Pumberger: Reform der Rufbereitschaft dringend notwendig!

"Drei Tote in Freistadt, weil die Rufbereitschaft nicht funktionierte"

Wien, 2000-01-12 (fpd) - "Nach Meinung der Freistadt-Expertenkommission konnten drei der elf untersuchten Todesfälle damit in Zusammenhang gebracht werden, daß die Rufbereitschaft nicht funktionierte", kritisierte heute der freiheitliche Gesundheitssprecher Abg. Dr. Alois Pumberger. ****

"Mit der Rufbereitschaft und dem Ärztearbeitszeitgesetz wurden -gegen die Stimmen der Freiheitlichen - die Fachärzte nach Hause geschickt. Den Dienst versehen, etwa in den teuren Nachtstunden, die Turnusärzte", erläuterte Pumberger.

Oberösterreich war das einzige Bundesland, wo sich alle ärztlichen Leiter der 15 Landesspitäler ausdrücklich für die Einführung der Rufbereitschaft ausgesprochen haben. Dies obwohl sie in ihrer Funktion am besten wissen mußten, daß die Rufbereitschaft zu Qualitätseinbußen führen wird. Er, Pumberger, vermutet daher, daß eine derartige Einstimmigkeit nur durch politischen Druck erzielt werden konnte. Dazu muß man wissen, daß die Posten der ärztlichen Leiter politisch besetzt werden!

Den Patienten ist dieser Mißstand gar nicht bekannt! Sie gehen in der Erwartung, daß sie von Spezialisten behandelt werden ins Krankenhaus und werden dort von oft überforderten Turnusärzten erwartet!
Diese haben die Möglichkeit, den Versuch einer Diagnose zu erstellen - eine Tätigkeit für die sie oft noch gar nicht richtig ausgebildet sind! Die zweite Möglichkeit ist, jedes Mal den Facharzt ins Spital zu rufen! Das ist insbesondere dann ein gesundheitspolitischer Wahnsinn, wenn der betreffende Facharzt, wie in Freistadt, seinen Dienst von Linz aus versieht - etwa 60 Kilometer vom Spital entfernt!", empörte sich Pumberger.

Freistadt ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. In etwa 50 Prozent der österreichischen Spitäler wird der Mehrbedarf an Fachärzten durch das Ärztearbeitszeitgesetz mit Hilfe der Rufbereitschaft gelöst, erklärte Pumberger.

Die Schuld darf allerdings nicht ausschließlich bei den Bundesländern und schon gar nicht bei den Spitälern gesucht werden. Die Kritik ist vielmehr an die Adresse der Bundesregierung zu richten. Wir Freiheitlichen fordern daher umgehend die Reform der Rufbereitschaft. In jedem Spital muß auf allen Abteilungen rund um die Uhr ein Facharzt anwesend sein, schloß Pumberger. (Schluß)

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