• 15.02.2000, 16:55:40
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  • OTS0212

400 Fischotter tot? Cyanid-Unfall in Ungarn rottet eine der bedeutendsten Fischotter-Populationen aus=

Budapest/Wien (OTS) - Ungarn ist die Heimat einer der
bedeutendsten europäischen Fischotter-Populationen. Rund 400 Tiere
besiedelten bis zur Cyanid-Katastrophe die Flüsse Szamos und Theiß.
Experten der ungarischen "Otter-Stiftung" (NGO) stellten bei ihren
laufenden Untersuchungen fest, dass keinerlei Spuren von Fischottern
mehr zu finden sind. "Die zwei tot am Szamos aufgefundenen Tiere
lassen vermuten, dass die gesamte Population vollständig vernichtet
wurde", befürchtet Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF
Österreich.

Seit September 1999 untersucht die "Otter-Stiftung" laufend die
Fischotter-Population an Theiß und Szamos genau. Nach ihren
Schätzungen leb(t)en dort rund 400 Tiere. Seit dem Cyanid-Unfall, vom
30. Jänner 2000, breitet sich aber die Gift-Welle immer weiter aus.
Nicht nur hunderte Kilometer Flusstrecke sind völlig verödet, sondern
auch alle vom Wasser abhängigen Lebewesen werden in der Folge
vergiftet. Fischotter stehen am oberen Ende der Nahrungskette und
sind deshalb maximal betroffen. Die Otter-Stiftung sucht laufend nach
Spuren an den betroffenen Flussabschnitten, aber vergeblich - es
wurden bis jetzt nur zwei tote Fischotter am Szamos gefunden. Die
Experten nehmen derzeit an, dass die Population vollständig
vernichtet wurde und die durch den Verzehr von Fisch vergifteten
Otter in ihren Bauen verendeten. Um diese Annahme jetzt zu überprüfen
sollen jetzt zwei bekannte Fischotter-Verstecke geöffnet werden. Die
Situation ist deshalb besonders dramatisch, weil gerade jetzt im
Winter die meisten Jungen zur Welt kommen und daher sehr viele Opfer
zu befürchten sind.

Rückfragehinweis: WWF Österreich,
Jasmine Bachmann,
Tel.: 0043/1/48817-270

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