Wenn Fische an künstlichen Hindernissen scheitern:

Aufstiegshilfen, Sohlrampen statt Querbauwerken

St.Pölten (NLK) - Wie kann man das Wandern der Fische und anderer Wasserlebewesen in künstlich unterbrochenen Gewässern wieder herstellen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Faltprospekt "Fließgewässerkontinuum", der dieser Tage vom NÖ Landschaftsfonds, Arbeitskreis Gewässer, herausgegeben wurde. Viele Fischarten nutzen nämlich im Laufe eines Jahres verschiedene Lebensräume und führen periodische Wechsel durch, um sich zu ernähren, zu ruhen oder zu laichen. Manche Fische wandern im Herbst in den Unterlauf der Flüsse, um dort in tieferen, ruhigen Abschnitten zu überwintern. Eine besondere Art des Wechselns stellen die Laichwanderungen dar, die von den meisten heimischen Fischarten durchgeführt werden. Diese Laichwanderungen, etwa von der Barbe oder der Nase, wurden aber in den letzten Jahrzehnten drastisch eingeschränkt, und Hausen, Waxdick und Glattdick sind in der Donau überhaupt ausgestorben.

Die Wiederbesiedlung von verödeten Gewässern nach natürlichen oder widernatürlichen Katastrophen muss möglich sein, und zwar nicht nur für Fische, sondern auch für Wasserinsekten und andere wirbellose Tiere. Kleinere oder größere Kraftwerke und Wehranlagen zur Wasserausleitung oder Sohlabstürze verhindern aber mit fatalen Folgen mehr oder minder die flussaufwärts gerichteten Fischwanderungen. Manche Arten sind bereits ausgestorben, die Fischbestände werden isoliert, und es findet kein genetischer Austausch mehr statt. Auch können angestammte Laichplätze nicht mehr erreicht werden.

Was kann man dagegen tun? Werden die Wasser-Benutzungsrechte etwa für Mühlen und Sägen nicht erneuert, so werden die Kanäle oft zugeschüttet, die Wehre hingegen nicht abgebaut. Diese Wehre und auch andere Absturzbauwerke müssten durch aufgelöste Sohlrampen ersetzt werden. Unpassierbare Absturzbauwerke oder Wehre, die nicht entfernt oder umgebaut werden können, sind zu umgehen. Dabei sind naturnahe Umgehungsgerinne ohne Schwellen zu bevorzugen, aber auch Tümpelpässe oder - wenn nicht anders möglich - technische Fischaufstiegshilfen sind möglich. Auch wären einmündende Seitengewässer niveaugleich zu verbinden, was beispielsweise durch eine Verlängerung des Zubringers erreicht werden kann. Verrohrungen sind zu entfernen.

Derzeit wird das umfangreichste Vorhaben zur Verbesserung der Verhältnisse in Niederösterreich im Rahmen eines EU-LIFE-Natur-Projektes an den Flüssen Pielach, Melk und Mank umgesetzt. Hauptziel ist dabei, die Bedingungen für den Lebensraum von Huchen und anderen wanderungsaktiven Fischarten zu verbessern. Die Flüsse sollen wieder mit der Donau verbunden werden, die freie Durchwanderung im Längsverlauf ist zu gewährleisten. Das Projekt startete 1999 und ist auf vier Jahre angelegt, schildert dazu Arbeitskreisleiter Dipl.Ing. Norbert Knopf.

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