Die Giftkatastrophe war vermeidbar! WWF: Die Katastrophe an Somes, Theiß und Donau war vorhersehbar

Wien/Brüssel (OTS) - Die Giftkatastrophe durch den Eintrag von Zyanid und Schwermetallen in die Nebenflüsse der Donau in Rumänien und Ungarn war laut Beurteilung von Experten vorhersehbar und hätte vermieden werden müssen. Dies erklärte der WWF (World Wide Fund For Nature) heute bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf das morgige Treffen der Bergbauindustrie und der Europäischen Kommission, bei dem der WWF seine Vorschläge einbringen wird.

Angesichts der enormen Schäden, die der Giftunfall in Rumänien und Ungarn ausgelöst hat, stellt der WWF folgende Forderungen und zeigt auf:

+ Sowohl das Desaster in Rumänien, als auch die Katastrophe vor zwei Jahren im Guadiamar-Fluss in Spanien (Doñana), waren vorhersehbar und vermeidbar!
+ In der Vergangenheit gab es schon zu viele Gifteinträge, Lecks und Unfälle, die durch Abwasserbecken der Bergbauindustrie verursacht wurden.
+ Es sind heute Technologien verfügbar, die die umweltschädlichen Einflüsse der Bergbauindustrie erheblich reduzieren oder sogar ganz vermeiden könn(t)en. Dr. Paul Younger, Bergbauexperte an der Universität Newcastle, stellt fest: "Die nötigen Sicherheitsvorkehrungen, um den Eintrag von Zyanid aus Bergbaugebieten in Flüsse auf der ganzen Welt zu stoppen, sind so einfach wie simple Installationsarbeiten."
+ Gifteinträge in Flüsse aus Bergbauabfällen müssen in Zukunft vermieden werden. Die Bergbauindustrie muss stabile Dämme bauen, die weder überflossen werden, noch brechen können.
+ Freiwillige Übereinkünfte, wie sie zwischen der Bergbauindustrie und der Europäischen Kommission getroffen werden, sind nicht ausreichend. Die bestehende EU - Gesetzgebung muss entsprechend überarbeitet werden.
+ Die Bergbauindustrie muss bei der Bestandskontrolle von Abwasserbecken kooperieren.
+ Die beträchtlichen Informationslücken bezüglich der Lage der Abwasserbecken, einschließlich der stillgelegten Minen, müssen behoben werden.

Der WWF begrüßt das Treffen Bergbau und Umwelt zwischen der Bergbauindustrie und der Europäischen Kommission, vertritt aber eine sehr klare Haltung: Abfälle der Bergbauindustrie müssen so gelagert werden, dass die Umwelt nicht in Mitleidenschaft gezogen wird und Katastrophen wie jetzt an der Theiß und Donau nicht mehr passieren. "Nur wirkliches Engagement und die Verpflichtung, Technik und Umweltstandards des 21. Jahrhunderts anzuwenden, können die Glaubwürdigkeit der Bergbauindustrie in der Öffentlichkeit wiederherstellen," erklärt Philip Weller, Direktor des WWF Donau-Karpaten-Programms mit Sitz in Wien.

Weitere Informationen unter: www.panda.org/crisis

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