Bosniens Außenwirtschaftsminister Mirsad Kurtovic in der WKÖ

Österreichs Bosnien-Exporte um 26 Prozent gestiegen

Wien (PWK) - Mit Jahresbeginn 2000 hat in der Föderation Bosnien-Herzegowina die große Privatisierung begonnen, in der Republika Srpska laufen derartige Bemühungen in den nächsten Monaten an. Sämtliche Vorbereitungen wie Gesetze und Verordnungen sind bereits weitgehend beschlossen. Das Interesse der österreichischen Firmen diesbezüglich ist groß, weshalb die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit der Außenhandelsstelle in Sarajevo heute, Montag, eine große Informationsveranstaltung über 'Privatisierung und Investitionen in Bosnien-Herzegowina' veranstaltet, zu der auch der bosnische Minister für Außenwirtschaft, Mirsad Kurtovic, nach Wien kommt.

Neben hochrangigen Bosnien-Experten und -Entscheidungsträgern wie Vertretern der Privatisierungsagenturen der beiden Entitäten - USAID und PriceWaterhouseCoopers (PWC), der EBRD oder der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), berichten auch Vertreter österreichischer Firmen, die in Bosnien investiert haben (zB Coca Cola, Schiedel), wie auch der österreichische Handelsdelegierte in Sarajevo, Michael Scherz, über ihre Erfahrungen.

"Eine Erholung der Wirtschaft in Bosnien zeichnet sich ab, und die Bemühungen der österreichischen Unternehmen, aktiv bei den Aufbauarbeiten mitzuhelfen, tragen Früchte. Die Exporte Österreichs nach Bosnien-Herzegowina stiegen in den ersten zehn Monaten 1999 gegenüber der Vorjahresperiode um 26 Prozent auf 1,4 Mrd Schilling an", berichtet der zuständige Länderreferent in der WKÖ, Christoph Grabmayr.

Die österreichischen Ausfuhren nach Bosnien konzentrieren sich zur Zeit auf Produkte, die in der Phase des Wiederaufbaus vorrangig benötigt werden, wie Baumaschinen, Baumaterial, Lastkraftwagen, sanitäre Anlagen, Beleuchtung, Lebensmittel und Getränke. "Die Importe aus Bosnien-Herzegowina nehmen ebenfalls, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend, weiter zu", erklärt Grabmayr. "Von Jänner bis Oktober '99 verzeichneten diese einen Anstieg um 14,2 Prozent auf über 291 Millionen Schilling."

Die Entwicklung der österreichischen Bosnien-Exporte sowie die rege Teilnahme heimischer Firmen an den WKÖ-Wirtschaftsmissionen zeigen, dass die österreichischen Unternehmen ihre bisherigen Erfahrungen in dieser Region nutzbringend anwenden können, meint Scherz. Wenngleich auch die EU als großer Unterstützer noch nicht wegzudenken ist, entwickeln sich bereits erste kleine Industrien in Bosnien. Energiewirtschaft, Holzverarbeitung, Lebensmittelverarbeitung und die Lohnfertigung auf dem Bekleidungssektor sind die zukunftsträchtigsten Wirtschaftsbereiche Bosniens. (Ne)

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