- 14.01.2000, 09:59:20
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- OTS0078
Chemiegewerkschaft: Regierungsbeteiligung nicht um jeden Preis!=
Wien (FSG/GdCH). Gegen eine Regierungsbeteiligung der
Sozialdemokratischen Partei Österreichs um jeden Preis spricht sich
die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter innerhalb der
Chemiegewerkschaft aus. Anlass dafür ist die jüngste Entwicklung im
Zusammenhang mit der geplanten Herabsetzung des Frühpensionsalters.
Wenn auch klar ist, dass Regierungsverhandlungen eine äußerst heikle
Materie darstellen, so darf doch in deren Rahmen nicht auf
Wahlversprechen vergessen werden. In diesem Zusammenhang stellt
Fraktionsvorsitzende Renate Dittmar fest: "Es geht nicht an, dass
trotz angespannter Verhandlungssituation die SPÖ permanent vor der
ÖVP in die Knie geht. Unser Ziel als Arbeiterpartei kann es nicht
sein, alle Lösungen auf dem Rücken der arbeitenden Menschen austragen
zu lassen!"++++
In diesem Zusammenhang wird auch auf die geplante Budgetkonsultierung
hingewiesen, die überwiegend zu Lasten der ArbeitnehmerInnen in
diesem Land gehen könnte. Eine solche Vorgangsweise will und kann die
FSG im Rahmen der Chemiegewerkschaft nicht vertreten und wird sie
auch nicht mittragen!
Die FSG der Chemiegewerkschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass
die ArbeitnehmerInnen ihres Betreuungsbereiches immer mehr unter
zunehmenden Arbeitsdruck geraten, die Anzahl der Arbeitsplätze ist
weiterhin rückläufig, die gesundheitliche Beanspruchung der
betroffenen Arbeiterinnen und Arbeiter wird immer größer! "Und unter
diesen Aspekten sollen die Arbeiter - wie es scheint - in eine
Anhebung des gesetzlichen Frühpensionsalters und in zusätzliche zwei
Jahre Arbeitslosigkeit getrieben werden. Den Plan, bis zum Jahr 2003
dieses für Frauen auf 57 bzw. Männer auf 62 Jahre anzuheben, können
wir als verantwortungsbewusste Arbeitnehmervertreter mit
sozialdemokratischer Gesinnung keineswegs akzeptieren", kritisiert
Renate Dittmar jüngste Entwicklungen auch innerhalb der
Sozialdemokratischen Partei Österreichs.
FSG, 14. Jänner 2000 Nr. 2
Rückfragehinweis: Chemiegewerkschaft
FSG-Vorsitzende Renate Dittmar
Tel.: 01/597 15 01/20 Dw
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