- 18.01.2000, 11:45:43
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Lieber passiv vorm Fernseher / Das Internet kann Tageszeitung, Radio und Fernsehen nicht verdrängen
Hamburg/Konstanz (ots) -
Eine Zunahme der Online-Nutzung wird vor allem zu Lasten
traditionellen Shoppings und aktiver Freizeitgestaltung gehen
Fernseher und Computer werden sich immer ähnlicher. Trotzdem
werden sich die meisten Bundesbürger auch im Jahr 2005 auf der
Mattscheibe lieber die »Tagesschau« ansehen, als per Fernbedienung
auf Einkaufstour zu gehen oder im Internet zu surfen.
Zu diesem Ergebnis kommen die Trendforscher Professor Klaus
Schrape und Josef Trappel, beide Mitarbeiter des Basler Prognos
Instituts. In der Januar-Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift
»Message« stellen sie ihre Prognosen über die Entwicklung der
deutschsprachigen Medienlandschaft vor und vergleichen sie mit
Vorhersagen für den US-Markt.
Ihrem Befund zufolge werden Zeitungen auch in nächster Zeit zur
aktuellen Information am Morgen, das Radio als Nebenbei-Medium und
Fernsehen für Unterhaltungszwecke genutzt. »Ein bedeutender Teil des
digitalen Fernsehens wird darin bestehen, passiv Unterhaltung und
Informationen zu konsumieren«, so die Forscher.
Marktprognosen sind immer auch Warnsysteme, dienen der Minimierung
finanzieller wie handwerklicher Risiken. Um die Konsequenzen aus
solchen Prognosen, um die Frage nach der Qualitätssicherung des
Journalismus ging es letztlich auch im Streik bei der SÄCHSISCHEN
ZEITUNG in Dresden: Führt die Ausgliederung der Lokalredaktionen zur
Minderung der Qualität? - MESSAGE berichtet außerdem über Experimente
mit neuen Redaktionsstrukturen in Deutschland, in England und in den
USA. Dort gehören Datenbank-Recherchen und digitale Bild- und
Sprachverarbeitung schon zum Alltag. Beispiel: Das US-Regionalblatt
NEWS & OBSERVER.
Die versteckte Kamera und ihr Einsatz im Dienst des investigativen
Journalismus: Bei der Menschenwürde hört der Spaß auf! Erfahrungen,
Notwendigkeiten und juristische Grenzen bei der Verwendung von
Minikameras für Fernsehreportagen in Deutschland und den USA bilden
den dritten Themenschwerpunkt in MESSAGE.
In MESSAGE Januar 2000 außerdem (Auswahl):
Presserat: Im Zweifel für die Anonymität
Zeitungen neigen vermehrt dazu, Namen und Fotos von Opfern oder
Tatverdächtigen zu veröffentlichen. Mehrere Fälle zeigen, dass an
deren Nennung meist kein öffentliches Interesse besteht.
Andreas Lebert: »Langeweile ist ein Verbrechen«
Er war Chef vom »Leben« der Zeit. Sandra Maischberger porträtiert den
Blattmacher im Interview.
Reportage: Ein langer Tag im Todestrakt
Wer in Amerika zum Tode verurteilt wird, muss lange auf die
Hinrichtung warten - oft jahrzehntelang. Die Schweizer Reporterin und
Weltwoche-Autorin Margit Sprecher schildert die demütigenden
Bedingungen in einem texanischen Knast. Ihre Reportage zählt nach
Meinung von MESSAGE zu den herausragenden Texten des Jahres 1999.
ots Originaltext: UVK Medien Verlagsgesellschaft mbH
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