3 %) 7 %
Asien 660 (+27 %) 12 %
Afrika/Australien/Andere 270 (+20 %) 5 %

ots Originaltext: Merck KGaA
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Kontakt
Merck KGaA - Darmstadt
Dr. Hartmut Vennen / Barbara Bennier
Tel. +49 6151 72 2386 / 2579
Fax +49 6151 72 7707
E-mail [email protected]

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