Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Zum Faktor reduziert

Ausgabe vom 3.3.2000

"Die Arbeitnehmer werden Standortfaktor reduziert:" Weniger zynisch als ehrlich besorgt, definiert die Gewerkschaft die schwarz-blaue Ressortverschiebung zur Bankrotterklärung. Selbst jener verbal besonnene Grün-Chef Van der Bellen schluckte angesichts des schier Unmöglichen schwer - donnerte los, nannte das Ganze eine "Radaupartie" und holte sich den ersten Ordnungsruf seiner siebenjährigen Parlamentslaufbahn. Das schier Unmögliche? - ist die Zusammenlegung der Agenden Wirtschaft und Arbeit (inklusive Arbeitnehmerschutz) zu einem Ressort.

Was - klar gesprochen - heißt: Unvereinbares wird vereinbar. Weil es die "Macher" so wollen. Just jene "Macher", die sich bis vor kurzem (bis zum großen Urnengang) als "neue Partei der kleinen Leute", als "neue Arbeiterpartei", definierten. Doch das ist Schnee von gestern. Geschichte. Und somit nicht länger aktuell. Jetzt ist die Marschroute eine andere: Umverteilung von unten nach oben. Oder - wie es der einstige Finanzminister Edlinger formulierte - die Geschenkeverteilung an die Großen auf Kosten der Kleinen.

Wenn zwei diametral entgegenstehende Interessen aufeinander prallen, kann es nur einen Verlierer geben. Und der ist immer der Schwächere. Der Schwächere von vornherein. Im Konflikt Wirtschaft gegen Arbeitnehmer der "Hackler". Und das Argument? "Alles nur zur Stärkung des Standortes." So, oder so ähnlich, sind uns ja seit Jahren die Parolen der Wirtschaft bekannt: Reinbeißen, durchhalten, verzichten -auf Lohnerhöhung, Sonntag und Überstundenbezahlung...

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