- 02.03.2000, 18:51:41
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Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Zum Faktor reduziert=
Ausgabe vom 3.3.2000
"Die Arbeitnehmer werden Standortfaktor reduziert:" Weniger zynisch
als ehrlich besorgt, definiert die Gewerkschaft die schwarz-blaue
Ressortverschiebung zur Bankrotterklärung. Selbst jener verbal
besonnene Grün-Chef Van der Bellen schluckte angesichts des schier
Unmöglichen schwer - donnerte los, nannte das Ganze eine
"Radaupartie" und holte sich den ersten Ordnungsruf seiner
siebenjährigen Parlamentslaufbahn. Das schier Unmögliche? - ist die
Zusammenlegung der Agenden Wirtschaft und Arbeit (inklusive
Arbeitnehmerschutz) zu einem Ressort.
Was - klar gesprochen - heißt: Unvereinbares wird vereinbar. Weil es
die "Macher" so wollen. Just jene "Macher", die sich bis vor kurzem
(bis zum großen Urnengang) als "neue Partei der kleinen Leute", als
"neue Arbeiterpartei", definierten. Doch das ist Schnee von gestern.
Geschichte. Und somit nicht länger aktuell. Jetzt ist die Marschroute
eine andere: Umverteilung von unten nach oben. Oder - wie es der
einstige Finanzminister Edlinger formulierte - die
Geschenkeverteilung an die Großen auf Kosten der Kleinen.
Wenn zwei diametral entgegenstehende Interessen aufeinander prallen,
kann es nur einen Verlierer geben. Und der ist immer der Schwächere.
Der Schwächere von vornherein. Im Konflikt Wirtschaft gegen
Arbeitnehmer der "Hackler". Und das Argument? "Alles nur zur Stärkung
des Standortes." So, oder so ähnlich, sind uns ja seit Jahren die
Parolen der Wirtschaft bekannt: Reinbeißen, durchhalten, verzichten -
auf Lohnerhöhung, Sonntag und Überstundenbezahlung...
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