- 20.02.2000, 12:22:49
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FSG-Drochter: Österreich ist weit mehr als die Politik der Bundesregierung
Kritik an den Aussagen von Schüssel in der Neuen Zürcher Zeitung
Wien (FSG). "Die gestrige Demonstration war ein Zeichen an das
Ausland, dass Österreich weit mehr ist, als die Politik von ÖVP und
FPÖ. Die 250 000 TeilnehmerInnen haben ein Zeichen des Unmuts gesetzt
gegen den Belastungskurs der Bundesregierung und gegen die
Zusammenarbeit von Wolfgang Schüssel mit einer Partei, die immer
wieder fremdenfeindlich aufgetreten ist, und insbesonders in der
Person ihres Obmannes Haider ein undifferenziertes Verhältnis zu
Österreichs Vergangenheit hat". Das stellte heute der Bundessekretär
der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB,
Karl Drochter, fest.++++
Kritik übte Drochter an den Aussagen von Kanzler Schüssel in der
Neuen Zürcher Zeitung. Drochter: "Es stünde dem Bundeskanzler besser
an, den DemonstrantInnen für ihr Engagement zu danken, statt sie mit
seinem Zynismus und der ihm eigenen Kälte abzuqualifizieren und mit
Häme und Spott zu überschütten. Wer gestern dabei war weiß, dass die
Teilnehmer nicht, wie Schüssel sagt, nur ein paar Altlinke, Junge und
die Internet-Generation waren, die sich noch einmal austoben wollen.
Es war eine Viertelmillion besorgter Menschen aus ganz Österreich,
aus allen Altersschichten und Berufsgruppen, die unabhängig von ihrer
politischen Zugehörigkeit gekommen waren. Wer meint, dass nur
SozialdemokratInnen dabei waren, verschließt die Augen vor der
Realität und vor den Sorgen aller Menschen um die Zukunft unserer
Heimat."
Auch VP-Bauern und FPÖ-Anhänger haben schon demonstriert
Zur Aufforderung von ÖVP und FPÖ nicht zu demonstrieren, meinte
Drochter: "Als VP-Bauern demonstrierten bzw. als anlässlich Jörg
Haiders Abwahl als Landeshauptmann FP-Anhänger nach Klagenfurt zum
Lindwurm gekarrt wurden, hat kein einziger Sozialdemokrat
irgendjemand das Recht auf Demonstration abgesprochen. Diese
demokratische Reife erwarten wir uns auch von ÖVP und FPÖ. Doch
scheinbar ist dieses Bewusstsein auf demokratische Grundrechte beim
Obmann der ÖVP und dessen Generalsekretärin durch deren Hang zur
Macht verkümmert." Drochter sieht als ein wichtiges Ziel der
Demonstrationen, dass die Bundesregierung ihren Belastungskurs
beendet. Die Gewerkschaften erwarten vertretbare und verhandelbare
Vorschlägen, die nicht zu einseitigen Belastungen der
ArbeitnehmerInnen bei gleichzeitiger Förderung der Unternehmer,
Bauern und Zinshausbesitzer führen. (ak)
FSG, 20. Februar 2000 Nr. 29
Rückfragehinweis: FSG, Ernst Weber
Tel. (01) 534 44/361
Fax.: (01) 533 52 93
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