• 27.01.2000, 10:36:53
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  • OTS0101

Rotes Kreuz verhindert Probebetrieb des Wochentags - Nachtbereitschaftsdienstes in NÖ

Wien (OTS) - Mit 1. Februar 2000 sollte in zwei Bezirken in NÖ
(Klosterneuburg & Tulln) an Wochentagen ein Probebetrieb des
nächtlichen Bereitschaftsdienstes in der Zeit von 19 Uhr abends bis
07 Uhr früh über ein von der Ärztekammer einzurichtendes Call-Center
mit der Tel. Nr. 141 (ohne Vorwahl) beginnen. Vor zwei Tagen jedoch
verlangte das Rote Kreuz plötzlich, daß seitens der Ärztekammer nicht
nur die Nachtbereitschaft, sondern ein 24-Stunden-Dienst eingerichtet
werden soll. Wenn nicht, würde das Rote Kreuz die Erreichbarkeit über
die Nummer 141 verweigern. Da dies in keiner Form vereinbart war,
konnte die Ärztekammer diesen plötzlichen Forderungen auch nicht
zustimmen.

Der wahre Hintergrund dürfte nach Meinung der Ärztekammer jedoch
darin liegen, daß das Rote Kreuz um Einnahmen aus Krankentransporten
bangt. Denn wenn zukünftig ein Arzt jederzeit telephonisch erreichbar
ist, wird es auch nicht mehr notwendig sein, wegen "jeder
Kleinigkeit" einen Krankentransport in das nächste Spital
durchzuführen. Und diese Krankentransporte sind eine wichtige
Einnahmequelle für das Rote Kreuz.

Für die Ärztekammer steht aber seit je her außer Streit, daß für
Krankentransporte die Rettungsorganisationen zuständig sind, für die
medizinische Versorgung aber ausschließlich die Ärzteschaft.

Die Pilotprojekte in Tulln und Klosterneuburg werden
selbstverständlich dennoch durchgeführt, jedoch ohne Einbindung des
Roten Kreuzes. Dies bedeutet, daß der Bereitschaftsdienst von einer
eigens eingerichteten Nachtordination aus versehen wird, in der sich
der diensthabende Arzt befindet. Um jedoch eine reibungslose
Organisation unter den neuen Gegebenheit zu gewährleisten ist es
notwendig den Beginn des Probebetriebes von 1. Februar 2000 auf 1.
März 2000 zu verschieben.

Bereits in Kürze sollen weitere Pilotprojekte in den Bezirken
Krems, Mistelbach, St. Pölten und Melk starten.

MR Dr. Gerhard Weintögl, Präsident der NÖ - Ärztekammer: "Wenn das
Rote Kreuz mit uns Ärzten nicht zusammenarbeiten möchte, werden wir
dies zur Kenntnis nehmen. Es gibt aber in Österreich noch einige
andere Rettungsorganisationen, die uns bereits Ihr Interesse an einer
Zusammenarbeit zugesichert haben."

Rückfragehinweis: Ärztekammer für Niederösterreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Axel Moser
Tel. 01/53 751 221 DW

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