Dirnberger : Selbstbehalte sind eine Krankensteuer

AK-Vizepräsident reagiert auf Wirtschaftskammer

Wien (OTS) - Vehement verwehrt sich heute Ak-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) gegen die Behauptung des Leiters der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer, Martin Gleitsmann, wonach die Ablehnung der Selbstbehalte verlogen und realitätsfern wäre. "Zunächst geht es mir einmal um die Sprache des Herrn Gleitsmann. Es gehört nicht zur politischen Kultur, Arbeitnehmervertretern ,Verlogenheit' zu unterstellen. Das ist eine Frage des Benehmens. Eine Frage der Sachkenntnis ist es, wenn Gleitsmann den geplanten Selbstbehalt im ASVG-Bereich durch den Hinweis auf bestehende Selbstbehalte bei anderen Krankenkassen zu rechtfertigen versucht. Da weiß er nämlich nicht, dass diese Kassen ihren Versicherten auch mehr Leistungen bieten", klärt Dirnberger auf.

"Ein Selbstbehalt ist eine Krankensteuer. Er steht auch dem Vorhaben der Bundesregierung zu mehr Vorsorge direkt entgegen, da Selbstbehalte Barrieren zum dann vor allem rechtzeitigen Arztbesuch aufbauen. Diese Barrierenfunktion der Selbstbehalte wurde gestern auch von Vertretern der Ärztekammer klar bestätigt", begründet Dirnberger seine ablehnende Haltung. Der ÖAAB werde in den Krankenkassen gegen die Einführung von Selbstbehalten kämpfen, statt dessen sollten die Pharmakonzerne und Ärzte Einsparungen bei den Kosten für Medikamente eingebremst werden.

Es gehe, so Dirnberger darum, nicht die Patienten weiter zu belasten, sondern dort wo die Ausgaben verursacht werden, also bei der Pharmaindustrie und den Ärzten, die oftmals die teuersten Medikamente verschreiben, ohne auch nur zu prüfen, ob es nicht billigere Alternativen gäbe. "Der Hinweis von Gleitsmann auf die Lohnnebenkosten geht mir schön langsam auf die Nerven. Auch durch ständiges Wiederholen, werden diese falschen Behauptungen nicht besser. Tatsache ist, dass zum Vergleich von Volkswirtschaften nicht die Lohnnebenkosten der entscheidende Indikator sind, sondern die Lohnstückkosten. Und da liegt Österreich weit besser als alle unsere wichtigsten Handelspartner. Das Gejammere um die Lohnnebenkosten soll nur weitere Belastungen der Arbeitnehmer rechtfertigen", kritisiert AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger.

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