• 10.01.2000, 08:29:24
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Begleitmusik" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 10. 1. 2000

Wien (OTS) - Wenn zwei Parteien mehr als drei Monate über die
Bildung einer gemeinsamen Regierung verhandeln, dürfen sie sich über
eine mediale Begleitmusik nicht wundern.

Interessant ist aber, wie eintönig diese Begleitmusik ausfällt.
Fast alle österreichischen und internationalen Medien spielen nur ein
Lied: das Lied von der Neuauflage der rot-schwarzen Koalition; egal
um welchen Preis - vor allem für die ÖVP.

Interessant ist aber auch, wie schnell FPÖ-Obmann Jörg Haider für
die größte heimische Tageszeitung vom Liebkind zu einem Politiker
geworden ist, der in einer Bundesregierung nichts verloren hat. Jörg
Haider muss diesen medialen Liebesentzug erst verkraften, ÖVP-Obmann
Wolfgang Schüssel ist daran gewöhnt. Nach der Wahl, als es darum
ging, die ÖVP in die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ zu holen,
durften sich die Partei und ihr Obmann einige Wochen lang über
huldvolle Kritiken freuen. Doch seit klar ist, dass erstens der
Ausgang der Verhandlungen mit der SPÖ nicht von vornherein klar war
und zweitens die FPÖ für die ÖVP eine echte Alternative ist, seither
ist es mit der Gunst der Medien wieder vorbei. Interessant wäre jetzt
noch eines: Wie lange es wohl dauert, bis die FPÖ medial hoffähig
wird, sollte sie zu Regierungsehren kommen? Einen Tag, oder doch
zwei?

Rückfragehinweis: Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

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