"Neues Volksblatt" Kommentar: "Aufpassen" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 2. März 2000

Linz (OTS) - Säßen heute Minister von SPÖ und ÖVP auf der Regierungsbank - alles wäre in Ordnung. Säßen heute Minister von SPÖ und parteifreie Minister, die von ÖVP und FPÖ nominiert wurden, in einer Minderheitsregierung mit einem sozialistischen Kanzler - alles wäre in Ordnung. Sitzen aber Minister von ÖVP und FPÖ auf der Regierungsbank, herrscht der Staatsnotstand.

Zumindest könnte das ein unbedarfter Beobachter so sehen, der sich gestern ins Parlament verirrt hätte oder der die diversen Parteiaussendungen zu Gesicht bekommt.

Bundeskanzler Schüssel sei "oberster Schönredner" (SPÖ-Chef Gusenbauer), der Vogel Strauß das Parteisymbol der ÖVP (Grün-Chef Van der Bellen) und so weiter und so fort.

Es ist schon verständlich, dass die Opposition einen etwas rauheren Ton anschlägt. Aber permanent den Staatsnotstand herbeizureden, nur weil die Farbgebung auf der Regierungsbank plötzlich ohne Rot auskommt, ist letztlich nicht besonders verantwortungsvoll.

Wie sagte doch der gescheiterte SPÖ-Vorsitzende Klima bei seinem Auszug aus dem Kanzleramt? Man möge ihm auf sein Österreich aufpassen. Das wäre auch ein guter Rat an Gusenbauer, Van der Bellen und Co. - denn auch mit Worten kann man viel zerstören.

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