• 02.03.2000, 08:31:49
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  • OTS0025

"Neues Volksblatt" Kommentar: "Aufpassen" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 2. März 2000

Linz (OTS) - Säßen heute Minister von SPÖ und ÖVP auf der
Regierungsbank - alles wäre in Ordnung. Säßen heute Minister von SPÖ
und parteifreie Minister, die von ÖVP und FPÖ nominiert wurden, in
einer Minderheitsregierung mit einem sozialistischen Kanzler - alles
wäre in Ordnung. Sitzen aber Minister von ÖVP und FPÖ auf der
Regierungsbank, herrscht der Staatsnotstand.

Zumindest könnte das ein unbedarfter Beobachter so sehen, der sich
gestern ins Parlament verirrt hätte oder der die diversen
Parteiaussendungen zu Gesicht bekommt.

Bundeskanzler Schüssel sei "oberster Schönredner" (SPÖ-Chef
Gusenbauer), der Vogel Strauß das Parteisymbol der ÖVP (Grün-Chef Van
der Bellen) und so weiter und so fort.

Es ist schon verständlich, dass die Opposition einen etwas
rauheren Ton anschlägt. Aber permanent den Staatsnotstand
herbeizureden, nur weil die Farbgebung auf der Regierungsbank
plötzlich ohne Rot auskommt, ist letztlich nicht besonders
verantwortungsvoll.

Wie sagte doch der gescheiterte SPÖ-Vorsitzende Klima bei seinem
Auszug aus dem Kanzleramt? Man möge ihm auf sein Österreich
aufpassen. Das wäre auch ein guter Rat an Gusenbauer, Van der Bellen
und Co. - denn auch mit Worten kann man viel zerstören.

Rückfragehinweis: Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

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