- 28.02.2000, 12:37:40
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Hotellerie, Reisebüros und Seilbahnen setzen sich zur Wehr
Unterlassungsklage gegen diskriminierende Anzeige - Schritte gegen Skikursverbot wallonischer Regionalminister
Wien(PWK) Die gesetzlichen Interessenvertretungen der Hotellerie, der
Reisebüros und der Seilbahnen setzen sich massiv gegen unzulässige
Diskriminierungen aus dem Ausland zur Wehr: in einer gemeinsamen
Aktion haben der Fachverband Hotellerie, der Fachverband Reisebüros
und der Fachverband Seilbahnen jetzt rechtliche Schritte eingeleitet,
um gegen derartige unlautere Übergriffe gegen die österreichische
Tourismuswirtschaft wirkungsvoll vorgehen zu können. Konkrete
Anlassfälle sind ein Inserat des deutschen online-Reiseveranstalter
Tiss.com sowie der den Regeln und noch mehr dem Geist der EU
widersprechende Erlass der wallonischen Regionalregierung in Belgien,
der Schulveranstaltungen in Österreich verbietet.
In der Frage der umstrittenen Anti-Österreich-Anzeige von "Tiss.com"
in der "Süddeutschen Zeitung" hat eine inzwischen vorgenommene
Überprüfung einen klaren Verstoß gegen das Verbot des unlauteren
Wettbewerbs ergeben. Unter Klagsandrohung soll nun eine
Unterlassungserklärung erwirkt werden.
Des europäischen Binnenmarkts total unwürdig erscheint der
vielkritisierte Erlass der Minister Pierre Hazette und Jean-Marie
Nollet vom 14. Februar, Schulveranstaltungen in Österreich zu
untersagen. Als Folge dieses Erlasses haben bereits mehrere belgische
Gruppen ihre vorwiegend in Salzburg geplanten Wintersportwochen
abgesagt. Die Maßnahme hat also bereits zu Stornos und damit zu einem
nachweisbaren wirtschaftlichen Schaden geführt. Im Interesse ihrer
Mitglieder werden die drei Fachverbände in der Wirtschaftskammer
Österreich nun gegen die Diskriminierung vorgehen.
Die betroffenen Fachverbände weisen auch darauf hin, dass die
offenbar politisch motivierten Erlässe wenig Resonanz in der
belgischen Bevölkerung finden. Die Bevölkerung sei in diesem Fall
klüger als ihre Politiker und wisse in ihrer überwiegenden Mehrheit
zwischen dem völkerverbindenden Tourismus und fragwürdigen
politischen Aktionen zu unterscheiden. Nach jüngsten Berichten
belgischer Tageszeitungen lässt sich insbesondere der flämische
Bevölkerungsteil Begiens - der 85 Prozent der belgischen Nächtigungen
in Österreich stellt - nicht von den Boykottaufrufen beeindrucken. 96
Prozent der Flamen wollen, nach einer Leserumfrage von "Het Laatste
Nieuws", einer der großen belgischen Tageszeitungen, auch künftig
gerne nach Österreich auf Urlaub fahren. (hp)
Rückfragehinweis: Fachverband Seilbahnen
Dr. Erik Wolf
Tel.: 50105-3166
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