Rotes Kreuz verhindert Probebetrieb des Wochentags - Nachtbereitschaftsdienstes in NÖ

Wien (OTS) - Mit 1. Februar 2000 sollte in zwei Bezirken in NÖ (Klosterneuburg & Tulln) an Wochentagen ein Probebetrieb des nächtlichen Bereitschaftsdienstes in der Zeit von 19 Uhr abends bis 07 Uhr früh über ein von der Ärztekammer einzurichtendes Call-Center mit der Tel. Nr. 141 (ohne Vorwahl) beginnen. Vor zwei Tagen jedoch verlangte das Rote Kreuz plötzlich, daß seitens der Ärztekammer nicht nur die Nachtbereitschaft, sondern ein 24-Stunden-Dienst eingerichtet werden soll. Wenn nicht, würde das Rote Kreuz die Erreichbarkeit über die Nummer 141 verweigern. Da dies in keiner Form vereinbart war, konnte die Ärztekammer diesen plötzlichen Forderungen auch nicht zustimmen.

Der wahre Hintergrund dürfte nach Meinung der Ärztekammer jedoch darin liegen, daß das Rote Kreuz um Einnahmen aus Krankentransporten bangt. Denn wenn zukünftig ein Arzt jederzeit telephonisch erreichbar ist, wird es auch nicht mehr notwendig sein, wegen "jeder Kleinigkeit" einen Krankentransport in das nächste Spital durchzuführen. Und diese Krankentransporte sind eine wichtige Einnahmequelle für das Rote Kreuz.

Für die Ärztekammer steht aber seit je her außer Streit, daß für Krankentransporte die Rettungsorganisationen zuständig sind, für die medizinische Versorgung aber ausschließlich die Ärzteschaft.

Die Pilotprojekte in Tulln und Klosterneuburg werden selbstverständlich dennoch durchgeführt, jedoch ohne Einbindung des Roten Kreuzes. Dies bedeutet, daß der Bereitschaftsdienst von einer eigens eingerichteten Nachtordination aus versehen wird, in der sich der diensthabende Arzt befindet. Um jedoch eine reibungslose Organisation unter den neuen Gegebenheit zu gewährleisten ist es notwendig den Beginn des Probebetriebes von 1. Februar 2000 auf 1. März 2000 zu verschieben.

Bereits in Kürze sollen weitere Pilotprojekte in den Bezirken Krems, Mistelbach, St. Pölten und Melk starten.

MR Dr. Gerhard Weintögl, Präsident der NÖ - Ärztekammer: "Wenn das Rote Kreuz mit uns Ärzten nicht zusammenarbeiten möchte, werden wir dies zur Kenntnis nehmen. Es gibt aber in Österreich noch einige andere Rettungsorganisationen, die uns bereits Ihr Interesse an einer Zusammenarbeit zugesichert haben."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Niederösterreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Axel Moser
Tel. 01/53 751 221 DW

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS