- 25.01.2000, 12:54:36
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- OTS0142
Klebstoffindustrie wuchs 1999 nur mäßig
Verteuerung der Rohstoffe erzeugt Druck auf Klebstoff-Preise
Wien (PWK) - Relativ bescheidene Zuwächse verzeichnete die
österreichische Klebstoffindustrie im abgelaufenen Jahr.
"Entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis nahm die Schwäche der
Bauindustrie und Raumausstattung, inklusive des Do it
yourself-Bereiches", berichtete Peter Ruiner, Präsident der
Vereinigung der Österreichischen Klebstoffindustrie und Obmann der
Berufsgruppe Klebstoffindustrie im Fachverband der chemischen
Industrie, im Rahmen eines Pressegespräches. Aufgrund heftigen
Wettbewerbsdruckes wird ein wertmäßiges Wachstum von maximal 2 bis 3
Prozent prognostiziert. Im internationalen Vergleich seien diese
Zahlen dennoch zufriedenstellend.
Insgesamt verkaufte Österreichs Klebstoffindustrie im vergangenen
Jahr ca. 19.000 Tonnen ihrer Produkte im Gesamtwert von etwa 820
Millionen Schilling, vorzugsweise höherwertige Erzeugnisse, die
zugleich ein stärkeres Wachstumspotenzial aufweisen. Damit werden
rund zwei Prozent des gesamteuropäischen Volumens abgedeckt.
Absatzsteigerungen gab es zuletzt vorwiegend in Spezialsegmenten. Die
größeren Sparten wie Industrieklebstoffe, Bauklebstoffe, Do it
yourself-Bereich sowie Fugen- und Dichtungsmassen blieben hingegen
hinter den Erwartungen. Ein Export von Klebstoffen aus Österreich
findet in geringem Umfang primär Richtung Osteuropa statt.
Als unmittelbare Konsequenz der steigenden Rohölpreise verteuerten
sich die Rohstoffe seit Herbst des Vorjahres um bis zu 30 Prozent und
beeinflussten das Ergebnis. Erhebliche Preiserhöhungen bei
Klebstoffen - die es angesichts der hohen Wettbewerbsintensität
zuletzt kaum gab - werden in nächster Zeit daher unausweichlich sein.
Den massiven Konzentrationsvorgängen am Weltmarkt steht die heimische
Klebstoffindustrie indes grundsätzlich positiv gegenüber. "Die
Globalisierung ist in unserer Branche längst Realität, von einer
Globalisierungs-Falle kann jedoch keine Rede sein", betonte Ruiner.
Vielmehr würden dadurch erst jene Investitionen und Innovationen
möglich, die mit der High Tech-Entwicklung auf Kundenseite im
Einklang stehen.
Zusammenschlüsse und Akquisitionen gab es in den vergangenen Jahren
auf internationaler Ebene ebenso wie im regionalen und lokalen
Bereich. Den Weltmarkt beherrscht mittlerweile eine geringe Zahl
"Global Player", beispielsweise Henkel (mit Loctite) oder ICI (nach
National, Williams, Cymsec-Akquisitionen) sowie Fuller.
Fusionen und Kooperationen werden dabei aus Sicht des Shareholder
Value generell positiv beurteilt. Nur durch entsprechende
Synergieeffekte sei die Rentabilität auf lange Sicht gewährleistet,
bemerkt Branchensprecher Ruiner. Zudem sei es ein Gebot der Stunde,
auch mit der Kundenseite gleichsam mitzuwachsen. Auch dort - bei
Zigaretten oder Windeln ebenso wie bei Getränken oder im Do it
yourself-Bereich - habe die Globalisierung längst Einzug gehalten und
fordere entsprechend starke Partner bzw. starke Marken.
Österreichs Klebstoffhersteller sind damit jedoch längst nicht aus
dem Rennen. Einerseits werden gut eingeführte, erfolgreiche Marken
auch von den Konzernen durchwegs eigenständig weitergepflegt.
Andererseits bieten sich spezifische Chancen der Profilierung in
Zusammenarbeit mit national starken Industriezweigen, hierzulande
beispielsweise die Autozuliefer- oder Möbelindustrie. Kleineren
regionalen Anbietern ermöglicht vor allem der Gewerbebereich mit
seiner traditionellen Markentreue nach wie vor auch längerfristig
gute Marktperspektiven.
Für die kommenden Jahre rechnet die Klebstoffindustrie mit einem
weiteren deutlichen Anstieg ihrer technischen Beratungsleistung und
damit noch engerer Zusammenarbeit mit dem Anwender. Dieser, so hofft
man in der Branche, werde parallel dazu auch die
Weiterbildungsangebote im Klebstoffbereich entsprechend nützen. Die
gemeinsame Zukunft liege dann, speziell am Industriesektor, in der
akkordierten Entwicklung spezifischer technologischer
Problemlösungen. (MH)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
FV chemische Industrie
Dr. Christian Gründling
Tel.: (01) 50105-3365
e-mail: [email protected]
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