"Neues Volksblatt"- Kommentar: "Haxlstellen" (von Harald Gruber)

Ausgabe vom 28. 2. 2000

Linz (OTS) - Da steht er, der Haider Jörgi in seiner
Krachledernen, und bohrt in der Nase. Neben ihm tanzt die Ministerriege Ringer-Ringer-Reiher. Das Angebot mitzuspielen hat Jörgi trotzig abgelehnt.

Da! Zack, fährt Jörgi das rechte Bein aus und schon strauchelt die Regierung in ihrem Tanz. Ein kurzes Lächeln auf Jörgis Lippen. Und:
Zack, fährt Jörgi das linke Bein aus ? der Regierungskreis hat das nächste Mal Probleme auf den Beinen zu bleiben.

Dieses Bild aus der Kindheit drängt sich dem politischen Beobachter auf, wenn er Haiders derzeitiges Verhalten betrachtet. Da hat er es geschafft, seine Partei in die Regierung zu bringen. Trotz aller Probleme mit dem Ausland lässt er aber kein Fettnäpfchen aus ? stellt der Regierung ein ums andere Mal das Bein: So tönt der FPÖ-Chef: Der Euro sei eine Fehlgeburt, Chirac habe keine Ahnung, ...

Gewinnen kann Jörg Haider damit aber nichts: Zerfällt die ÖVP-FPÖ-Regierung unter internationalem Druck, werden bei Neuwahlen auch die Freiheitlichen ihre Rechnung präsentiert bekommen. Das dürfte Haider bewusst sein. Bleiben nur noch zwei Gründe für sein verbales Haxlstellen: Haiders Verantwortungsbewußtsein ist unterentwickelt oder sein Mundwerk unkontrollierbar.

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