Urologen warnen vor Viagra / Deutsche Studie weist Wirkung am Herzmuskel nach / Injektionstherapie ohne Risiko

Hamburg (ots) - "Für Viagra muß dringend ein neues Risikoprofil erstellt werden, 23 Tote sind 23 Tote zuviel." Prof. Gerd Ludwig, medizinischer Direktor der Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst und Vorsitzender der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), forderte auf dem Urologischen Forum in Zürs eine genaue Abklärung der Todesfälle, die im Zusammenhang mit der blauen Potenzpille in Deutschland bekannt geworden sind.

Eine Gruppe von 25 Ärzten hat in Berlin inzwischen Strafanzeige gegen den Viagra-Hersteller Pfizer eingereicht. Weltweit sind über 500 Todesfälle im Zusammenhang mit Viagra dokumentiert. Experten wie der Pharmakologe Prof. Peter Schönhöfer aus Bremen gehen von einer 25- bis 100mal höheren Dunkelziffer aus.

Ludwig erklärte in Zürs, daß es kein Medikament gebe, in dessen Zusammenhang soviele Todesfälle aufgetreten sind und das noch immer auf dem Markt ist. Viagra sei zwar die erste Tablette, mit der die sogenannte erektile Dysfunktion wirksam behandelt werden kann, wichtig sei jedoch, Risikogruppen schärfer zu definieren. Ein Mißbrauch, etwa durch Internet-Bestellungen, müsse ausgeschlossen werden.

Der Leiter der Klinik für Urologie der Medizinischen Hannover Hannover, Prof. Udo Jonas, unterstützt Ludwigs Forderungen: "Alle Todesfälle müssen genau untersucht werden." Jonas bedauerte, daß es in Deutschland kein zentrales Register gibt, das Todesfälle in Zusammenhang mit Medikamenten dokumentiert.

Seine Arbeitsgruppe in Hannover hat erstmals festgestellt, daß das Medikament eine funktionelle Wirkung am Vorhof des Herzens hat. Daher müßten Ärzte eine sorgfältigere Selektion von Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen betreiben: "Risikopatienten müssen kardiologisch untersucht werden," so Jonas, "doch es gibt sicherlich Ärzte, die zu leichtfertig verschreiben."

Den Patienten rät Jonas, sich das Medikament nur vom Arzt verordnen zu lassen und Herzprobleme keinesfalls zu verschweigen. Im Zweifel sollten Männer mit Erektionsstörungen, von denen es hierzulande drei bis fünf Millionen gibt, auf andere Behandlungsmethoden ausweichen. Die erektile Dysfunktion wird seit sechs Jahren sehr zuverlässig und weitgehend nebenwirkungsfrei mit Penis-Injektionen (Caverject) behandelt. Bis heute sind bei 16 Millionen Patienten keine darauf zurückzuführenden Todesfälle bekannt geworden.

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