Finanzstrafbehörde ermittelt gegen VEU Feldkirch wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung.

Hausdurchsuchungen bei VEU-Präsident und Spielern des Kaders '97/98. VORAUSMELDUNG NEWS 9/00 vom 2.3.00

Wien (OTS) - Der krisengeschüttelte Eishockeyverein VEU Feldkirch ist nun sogar ein Fall für den Staatsanwalt. Gegen VEU-Präsident Günther Amann wurde ebenso ein Finanzstrafverfahren eingeleitet wie gegen Ex-Coach Ralph Krueger, der derzeit das Schweizer Nationalteam trainiert, und den gesamten Kader der Saison 1997/98 - jene Truppe, die 1998 mit dem Gewinn der Euroliga österreichische Sportgeschichte schrieb.

Der Strafanzeige zufolge, die dem morgen erscheinenden Wochenmagazin NEWS exklusiv vorliegt, ist Präsident Amann verdächtig, "ab August 1994 bis Feber 1999 das Finanzvergehen der vorsätzlichen Abgabenhinterziehung nach § 33 Abs 2b FinStrG begangen zu haben". Die Fahnder sollen eklatante Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung der Spielergehälter gefunden haben. Der schwere Vorwurf der Finanz: Ein Teil der Spielergehälter soll über eine Sportmarketing-Firma in Liechtenstein "schwarz" ausbezahlt worden sein.

Demnach beläuft sich der Schaden für das Finanzamt durch entgangene Lohnsteuer und Dienstgeberbeiträge allein in der Saison '97/98 auf 12.183.899 Schilling. Im Fall des Austro-Kanadiers Dominic Lavoie soll der Verein knapp 1,3 Mio. Schilling Steuern "gespart" haben, bei Simon Wheeldon 955.470 Schilling und bei Ralph Krueger immerhin 808.253 Schilling. Berücksichtigt man noch die Saisonen '98/99 und '99/00, sollen dem Finanzamt insgesamt 15 Mio. Schilling durch die Lappen gegangen sein. Von den Ermittlern allerdings noch nicht durchforstet: die Saisonen '94/95 bis einschließlich '96/97.

Im Zuge der Steuerfahndung soll es zu mehreren Hausdurchsuchungen gekommen sein: unter anderem bei Präsident Amann und den Eishockey-Stars Konrad Dorn, Gerhard Puschnik und Rick Nasheim. Mehrere Spieler sollen Konten in Liechtenstein unterhalten haben. Ins Visier der Fahnder ist auch jene liechtensteinische Sportmanagement-Firma gerückt, die für die VEU von der Saison '94/95 bis Anfang '98 Sponsoren aquiriert hat und laut Handelsregistereintrag Sportler wie Anita Wachter und Klub, z. B. Rapid, LASK, GAK oder SV Salzburg, vermarktet.

Präsident Amann verteidigt sich in NEWS: "Wir haben die Spielerverträge gesplittet. Zum einen haben die Spieler ein fixes Gehalt für ihre Eishockey-Tätigkeit bezogen, zum anderen bezogen sie ein Entgelt von der liechtensteinischen Agentur, die sie vermarktet hat. Letzteres hätten sie selbst versteuern müssen."

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