"Neues Volksblatt" Kommentar: "Begleitmusik" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 10. 1. 2000

Wien (OTS) - Wenn zwei Parteien mehr als drei Monate über die Bildung einer gemeinsamen Regierung verhandeln, dürfen sie sich über eine mediale Begleitmusik nicht wundern.

Interessant ist aber, wie eintönig diese Begleitmusik ausfällt. Fast alle österreichischen und internationalen Medien spielen nur ein Lied: das Lied von der Neuauflage der rot-schwarzen Koalition; egal um welchen Preis - vor allem für die ÖVP.

Interessant ist aber auch, wie schnell FPÖ-Obmann Jörg Haider für die größte heimische Tageszeitung vom Liebkind zu einem Politiker geworden ist, der in einer Bundesregierung nichts verloren hat. Jörg Haider muss diesen medialen Liebesentzug erst verkraften, ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel ist daran gewöhnt. Nach der Wahl, als es darum ging, die ÖVP in die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ zu holen, durften sich die Partei und ihr Obmann einige Wochen lang über huldvolle Kritiken freuen. Doch seit klar ist, dass erstens der Ausgang der Verhandlungen mit der SPÖ nicht von vornherein klar war und zweitens die FPÖ für die ÖVP eine echte Alternative ist, seither ist es mit der Gunst der Medien wieder vorbei. Interessant wäre jetzt noch eines: Wie lange es wohl dauert, bis die FPÖ medial hoffähig wird, sollte sie zu Regierungsehren kommen? Einen Tag, oder doch zwei?

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