"Neues Volksblatt" Kommentar: "Chance" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. 3. 2000

Linz (OTS) - Das, was die FPÖ-Regierungsmannschaft jetzt schnell bewerkstelligen muss, ist am besten mit Emanzipation umschrieben: ein gelungenes Herausgehen aus einer Abhängigkeit ? in dem Fall das Loslösen von Jörg Haider.

Natürlich ist klar, dass auch ein bloßer Landeshauptmann Haider ein "Mikrofon-Nymphomane" (Copyright: Christoph Leitl) bleiben wird, solange er zu allem und jedem um eine Wortspende angegangen wird. Andererseits fällt es schwer zu glauben, dass Susanne Riess-Passer auf Dauer gewillt ist, nur die Strohfrau in Partei und Regierung zu spielen, um bei der nächsten Wahl der Lichtgestalt Haider Platz zu machen. Und es fällt auch schwer zu glauben, dass Haider nur um des lieben Friedens willen den Platz an der Parteispitze geräumt hat. Ein Politiker mit seinem Sensorium wird auch gespürt haben, dass sein Wort nicht mehr alles ist, dass sich - nach früheren vergeblichen Versuchen - die ersten Zöglinge energisch zu emanzipieren beginnen. Das kann ein Egozentriker von seinem Schlag wohl nur schwer verdauen. Auch wenn die parteieigenen Solidaritätsadressen ein anderes Bild zeichnen sollen: Als Führungspersönlichkeit hat Haider Reputation eingebüßt. Das ist die Chance für die FPÖ, das ist die Chance für die Koalition.

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