Umfrage des Wirtschaftsbundes

Wien (OTS) - Die neue Umfrage des Wirtschaftsbundes, mit der rund
7 Wochen vor der Wirtschaftskammerwahl ausgelotet wird, mit welchem Programm man vor die Wähler treten soll, zeigt einmal mehr das Selbstverständnis des Wirtschaftsbundes, quasi als Wirtschaftskammer zu handeln. Beispiele dafür gibt es wohl genug, so etwa in vielen Bezirksstellen, wo der Bezirkssekretär der Wirtschaftskammer gleichzeitig auch Wirtschaftsbundsekretär ist und diese Funktionen auch vermengt. Ein neuer Höhepunkt ist da mit dieser Umfrage geschaffen, in der sich einleitend der Wirtschaftsbund als Auftraggeber einer Wirtschaftskammerumfrage sieht.

Der Bundesgeschäftsführer des Freien Wirtschaftsverbandes, Rudolf Schüle, meint dazu:

"Ich halte fest, daß es dem Wirtschaftsbund unbenommen bleibt, Umfragen und ähnliches in Auftrag zu geben, der Wirtschaftsbund aber nicht der Auftraggeber für Umfragen der Wirtschaftskammer ist. Dies wäre auch rechtlich nicht korrekt. Daher sollte ein solcher Eindruck nicht durch mehr oder minder absichtliche Formulierungen erweckt werden.

Ich möchte mich aber vor allem inhaltlich zu einem bestimmten Punkt besonders äußern : Die unter vielen Floskeln geradezu versteckten Fragen zu einer Obergrenze der Kammerbeiträge und zur Einführung eines Mindestbeitrages für alle Selbständigen bedeuten schlichtweg eine Umverteilung von den Großunternehmern, insbesondere der Industrie, zu den Klein- und Mittelbetrieben, insbesondere den zahlreichen Kleinstbetrieben.

Das Kammerumlagensystem (Eintragungsgebühr, Grundumlage, Kammerumlage 1 und Kammerumlage 2) ist so gestaltet, daß es selbst für die meisten Unternehmer undurchschaubar bleibt. Daher muß man den Unternehmern sagen, daß sich der befragte Beitrag ausschließlich auf die Kammerumlagen KU1 und KU2 bezieht die derzeit mehr als 100.000 Selbständige überhaupt nicht bezahlen müssen. Und zwar deswegen, weil es derzeit Freigrenzen gibt, die sich am Geschäftsvolumen orientieren. Ein Sockelbetrag hebt naturgemäß solche Untergrenzen auf und bittet damit auch die Kleinsten zur Kassa.

Der Wirtschaftsbund leitet damit eine Umverteilung ein, die Großbetriebe begünstigt (Obergrenze !!) und zur Abkassierung der Kleinen (Sockelbetrag !!) führt. Wir, der Freie Wirtschaftsverband sind ganz entschieden gegen solche Verlagerungen. Noch dazu, wenn sie anscheinend unter dem Deckmantel einer Umfrage vorbereitet werden."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Freier Wirtschaftsverband Österreich
Wiedner Hauptstraße 57 A-1040 Wien
Tel. 01 50 121 - 26
Fax 01 50 121 - 20
selbst@wirtschaftsverband.at
www.wirtschaftsverband.at

Alexander Kriegelstein

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FWV/OTS