• 11.02.2000, 09:32:00
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  • OTS0063

Die Ringpassagen stehen im Blickpunkt der Öffentlichkeit=

Zum Teil sensible Architekturbereiche - Immer wieder Verbesserungen notwendig

Wien, (OTS) Die Wiener Ringpassagen - das sind Opernpassage,
Albertinapassage im Zuge der Operngasse, Babenbergerpassage und
das Verkehrsbauwerk Schottentor - gehören bezüglich Erhaltung und
Verwaltung zum Verantwortungsbereich der MA 28 - Straßenverwaltung
und Straßenbau (Geschäftsgruppe Planung und Zukunft). Zum
Grundsätzlichen der für diesen Bereich zuständige Gruppenleiter in
der MA 28, TOAR Ing. Anton Bruckmayer: "Diese Verkehrsbauwerke
stehen im Blickpunkt der Öffentlichkeit, schon allein wenn man
bedenkt, dass beim Schottentor eine jährliche Benützerfrequenz von
rund zwölf Millionen zu registrieren ist, und in der Opernpassage
nicht wesentlich geringer. Da kommt es naturgemäß zu
Abnützungserscheinungen, auch wurde seinerzeit nicht so Bedacht
auf die Behindertenfreundlichkeit genommen. Aus dem Bereich
Opernpassage - Karlsplatz kam man vor dem Einbau des Lifts bei der
Oper nur über die Resselpark-Rampe stufenlos an die Oberfläche. Da
sind die - wenn auch aufwändigen - nachträglichen Lifteinbauten
durchaus sinnvoll."

Mit dem Einbau des Lifts bei der Oper wurde - nachdem schon
im Jahr 1998 finanzielle Mittel für die Projektierung
bereitgestellt worden waren - Mitte März 1999 (nach dem Opernball)
begonnen, Mitte Dezember konnte er in Betrieb genommen werden.****

Neben der passantenfreundlichen Komponente kam der Einbau
auch dem Stadtbild zugute: Der "Glaspavillon" des alten Aufgangs
gefiel schon lange nicht mehr, handelt es sich doch, wie
Bruckmayer unterstreicht, "um einen auch nach Meinung der für
Stadtgestaltung zuständigen Magistratsabteilung sensiblen
Architekturbereich". Ein Architektenteam erarbeitete im
Einvernehmen mit der MA 19 - Architektur und Stadtgestaltung
(Geschäftsgruppe Planung und Zukunft) eine Lösung, die den Blick
auf die Oper nur minimal beeinträchtigt: Ein offener Stiegenauf-
bzw. -abgang mit einer Glasbrüstung als Einheit mit dem schlanken
Glasturm des neuen Lifts. Da die ursprüngliche Statik - zwei
Rolltreppen und eine Steintreppe - für zusätzliche Einbauten nicht
ausgelegt war, an Stelle der früheren aufwärtsführenden Rolltreppe
befindet sich nun der Lift, der mittels hydraulischem Stempel
bewegt wird sowie Heizung und Lüftung, gestalteten sich Planung
und Bauausführung nicht unkompliziert. Es galt zusätzlichen Raum
zu gewinnen, an der Oberfläche durfte der Straßenbahnbetrieb nicht
beeinträchtigt werden, in der Passage musste das Geschäftsleben
weitergehen. Dazu der für die Projektkoordinierung Verantwortliche
in der MA 28, Ing. Gerhard Kreminger: "wir mussten sowohl
organisatorisch als auch technisch auf engstem Raum agieren, auch
deshalb, weil wir unmittelbar neben den Untergeschossen der
Staatsoper arbeiten mussten. Wir haben auch wöchentlich
Baukoordinierungsgespräche mit den Geschäftsleuten aus der Passage
abgehalten, die in höchstem Ausmaß Verständnis zeigten.
Schließlich musste auch schweres Gerät eingesetzt wurden." Der
neue Lift fasst 12 Personen und kommt, da sich der Antrieb unten
befindet, an der Straßenoberfläche mit einem zarten Glasturm aus,
kaum größer als der Lift selbst. Freilich haben Planung und
Ausführung eines so heiklen Projekts auch ihren Preis: die Kosten
liegen bei rund 25 Millionen Schilling.

Knapp vor dem Lift bei der Oper wurde Anfang November 1999
der neue Lift im Verkehrsbauwerk Schottentor, mit dem bis zu 16
Personen zwischen dem Untergeschoss und dem Ring fahren können,
zur Benützung freigegeben. Auch hier musste zufolge des
nachträglichen Einbaues eine statische Hilfskonstruktion
hergestellt werden: Die Decke wurde mit zwei zusätzlichen Trägern
verstärkt. Leichter tat man sich hier mit dem Aufzugsantrieb, es
konnte ein Seilantrieb eingebaut werden, dessen Antriebselemente
oberhalb des bestehenden Flugdaches gelegen sind. Die Kosten des
Mitte November 1998 begonnenen Vorhabens betrugen für Planung und
Ausführung insgesamt rund 13 Millionen Schilling.

Damit sind aber die Verbesserungen bei den Ringpassagen nicht
abgeschlossen. Da bei Oper, Albertina und Schottentor noch die
alten PVC-Böden liegen, wird deren Ersatz noch im Jahr 2000 bzw.
2001 (Albertinapassage) erfolgen. Vorgesehen sind griffige
Steinböden, wie bereits im Rahmen der Renovierung der
Babenbergerpassage hergestellt. Zuvor müssen die zum Teil
irreparablen Kanalisationen und Entwässerungen, vor allem beim
Schottentor, ebenfalls erneuert werden. Für die Schottenpassage
ist auch die Herstellung einer neuen Decke in Form einer
abgehängten Lamellenkonstruktion vorgesehen. (Schluss) pz/bs

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859

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