"Presse"-Kommentar: Der Noch-Vorsitzende (von Andreas Schwarz)

Ausgabe vom 12. 1. 2000

Wien (OTS) - Er sei mit gutem Beispiel, so hat Wolfgang Schäuble sein Geständnis einer Spendenannahme sinngemäß umschrieben, vorangegangen; wenn es alle so hielten (gemeint war Helmut Kohl), dann habe die Partei bald die volle Aufklärung. In Wahrheit wird die Partei früher oder später einen neuen Vorsitzenden haben. Denn Wolfgang Schäuble hat sich mit seinem späten Outing wohl sein eigenes Grab als CDU-Chef geschaufelt.

Denn unbeschadet der Frage, ob rechtens oder unrechtens war, was der Kohl-Ziehsohn getan hat: Auf dem Noch-Parteivorsitzenden pickt mehr denn je das Stigma, Teil genau jener Ära Kohl gewesen zu sein, die er (als Kohl-Freund eher widerwillig) für beendet erklärt hat. Zum Wohle der Partei, wie es heißt _ aber in der denken immer mehr darüber nach, ob Schäuble der Richtige ist, um in knapp drei Jahren gegen den Medien-Profi Schröder zu reüssieren. Der gestrige Tag dürfte dazu beigetragen haben, daß er es nicht ist.

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