• 02.02.2000, 08:40:32
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  • OTS0044

Umfrage des Wirtschaftsbundes

Wien (OTS) - Die neue Umfrage des Wirtschaftsbundes, mit der rund
7 Wochen vor der Wirtschaftskammerwahl ausgelotet wird, mit welchem
Programm man vor die Wähler treten soll, zeigt einmal mehr das
Selbstverständnis des Wirtschaftsbundes, quasi als Wirtschaftskammer
zu handeln. Beispiele dafür gibt es wohl genug, so etwa in vielen
Bezirksstellen, wo der Bezirkssekretär der Wirtschaftskammer
gleichzeitig auch Wirtschaftsbundsekretär ist und diese Funktionen
auch vermengt. Ein neuer Höhepunkt ist da mit dieser Umfrage
geschaffen, in der sich einleitend der Wirtschaftsbund als
Auftraggeber einer Wirtschaftskammerumfrage sieht.

Der Bundesgeschäftsführer des Freien Wirtschaftsverbandes, Rudolf
Schüle, meint dazu:

"Ich halte fest, daß es dem Wirtschaftsbund unbenommen bleibt,
Umfragen und ähnliches in Auftrag zu geben, der Wirtschaftsbund aber
nicht der Auftraggeber für Umfragen der Wirtschaftskammer ist. Dies
wäre auch rechtlich nicht korrekt. Daher sollte ein solcher Eindruck
nicht durch mehr oder minder absichtliche Formulierungen erweckt
werden.

Ich möchte mich aber vor allem inhaltlich zu einem bestimmten Punkt
besonders äußern : Die unter vielen Floskeln geradezu versteckten
Fragen zu einer Obergrenze der Kammerbeiträge und zur Einführung
eines Mindestbeitrages für alle Selbständigen bedeuten schlichtweg
eine Umverteilung von den Großunternehmern, insbesondere der
Industrie, zu den Klein- und Mittelbetrieben, insbesondere den
zahlreichen Kleinstbetrieben.

Das Kammerumlagensystem (Eintragungsgebühr, Grundumlage, Kammerumlage
1 und Kammerumlage 2) ist so gestaltet, daß es selbst für die meisten
Unternehmer undurchschaubar bleibt. Daher muß man den Unternehmern
sagen, daß sich der befragte Beitrag ausschließlich auf die
Kammerumlagen KU1 und KU2 bezieht die derzeit mehr als 100.000
Selbständige überhaupt nicht bezahlen müssen. Und zwar deswegen, weil
es derzeit Freigrenzen gibt, die sich am Geschäftsvolumen
orientieren. Ein Sockelbetrag hebt naturgemäß solche Untergrenzen auf
und bittet damit auch die Kleinsten zur Kassa.

Der Wirtschaftsbund leitet damit eine Umverteilung ein, die
Großbetriebe begünstigt (Obergrenze !!) und zur Abkassierung der
Kleinen (Sockelbetrag !!) führt. Wir, der Freie Wirtschaftsverband
sind ganz entschieden gegen solche Verlagerungen. Noch dazu, wenn sie
anscheinend unter dem Deckmantel einer Umfrage vorbereitet werden."

Rückfragehinweis: Alexander Kriegelstein

Freier Wirtschaftsverband Österreich
Wiedner Hauptstraße 57 A-1040 Wien
Tel. 01 50 121 - 26
Fax 01 50 121 - 20
[email protected]
www.wirtschaftsverband.at

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