• 12.01.2000, 11:08:08
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  • OTS0108

Pumberger: Reform der Rufbereitschaft dringend notwendig!

"Drei Tote in Freistadt, weil die Rufbereitschaft nicht funktionierte"

Wien, 2000-01-12 (fpd) - "Nach Meinung der
Freistadt-Expertenkommission konnten drei der elf untersuchten
Todesfälle damit in Zusammenhang gebracht werden, daß die
Rufbereitschaft nicht funktionierte", kritisierte heute der
freiheitliche Gesundheitssprecher Abg. Dr. Alois Pumberger. ****

"Mit der Rufbereitschaft und dem Ärztearbeitszeitgesetz wurden -
gegen die Stimmen der Freiheitlichen - die Fachärzte nach Hause
geschickt. Den Dienst versehen, etwa in den teuren Nachtstunden, die
Turnusärzte", erläuterte Pumberger.

Oberösterreich war das einzige Bundesland, wo sich alle ärztlichen
Leiter der 15 Landesspitäler ausdrücklich für die Einführung der
Rufbereitschaft ausgesprochen haben. Dies obwohl sie in ihrer
Funktion am besten wissen mußten, daß die Rufbereitschaft zu
Qualitätseinbußen führen wird. Er, Pumberger, vermutet daher, daß
eine derartige Einstimmigkeit nur durch politischen Druck erzielt
werden konnte. Dazu muß man wissen, daß die Posten der ärztlichen
Leiter politisch besetzt werden!

Den Patienten ist dieser Mißstand gar nicht bekannt! Sie gehen in der
Erwartung, daß sie von Spezialisten behandelt werden ins Krankenhaus
und werden dort von oft überforderten Turnusärzten erwartet!
Diese haben die Möglichkeit, den Versuch einer Diagnose zu erstellen
- eine Tätigkeit für die sie oft noch gar nicht richtig ausgebildet
sind! Die zweite Möglichkeit ist, jedes Mal den Facharzt ins Spital
zu rufen! Das ist insbesondere dann ein gesundheitspolitischer
Wahnsinn, wenn der betreffende Facharzt, wie in Freistadt, seinen
Dienst von Linz aus versieht - etwa 60 Kilometer vom Spital
entfernt!", empörte sich Pumberger.

Freistadt ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. In etwa 50
Prozent der österreichischen Spitäler wird der Mehrbedarf an
Fachärzten durch das Ärztearbeitszeitgesetz mit Hilfe der
Rufbereitschaft gelöst, erklärte Pumberger.

Die Schuld darf allerdings nicht ausschließlich bei den Bundesländern
und schon gar nicht bei den Spitälern gesucht werden. Die Kritik ist
vielmehr an die Adresse der Bundesregierung zu richten. Wir
Freiheitlichen fordern daher umgehend die Reform der Rufbereitschaft.
In jedem Spital muß auf allen Abteilungen rund um die Uhr ein
Facharzt anwesend sein, schloß Pumberger. (Schluß)

Rückfragehinweis: Freiheitliches Pressereferat

Tel.: (01) 40 110 / 5620

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