• 02.03.2000, 09:18:34
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  • OTS0069

Ergebnis der Mitgliederbefragung (Jänner 2000) des Inkassoverband Österreich über die Zahlungsmoral in Österreich=

Wien (OTS) - Im Jänner, Mai und September jeden Jahres befragt der
Inkassoverband Österreich seine Mitglieder über die Zahlungsmoral in
Österreich. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zeigen ein durchaus
erfreuliches Bild, denn im Vergleich zur letzten Umfrage meinen
doppelt so viele Mitgliedsbetriebe, nämlich 8,7 Prozent, dass sich
die Zahlungsmoral gebessert hat. Stellten noch im September letzten
Jahres 41,7 Prozent eine Verschlechterung fest, so meinen dies jetzt
nur mehr 17, 4 Prozent. 73,9 Prozent meinen, keine Veränderungen im
Zahlungsverhalten feststellen zu können (September 1999: 54,2
Prozent).

PRIVATE SCHULDNER

Erklärten im September 1999 noch 8,3 Prozent der Befragten, dass
sich die Zahlungsmoral privater Schuldner verbessert habe, so neigten
im Jänner 2000 nur mehr knapp die Hälfte, 4,3 Prozent, dieser Ansicht
zu. Insgesamt verbesserte sich die Situation in diesem Segment, denn
nur 30,4 Prozent gaben an, die Situation habe sich verschlechtert (
September: 41,7 Prozent), und 65,2 Prozent meinten, sie sei gleich
geblieben (September: 50 Prozent). Als Ursachen für die Misere der
privaten Schuldner geben die befragten Inkassoinstitute an, dass sie
zu 100 Prozent (September: 95,8 Prozent) in der Überschuldung zu
finden sind. 78,3 Prozent führen dies auf Arbeitslosigkeit zurück
(September 70,8 Prozent) und 47,8 Prozent auf vorsätzliches
Nichtzahlen (September: 33,3 Prozent).

GEWERBLICHE SCHULDNER

In diesem Segment kann eine erfreuliche Verbesserung der
Zahlungsmoral festgestellt werden. Waren es im September 1999 nur 4,2
Prozent, die diese Einschätzung teilten, schlossen sich bei der
aktuellen Umfrage 13 Prozent dieser Meinung an. Diejenigen, die
meinen, die Situation habe sich verschlechtert, nahmen mit 13 Prozent
(September: 29,2 Prozent) drastisch ab. Mit 65,2 Prozent blieb die
Zahl derer, die die Lage als unverändert einstufen, nahezu konstant
(September: 66,7 Prozent). In der Bewertung der Ursachen zeigt sich,
dass 82,6 Prozent (September: 75 Prozent) die Ursachen in einem
Ansteigen der Überschuldung sehen, gefolgt von 52,2 Prozent
(September: 58,3), die dies auf eine Umsatzschwäche zurückführen.
Diejenigen unter den Schuldnern, denen die Mitgliedsbetriebe
vorsätzliches Nichtzahlen zuschreiben, blieben mit 26,1 Prozent
(September: 25 Prozent) konstant. Auffallend ist ein Ansteigen der
Zahlungsprobleme in der Baubranche. Waren es im September 1999 nur
66,7 Prozent, so ist bei der Umfrage im Jänner eine Steigerung auf
73,9 Prozent festzustellen. Das Gastgewerbe schneidet mit 60,9
Prozent deutlich schlechter ab als im September 1999 (50 Prozent),
während der Handel eine eklatante Verschlechterung erkennen läßt.
Meinten bei der letzten Umfrage noch 29,2 Prozent, dass diese Sparte
große Zahlungsprobleme habe, so wuchs diese Gruppe auf beachtliche
43,4 Prozent der befragten Mitglieder an. Bei den Professionisten
läßt sich hingegen eine leichte Erholung feststellen, denn noch im
September sahen 20,8 Prozent in diesem Bereich Zahlungsprobleme
während nun nur noch 8,7 Prozent diesbezüglich gravierende Probleme
feststellen.

Mitgliederbefragung Jänner 2000 - ERGEBNISSE

Frage 1 - Welche Erfahrungen haben Sie ingesamt mit der
Zahlungsmoral der Schuldner gemacht? Hat sich die Zahlungsmoral in
der letzten Periode gebessert, verschlechtert oder ist sie
unverändert?

gebessert: 8,7%
verschlechtert: 17,4%
unverändert: 73,9%

Frage 2 - Wenn Sie private und gewerbliche Schuldner betrachten,
wie hat sich das Zahlungsverhalten in diesem Zeitraum entwickelt?
Können Sie eine Tendenz feststellen?

