• 25.02.2000, 10:54:33
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Haiders Anti-Euro-Polemik gegen ökonomischen Sachverstand

Wirtschaft für Stabilität und gegen Währungsturbulenzen

Wien(PWK) "Im Namen der österreichischen Wirtschaft, die ein
eminentes Interesse an der Erhaltung der Währungsstabilität hat,
weise ich die sachlich falsche und gefährliche Kritik des Kärntner
Landeshauptmannes Jörg Haider entschieden zurück," erklärte
WKÖ-Präsident Leo Maderthaner in Vertretung des heute tagenden
Präsidiums der WKÖ.

Der Euro sei nicht nur keine "Fehlgeburt", mit dem Euro würden
Österreichs offensive Exportanstrengungen massiv unterstützt.
Immerhin entfalle dadurch sowohl das Wechselkursrisiko als auch die
damit verbundenen Kurssicherungskosten. Österreichs Wirtschaft sei an
Stabilität und nicht an Währungsturbulenzen interessiert. "Haiders
Anti-Euro-Polemik beleidigt daher den ökonomischen Sachverstand,"
sagte Maderthaner und warnte Haider eindringlich davor, "sich in
Europa durch unqualifizierte Äußerungen unbeliebt zu machen."

Maderthaner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zeit vor der
Einführung eines europäischen Währungssystems: Gerade kleine und
mittlere Unternehmen haben damals unter starken
Wechselkursschwankungen gelitten. Durch die Abwertung des Dollars
seien damals zwei Millionen Arbeitsplätze in Europa, davon rund
40.000 in Österreich verloren gegangen. Zwischen 1990 und 1994 hat
sich die österreichische Handelsbilanz auch im Verhältnis zu den
EU-Weichwährungsländern vor allem wegen dieser Wechselkursturbulenzen
um 12 Milliarden verschlechtert, erinnerte Maderthaner. Nach
Schätzungen der Europäischen Kommission kosteten die
Wechselkursschwankungen 1995 und 1996 der EU insgesamt 0,6 Prozent an
realem Wirtschaftswachstum, umgerechnet also rund 480 Milliarden
Schilling. Besonders betroffen gewesen sei davon das Hartwährungsland
Österreich.

"Mit dem Euro gehören diese Wechselkursrisiken und Wertverluste
innerhalb der Euro-Länder der Vergangenheit an. Es nützt uns allen,
insbesondere auch den Arbeitnehmern, wenn wir dieses Geld in sichere
Arbeitsplätze investieren können. Nur wer das nicht will, und
insbesondere den österreichischen Export- und Tourismusbetrieben
Schaden zufügen will, der argumentiert wie der Kärntner
Landeshauptmann. Für uns ist der Euro ein für Europa
identitätsstiftender Faktor und ein ganz entscheidender Schritt auf
dem Weg der europäischen Integration," erklärte WKÖ-Präsident
Maderthaner abschließend. (hv)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

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