• 11.01.2000, 18:00:21
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  • OTS0207

"Presse"-Kommentar: Der Noch-Vorsitzende (von Andreas Schwarz)

Ausgabe vom 12. 1. 2000

Wien (OTS) - Er sei mit gutem Beispiel, so hat Wolfgang Schäuble
sein Geständnis einer Spendenannahme sinngemäß umschrieben,
vorangegangen; wenn es alle so hielten (gemeint war Helmut Kohl),
dann habe die Partei bald die volle Aufklärung. In Wahrheit wird die
Partei früher oder später einen neuen Vorsitzenden haben. Denn
Wolfgang Schäuble hat sich mit seinem späten Outing wohl sein eigenes
Grab als CDU-Chef geschaufelt.

Denn unbeschadet der Frage, ob rechtens oder unrechtens war, was
der Kohl-Ziehsohn getan hat: Auf dem Noch-Parteivorsitzenden pickt
mehr denn je das Stigma, Teil genau jener Ära Kohl gewesen zu sein,
die er (als Kohl-Freund eher widerwillig) für beendet erklärt hat.
Zum Wohle der Partei, wie es heißt _ aber in der denken immer mehr
darüber nach, ob Schäuble der Richtige ist, um in knapp drei Jahren
gegen den Medien-Profi Schröder zu reüssieren. Der gestrige Tag
dürfte dazu beigetragen haben, daß er es nicht ist.

Rückfragehinweis: Die Presse
Chef vom Dienst
Tel.: 01/514 14/445

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