"profil": Riess-Passer: Kritik an Chirac

Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer übt Kritik an Frankreichs Präsident - hofft auf Vermittlung Klestils - vor, während und nach Regierungsentscheidungen Koordination mit Haider

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
übt Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer heftige Kritik an Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac. Riess-Passer:
"Herr Präsident Chirac lässt momentan keine Gelegenheit
aus, die FPÖ und Österreich zu kritisieren. Es darf jeder
seine Meinung sagen, aber so wie er das macht, ist das
nicht akzeptabel. Das unwidersprochen hinzunehmen und
zu sagen, Chirac ist sakrosankt, kann auch nicht der
Weisheit letzter Schluss sein." Die Vizekanzlerin weiter:
"Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche Leute das
Gespräch gar nicht wollen. Präsident Chirac vermittelt nicht
den Eindruck, als wäre er interessiert daran, das Verhältnis
zu Österreich zu normalisieren."

Von Bundespräsident Thomas Klestil erwartet sich Riess-
Passer, wie sie gegenüber "profil" erklärt, dass er mit
Chirac Kontakt aufnimmt. "Ich hätte mir gewünscht, daß
der Bundespräsident das, was er in den vergangenen Tagen
gesagt hat, nämlich dass man dieser Regierung eine Chance
geben soll, früher gesagt hätte. Ich gehe davon aus, dass
Klestil das auch gegenüber Präsident Chirac so
transportiert", so Riess-Passer in "profil".

Für Verbesserungen der Beziehungen mit Israel will sich Riess-Passer selbst einsetzen - vor allem als zuständige
Ministerin für Sport. Riess-Passer zu "profil": "Es hat mich schockiert, dass der israelische Sportminister angekündigt
hat, dass er sich einen Boykott der Fussball WM-Qualifikationsmatches Österreich gegen Israel überlegt.
Aber ich habe ihm einen Brief geschrieben und habe ihn
ersucht, diese Entscheidung noch zu überdenken."

Auf die Frage, ob FPÖ-Obmann Jörg Haider der
"Schattenkanzler" Österreichs sei, meint Riess-Passer:
"Haider ist der Bundesparteiobmann der FPÖ. Natürlich ist
er eingebunden in das, was die FPÖ auf Regierungsebene
tut. Ich werde mich vor, während und nach Entscheidungen
mit ihm koordinieren, weil das selbstverständlich ist."

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