Private Schuldner
gebessert: 4,3%
verschlechtert: 30,4%
unverändert: 65,2%

Gewerbliche Schuldner
gebessert: 13,0%
verschlechtert: 13,0%
unverändert: 73,9%

Frage 3 - Wenn Sie an die Gründe für das Nichtzahlen von offenen
Rechnungen denken, wo liegen Ihrer Meinung nach bei den privaten
Schuldnern zur Zeit die Gründe? (Mehrfachnennung möglich)

Überschuldung: 100%
Arbeitslosigkeit: 78,3%
Momentaner Liquiditätsengpaß: 21,7%
Vorsätzliches Nichtzahlen: 47,8%
Sonstiges: 17,4%

Frage 4 Wie sind Ihre Erfahrungen mit den gewerblichen Schuldnern?

Überschuldung: 82,6%
Umsatzschwäche: 52,2%
Bewußtes Ausnützen der Zahlungsziele und Überschreitung: 82,6%
Vorsätzliches Nichtzahlen: 26,1%
Vergeßlichkeit: 8,7%
Sonstiges - wurde nie genannt

Frage 5 Die Zahl der Unternehmensgründer ist in letzter Zeit stark
gestiegen. Welche Erfahrungen haben Sie mit Jungunternehmern? Ist
ihre Zahlungsmoral schlechter, besser oder gibt es keine Unterschiede
zu etablierten Unternehmern?

besser: 13,0%
schlechter: 26,1%
keine Unterschiede: 60,9%

Frage 6 - Wenn Sie an die Einführung des EURO denken, hat das
Ihrer Meinung nach Einfluß auf das Zahlungsverhalten der Schuldner?

Wird keinen Einfluß haben: 95,7%
Das Zahlungsverhalten wird sich verschlechtern: 4,3%
Das Zahlungsverhalten wird sich bessern - wurde von keinem Mitglied
genannt

Frage 7 - Wenn Sie an das nächste Jahr denken, also bis Ende 2000:
Wie schätzen Sie, wird sich die Zahlungsmoral in Österreich allgemein
entwickeln?

bessern - wurde von keinem IVÖ-Mitglied genannt
verschlechtern: 43,4%
keine Veränderungen: 56,5%

Frage 8 - Nennen Sie uns drei Branchen, welche Ihrer Meinung nach
derzeit die größten Probleme beim Zahlen haben:

Bau: 73,9%
Gastgewerbe: 60,9%
Handel sonst.: 43,4%
Textil: 26,1%
Professionisten: 8,7%
Sonstige: 17,4%

Frage 9 - Werden Ihrer Einschätzung nach die gewerbliche und
privaten Insolvenzen im nächsten Jahr weiter steigen?

Private Insolvenzen:
Ja: 95,7%
Nein: 4,3%

Gewerbliche Insolvenzen
Ja: 65,2%
Nein: 34,8%

Frage 10 - Wenn Sie die Höhe der Forderungen betrachten, wie hat
sich das Zahlungsverhalten entwickelt?

Bis öS 10.000,--:
besser: 4,3%
schlechter: 21,7%
unverändert: 73,9%

Über öS 10.000,--:
besser - wurde von keinem IVÖ-Mitglied genannt
schlechter: 34,8%
unverändert: 65,2%

Frage 11 - Wie bewerten Sie den Erfolg der Gerichtsvollzieher? Hat
sich die Erfolgsquote gebessert, verschlechtert oder ist sie
unverändert geblieben?

gebessert: 4,3%
verschlechtert: 34,8%
unverändert: 60,9%

Frage 12 - Welche Erfahrung haben Sie mit der Erledigungszeit der
Gerichtsvollzieher in den letzten Jahren gemacht?

besser: 4,3%
schlechter: 69,6%
unverändert: 26,1%

Frage 13 - Wieviele übergebene, offene Forderungen betreffen
private und wieviele gewerbliche Schuldner? (in Prozent)

71,2 % private Schuldner
28,8 % gewerbliche Schuldner

Frage 14 Bearbeiten Sie Dubiosen (ausgeklagte Forderungen)?

Ja: 91,3%
Nein: 8,7%

Wenn ja: Wie hoch (Prozentsätze) ist Ihre Einbringungsquote
innerhalb von

3 Jahren: 30,1%
5 Jahren: 36%
10 Jahren: 43,6%

Rückfragehinweis: Manfred Ratz, Präsident des
Inkassoverband Österreich,
Tel.: 0 732 / 75 70 70 /
E-Mail: [email protected],

Dr. Helmut Liegl,
Presse - und Kostenreferent
Tel: 0 463 /51 24 24 0 /
E-Mail: [email protected]

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