"Neue Zeit" Kommentar: "Faschingszeit" von Peter Kolb

Ausgabe vom 26.1.2000

Graz (OTS) - Derzeit steht, wie es sich für die Faschingszeit gehört, die Welt in Österreich Kopf - die politische zumindest. Oder wie sonst lässt es sich erklären, dass sich in der laut Eigendefinition "Wirtschaftspartei" VP kein Muckser bezüglich Budget tut?! Zu warnen bleibt dem Grünen Bundessprecher und Wirtschaftsprofessor Alexander Van der Bellen vorbehalten:
Ausgerechnet ein Grüner also warnt die Staatstragenden und Wirtschaftskompetenten in den drei anderen Parlamentsparteien vor dem Auseinanderklaffen von deutschem und österreichischem Zinssatz, der Österreich beim Weiterwursteln noch Milliarden kosten könnte. Ein Grüner Parteichef musste es sein, der einen Antrag im Parlament zur Vorsorge vor einem Budgetnotstand einbringt. Und zur Beruhigung der Finanzmärkte, wie Van der Bellen sagt.

Das ficht vor allem die VP nicht an. Die fasste am Montag im Präsidium den Entschluss zu Koalitionsverhandlungen mit der FP. Ihr Oppositionsbeschluss aber wurde nie aufgehoben. Es wird künftig wohl so sein, dass sich die Volkspartei für jede Situation ein Mandat ihres Präsidiums zurecht zimmert. Was wohl eher an eine Faschingssitzung erinnert. Denn das Kanzleramt hat kein Mascherl. So wird der bisherige Kronprinz Wolfgang Schüssel zum Faschingsprinz, wenn er ernsthaft glaubt, er könnte mit der FP im Verbund etwas werden. Denn da heißt es nur: in eine Koalition mit der FP ohne Wenn und Aber. Nur dass diese legendäre Busek-Aussage diesmal nicht von der VP kommen wird, sondern von Jörg Haider.

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