• 11.02.2000, 11:01:09
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  • OTS0107

Wissenschaft - von reinstem Wasser

Wien (OTS) - Wasser wird mehr und mehr zum knappen Gut. In Zeiten
raschen Bevölkerungs-wachstums ist die Wissenschaft gefordert,
Beiträge zu seiner effizienten Nutzung zu entwickeln. Die Austrian
Research Centers Seibersdorf (ARCS) sind mit einer Viel-zahl von
Projekten auf dem "Wassermarkt" tätig, dem Experten für die nächsten
Jahre ein hohes Wachstum voraussagen. Schon heute bewegt das Wasser
etwa 6 Milliarden Euro (mehr als 80 Milliarden Schilling). Beispiele
zeigen, dass die ARCS gut gerüstet für eine Zukunft mit intelligenter
Wassernutzung sind.

In Österreich mit seinen Seen, Bächen und Flüssen mag es kaum
vorstellbar sein, doch der Rohstoff Wasser ist weltweit ein knappes
und zunehmend knapper werdendes Gut. Lediglich 0,4 Prozent des
gesamten Wasser-Vorkommens besteht aus Süßwasser, das für den
Menschen zugänglich und nutzbar ist. Und eines liegt auf der Hand: Wo
es an Wasser mangelt, ist Krankheit und Tod nicht weit. So kam es
erst mit der Einführung von Wasserversorgungs- und
entsorgungs-Systemen in den europäischen Städten in der Mitte des 19.
Jahrhunderts zu einer raschen Erhöhung der Lebenserwartung. Ganz
anders die Lage in den Entwicklungsländern, wo mehr als eine
Milliarde Menschen keinen direkten Zugang zu Frischwasser haben. Es
mangelt dort, aber durchaus auch in manchen europäischen Regionen an
Wasser zum Trinken, für die Hygiene, die häusliche Nutzung und vor
allem für die Landwirtschaft.

In Zeiten exponentiell steigenden Bevölkerungswachstums wird die
Bewirtschaftung und schonende Nutzung von Wasser zur grossen
Herausforderung für die Wissen-schaft. Die Austrian Research Centers
Seibersdorf (ARCS) haben sich gerade auf diesem Gebiet bereits
grosses Know-how erworben, das sie befähigt, auf dem auch als
ökonomischer Markt immer bedeutsamer werdenden Feld der
Wasserwirtschaft international tätig zu werden. Schon heute werden
auf dem "Wassermarkt" Europa, der in nächster Zeit um jährlich ca. 6
Prozent wachsen wird, etwa 6 Milliarden Euro (mehr als 80 Milliarden
ATS) umgesetzt.

Landnutzung und Konfliktlösung

Die ARCS nehmen sich des Problems effizienter Wassernutzung durch
Entwicklung theoretischer Modelle, ebenso wie durch praktische
Umsetzung, aber auch als Experten bei internationalen Projekten an.

So koordinieren die Experten des Forschungszentrums Seibersdorf
ein Projekt der Europäischen Union zur Entwicklung eines
wasserwirtschaftlichen Landnutzungs-modells für das Jordantal. Dort
im Dreiländereck Israel, Palästina und Jordanien geht es nicht nur um
ein integriertes, die Bedeutung des Wassers einbeziehendes
Land-nutzungsmodell, sondern auch um die Entwicklung von
Konfliktlösungs-Modellen, wie sie vermutlich in Zukunft wachsende
Bedeutung bekommen werden. Schließlich anerkennen Wasserläufe keine
vom Menschen gezogenen politischen Grenzen, was auch schon in der
Vergangenheit in manchen Regionen zu Konflikten geführt hat.

Verunreinigung von Trinkwasser

Die Verunreinigung von Trinkwasser stellt ein Problem auch für
entwickelte Länder dar, wobei hier neben natürlichen Einflüßen, vom
Menschen in das System eingebrachte Schadstoffe, wie CKW oder
Pestizide die Verwendung des Rohstoffs gefährden. Derzeitige
Behandlungsmethoden führen nur zu einem Verlagern der Schadstoffe
oder können nur einen Teil abbauen. Ziel aber muss eine vollständige
und rückstandsfreie Zerstörung der Schadstoffe durch
Oxidationsverfahren bei gleichzeitiger Beibehaltung der natürlichen
Wasserzusammensetzung sein. Die ARCS haben das bisher wirkungsvollste
Verfahren dieser Art , bei dem durch die Kombination
Ozon-Elektronenstrahl die OH°-Radikalbildung maximiert wird,
entwickelt.

Verhindern von Wasserverlusten

Die Physiker der ARCS haben sich eines der größten Probleme der
kommunalen Wasserversorgung angenommen. Durch Modelle und
Anwendungsprogramme zur Lecksuche und Netzoptimierung bei komplexen
Wasserleitungs-Systemen werden solche Verluste hintangehalten und die
Versorgung optimiert.

Kreislaufführung im industriellen Produktionsprozess

Eine Form der effizienten Wassernutzung stellt die Behandlung von
Abwässern von Produktionsanlagen dar, die eine Rückführung der
Wasser-Inhaltsstoffe in den Prozess und damit eine Kreislaufführung
der Flüssigkeit ermöglicht. In nur wenigen Fällen kann eine solche
Rückführung vollkommen umgesetzt werden. Ein gelungenes Beispiel ist
die Rezyklierung eines Wasser-Schlammgemisches in der
Betonwasseraufbereitung. Nach thermodynamischen Modellrechnungen und
Laborversuchen wurde durch ein kombiniertes Neutralisationsverfahren
eine vollständige Rückführung der beim Betonmischen ausgefällten
Inhaltsstoffe und die weitere Nutzung des gereinigten Wassers im
Produktionsprozess ermöglicht.

Die Austrian Research Centers Seibersdorf sind, wie die Beispiele
zeigen, mit ihren Projekten weltweit unter den avanciertesten
Anbietern von Lösungen für einen effizienten Einsatz des knappen
Gutes Wasser und werden gemeinsam mit Partnern aus der Industrie
zunehmend zu einem wichtigen Akteur auf dem internationalen
"Wassermarkt".

Rückfragehinweis:

Wolfgang Renner Mag. Peter Menasse
Austrian Research Centers Seibersdorf communication matters
Tel.02254/780-2046 Tel. 01/503 23 03
[email protected] [email protected]

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