Wissenschaft - von reinstem Wasser

Wien (OTS) - Wasser wird mehr und mehr zum knappen Gut. In Zeiten raschen Bevölkerungs-wachstums ist die Wissenschaft gefordert, Beiträge zu seiner effizienten Nutzung zu entwickeln. Die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) sind mit einer Viel-zahl von Projekten auf dem "Wassermarkt" tätig, dem Experten für die nächsten Jahre ein hohes Wachstum voraussagen. Schon heute bewegt das Wasser etwa 6 Milliarden Euro (mehr als 80 Milliarden Schilling). Beispiele zeigen, dass die ARCS gut gerüstet für eine Zukunft mit intelligenter Wassernutzung sind.

In Österreich mit seinen Seen, Bächen und Flüssen mag es kaum vorstellbar sein, doch der Rohstoff Wasser ist weltweit ein knappes und zunehmend knapper werdendes Gut. Lediglich 0,4 Prozent des gesamten Wasser-Vorkommens besteht aus Süßwasser, das für den Menschen zugänglich und nutzbar ist. Und eines liegt auf der Hand: Wo es an Wasser mangelt, ist Krankheit und Tod nicht weit. So kam es erst mit der Einführung von Wasserversorgungs- und entsorgungs-Systemen in den europäischen Städten in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Erhöhung der Lebenserwartung. Ganz anders die Lage in den Entwicklungsländern, wo mehr als eine Milliarde Menschen keinen direkten Zugang zu Frischwasser haben. Es mangelt dort, aber durchaus auch in manchen europäischen Regionen an Wasser zum Trinken, für die Hygiene, die häusliche Nutzung und vor allem für die Landwirtschaft.

In Zeiten exponentiell steigenden Bevölkerungswachstums wird die Bewirtschaftung und schonende Nutzung von Wasser zur grossen Herausforderung für die Wissen-schaft. Die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) haben sich gerade auf diesem Gebiet bereits grosses Know-how erworben, das sie befähigt, auf dem auch als ökonomischer Markt immer bedeutsamer werdenden Feld der Wasserwirtschaft international tätig zu werden. Schon heute werden auf dem "Wassermarkt" Europa, der in nächster Zeit um jährlich ca. 6 Prozent wachsen wird, etwa 6 Milliarden Euro (mehr als 80 Milliarden ATS) umgesetzt.

Landnutzung und Konfliktlösung

Die ARCS nehmen sich des Problems effizienter Wassernutzung durch Entwicklung theoretischer Modelle, ebenso wie durch praktische Umsetzung, aber auch als Experten bei internationalen Projekten an.

So koordinieren die Experten des Forschungszentrums Seibersdorf ein Projekt der Europäischen Union zur Entwicklung eines wasserwirtschaftlichen Landnutzungs-modells für das Jordantal. Dort im Dreiländereck Israel, Palästina und Jordanien geht es nicht nur um ein integriertes, die Bedeutung des Wassers einbeziehendes Land-nutzungsmodell, sondern auch um die Entwicklung von Konfliktlösungs-Modellen, wie sie vermutlich in Zukunft wachsende Bedeutung bekommen werden. Schließlich anerkennen Wasserläufe keine vom Menschen gezogenen politischen Grenzen, was auch schon in der Vergangenheit in manchen Regionen zu Konflikten geführt hat.

Verunreinigung von Trinkwasser

Die Verunreinigung von Trinkwasser stellt ein Problem auch für entwickelte Länder dar, wobei hier neben natürlichen Einflüßen, vom Menschen in das System eingebrachte Schadstoffe, wie CKW oder Pestizide die Verwendung des Rohstoffs gefährden. Derzeitige Behandlungsmethoden führen nur zu einem Verlagern der Schadstoffe oder können nur einen Teil abbauen. Ziel aber muss eine vollständige und rückstandsfreie Zerstörung der Schadstoffe durch Oxidationsverfahren bei gleichzeitiger Beibehaltung der natürlichen Wasserzusammensetzung sein. Die ARCS haben das bisher wirkungsvollste Verfahren dieser Art , bei dem durch die Kombination Ozon-Elektronenstrahl die OH°-Radikalbildung maximiert wird, entwickelt.

Verhindern von Wasserverlusten

Die Physiker der ARCS haben sich eines der größten Probleme der kommunalen Wasserversorgung angenommen. Durch Modelle und Anwendungsprogramme zur Lecksuche und Netzoptimierung bei komplexen Wasserleitungs-Systemen werden solche Verluste hintangehalten und die Versorgung optimiert.

Kreislaufführung im industriellen Produktionsprozess

Eine Form der effizienten Wassernutzung stellt die Behandlung von Abwässern von Produktionsanlagen dar, die eine Rückführung der Wasser-Inhaltsstoffe in den Prozess und damit eine Kreislaufführung der Flüssigkeit ermöglicht. In nur wenigen Fällen kann eine solche Rückführung vollkommen umgesetzt werden. Ein gelungenes Beispiel ist die Rezyklierung eines Wasser-Schlammgemisches in der Betonwasseraufbereitung. Nach thermodynamischen Modellrechnungen und Laborversuchen wurde durch ein kombiniertes Neutralisationsverfahren eine vollständige Rückführung der beim Betonmischen ausgefällten Inhaltsstoffe und die weitere Nutzung des gereinigten Wassers im Produktionsprozess ermöglicht.

Die Austrian Research Centers Seibersdorf sind, wie die Beispiele zeigen, mit ihren Projekten weltweit unter den avanciertesten Anbietern von Lösungen für einen effizienten Einsatz des knappen Gutes Wasser und werden gemeinsam mit Partnern aus der Industrie zunehmend zu einem wichtigen Akteur auf dem internationalen "Wassermarkt".

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