• 25.01.2000, 18:00:07
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  • OTS0202

"Neue Zeit" Kommentar: "Faschingszeit" von Peter Kolb

Ausgabe vom 26.1.2000

Graz (OTS) - Derzeit steht, wie es sich für die Faschingszeit
gehört, die Welt in Österreich Kopf - die politische zumindest. Oder
wie sonst lässt es sich erklären, dass sich in der laut
Eigendefinition "Wirtschaftspartei" VP kein Muckser bezüglich Budget
tut?! Zu warnen bleibt dem Grünen Bundessprecher und
Wirtschaftsprofessor Alexander Van der Bellen vorbehalten:
Ausgerechnet ein Grüner also warnt die Staatstragenden und
Wirtschaftskompetenten in den drei anderen Parlamentsparteien vor dem
Auseinanderklaffen von deutschem und österreichischem Zinssatz, der
Österreich beim Weiterwursteln noch Milliarden kosten könnte. Ein
Grüner Parteichef musste es sein, der einen Antrag im Parlament zur
Vorsorge vor einem Budgetnotstand einbringt. Und zur Beruhigung der
Finanzmärkte, wie Van der Bellen sagt.

Das ficht vor allem die VP nicht an. Die fasste am Montag im
Präsidium den Entschluss zu Koalitionsverhandlungen mit der FP. Ihr
Oppositionsbeschluss aber wurde nie aufgehoben. Es wird künftig wohl
so sein, dass sich die Volkspartei für jede Situation ein Mandat
ihres Präsidiums zurecht zimmert. Was wohl eher an eine
Faschingssitzung erinnert. Denn das Kanzleramt hat kein Mascherl. So
wird der bisherige Kronprinz Wolfgang Schüssel zum Faschingsprinz,
wenn er ernsthaft glaubt, er könnte mit der FP im Verbund etwas
werden. Denn da heißt es nur: in eine Koalition mit der FP ohne Wenn
und Aber. Nur dass diese legendäre Busek-Aussage diesmal nicht von
der VP kommen wird, sondern von Jörg Haider.

Rückfragehinweis : Neue Zeit,
Tel.: 0316/2808-306

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