- 15.02.2000, 11:02:56
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Bogath: Auflösung des Frauenministeriums zeigt Missachtung
Frauen werden auf Mütterrolle fixiert und aus Arbeitswelt weggelockt
Wien (ÖGB-NÖ) Die Auflösung des Frauenministeriums zeigt eine klare
Missachtung der Interessen der arbeitenden Frauen und Mütter und
lässt tiefe Schlüsse darüber zu, welchen Stellenwert die Frauen in
den Augen der neuen Regierung haben - oder eben nicht mehr haben,
kritisierte Dienstag die Vorsitzende der ÖGB-Frauen-Niederösterreich,
Christa Bogath.++++
"Ich frage mich, wie die Chancengleichheit der Geschlechter jemals
realisiert werden soll, wenn eine der ersten Einsparungsmaßnahmen das
Frauenministerium betrifft, also jene Einrichtung, die die Interessen
der Frauen auf Regierungsebene wahren und durchsetzen sollte - woran
offensichtlich kein Interesse mehr besteht", betonte Bogath.
Chancengleichheit und -gerechtigkeit am Arbeitsplatz sowie die
notwendigen Verbesserungen im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und
Familie sind keinesfalls durch Karenzgeldgeschenke an alle zu
erzielen. "Und es ist eine Frechheit, Geld, das von einer bestimmten
Gruppe einbezahlt wird, an alle zu verteilen", hob die
ÖGB-Landesfrauenvorsitzende hervor. Das Karenzgeld ist nach wie vor
ein Ersatz für das Erwerbseinkommen und keine Familienförderung, wie
es die neue Bundesregierung darstellen möchte. "Familienförderungen
sind zwar wichtig, aber diese müssen aus dem Budget finanziert werden
und nicht aus dem FLAF, der durch ArbeitnehmerInnenbeiträge gespeist
wird. Sonst zahlt die Hilfsarbeiterin am Karenzgeld für die
studierende Millionärstochter mit", kritisierte Bogath abschließend.
(nk)
ÖGB, 15. Februar 2000 Nr. 79
Rückfragehinweis: ÖGB-NÖ
Tel.: 01/586 21 54
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