Haiders Anti-Euro-Polemik gegen ökonomischen Sachverstand

Wirtschaft für Stabilität und gegen Währungsturbulenzen

Wien(PWK) "Im Namen der österreichischen Wirtschaft, die ein eminentes Interesse an der Erhaltung der Währungsstabilität hat, weise ich die sachlich falsche und gefährliche Kritik des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider entschieden zurück," erklärte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner in Vertretung des heute tagenden Präsidiums der WKÖ.

Der Euro sei nicht nur keine "Fehlgeburt", mit dem Euro würden Österreichs offensive Exportanstrengungen massiv unterstützt. Immerhin entfalle dadurch sowohl das Wechselkursrisiko als auch die damit verbundenen Kurssicherungskosten. Österreichs Wirtschaft sei an Stabilität und nicht an Währungsturbulenzen interessiert. "Haiders Anti-Euro-Polemik beleidigt daher den ökonomischen Sachverstand," sagte Maderthaner und warnte Haider eindringlich davor, "sich in Europa durch unqualifizierte Äußerungen unbeliebt zu machen."

Maderthaner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zeit vor der Einführung eines europäischen Währungssystems: Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben damals unter starken Wechselkursschwankungen gelitten. Durch die Abwertung des Dollars seien damals zwei Millionen Arbeitsplätze in Europa, davon rund 40.000 in Österreich verloren gegangen. Zwischen 1990 und 1994 hat sich die österreichische Handelsbilanz auch im Verhältnis zu den EU-Weichwährungsländern vor allem wegen dieser Wechselkursturbulenzen um 12 Milliarden verschlechtert, erinnerte Maderthaner. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission kosteten die Wechselkursschwankungen 1995 und 1996 der EU insgesamt 0,6 Prozent an realem Wirtschaftswachstum, umgerechnet also rund 480 Milliarden Schilling. Besonders betroffen gewesen sei davon das Hartwährungsland Österreich.

"Mit dem Euro gehören diese Wechselkursrisiken und Wertverluste innerhalb der Euro-Länder der Vergangenheit an. Es nützt uns allen, insbesondere auch den Arbeitnehmern, wenn wir dieses Geld in sichere Arbeitsplätze investieren können. Nur wer das nicht will, und insbesondere den österreichischen Export- und Tourismusbetrieben Schaden zufügen will, der argumentiert wie der Kärntner Landeshauptmann. Für uns ist der Euro ein für Europa identitätsstiftender Faktor und ein ganz entscheidender Schritt auf dem Weg der europäischen Integration," erklärte WKÖ-Präsident Maderthaner abschließend. (hv)

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