- 29.12.1999, 12:42:51
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Pjeta: Kein gefährlicher Umweg - gehen Sie direkt zum Arzt!
ÖÄK zu angekündigter Blutzuckermessung in Apotheken
Wien (OTS) - Zur Ankündigung der Apothekerkammer, ab Jahresbeginn
Blutzuckermessungen in Apotheken anzubieten und verstärkt in der
Gesundheitsvorsorge tätig zu sein, warnte der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, davor, bei
gesundheitlichen Problemen den Umweg über die Apotheke einzuschlagen.
"Für Blutzuckermessung und die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen
fehlt den Apothekern die nötige Fachkompetenz," und für die
erforderliche Beratung und Behandlung seien sie nicht ausgebildet, so
der ÖÄK-Präsident. "Es hat keinen Sinn, den Blutzuckerwert messen zu
lassen, wenn nicht gleichzeitig eine profunde Beratung in diesem für
Patienten mit erhöhten Blutzuckerwerten so gefährlichen Bereich
stattfindet", betonte Pjeta.
"Wenn jemand Beschwerden hat oder aus anderen Gründen um seine
Gesundheit besorgt ist, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen",
sagte Pjeta. Und: "Nur der Arzt kann lebenswichtige Sofortmaßnahmen
ergreifen."
Die Apotheker hatten nicht nur Blutzuckertests angekündigt, damit
Kranke schneller zum Arzt gehen, sondern auch angeboten, der
Bevölkerung stärker als Partner bei der Gesundheitsvorsorge zur
Verfügung zu stehen und beim Vermeiden und Erkennen möglicher
Krankheiten Hilfestellung zu geben. Dabei zitierten sie eine Studie,
wonach die Menschen das persönliche Gespräch schätzen.
Dazu Pjeta: "Es ist viel vernünftiger, wenn die Österreicherinnen
und Österreicher rechtzeitig den Arzt zur Vorsorgeuntersuchung
aufsuchen, bei der es eine umfassende Beratung gibt." Eine
gesundheitsbezogene Beratung in der Apotheke ist auch aus anderen
Gründen nicht durchführbar: "Es ist unvorstellbar, daß eine
Vertraulichkeit wie beim Arzt gewährleistet ist, wenn das Gespräch im
Beisein anderer Kunden in der Apotheke stattfindet", so der
ÖÄK-Präsident.
Offenbar befänden sich die Apotheken derzeit in einer Sinnkrise
ihres Berufsbildes. "Die Apotheker sollen das tun, wozu sie wirklich
ausgebildet worden sind: als hochqualifizierte Experten für das
Arzneimittel. Auf diesem Gebiet sind sie sicherlich kompetente
Partner im Gesundheitssystem und für die Ärzteschaft", erklärte Pjeta
abschließend.
Rückfragehinweis: Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer,
Tel.: 01/5124486
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