• 22.02.2000, 18:00:00
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  • OTS0246

"Neue Zeit" Kommentar: "Knieschuss" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 23.2.2000

Graz (OTS) - Mancher ÖVP-Politiker vermittelt derzeit das Gefühl,
sich durch lautes Pfeifen im Wald Mut zu machen. Nicht so Landesrat
Gerhard Hirschmann. Den steirischen Freund Jörg Haiders plagt
offensichtlich kaum beherrschbare Wut über die nationalen vor allem
aber über die internationalen Reaktionen auf die schwarz-blaue
Regierung.

Was Hirschmann unter der in der ÖVP von Brüssel bis Graz
ausgegebenen Parole "Selbstbewusstsein" versteht, machte er gestern
mit einem Rundumschlag gegen Westeuropa deutlich, mit dem er seiner
Parteikollegin, Außenministerin Ferrero-Waldner, einen Bärendienst
erweist, der dem Bärentaler höchstselbst zur zweifelhaften Ehre
gereichte.

Die Aufforderung, der portugiesische Premier Guterres, unter
dessen Ratspräsidentschaft die Sanktionen der 14 EU-Partner
beschlossen wurden, möge sich "die Nettozahlungen Österreichs
persönlich abholen kommen", ist ein Affront gegen die Europäische
Gemeinschaft, der seinesgleichen sucht. Die EU habe sich mit den
Sanktionen "selbst ins Knie geschossen", formulierte Hirschmann -
wohin schießt er mit derartigen Äußerungen Österreich?

Wenn Hirschmann gestern erklärte, er sei motiviert wie lange nicht
und fühle sich wie das Mitglied einer neuformierten
Fußballmannschaft, die für bessere Ergebnisse sorgen will, müsste er
als Fußballfan auch mit einem Phänomen dieses Sports vertraut sein:
Übermotivierte Kicker neigen dazu, schwere Fouls zu begehen, die
nicht selten die "rote Karte" nach sich ziehen.

Rückfragenhinweis: Neue Zeit,
Tel.: 0316/2808-306

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