- 22.12.1999, 17:17:37
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- OTS0171
JOSEPH BEUYS - Editionen Sammlung Schlegel
Pressepreview: Dienstag, 25. Jänner 2000, 10.30 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer: 26. Jänner bis 30. April 2000
Öffnungszeiten: Di (MAK NITE) 10.00 - 24.00 Uhr,
Mi - So 10.00 - 18.00 Uhr
Mo geschlossen =
Wien (OTS) - Das MAK widmet von 26. Jänner bis 30. April 2000
Joseph Beuys, einer der zentralen Künstlerpersönlichkeiten des 20.
Jahrhunderts, eine Ausstellung seiner Editionen und Multiples. Diese
Ausstellung ist seit 20 Jahren die erste umfassende Präsentation von
Werken Joseph Beuys' in Wien. Die über 500 Exponate stammen aus der
Berliner Privatsammlung von Reinhard Schlegel, die neben jener des
Kunstmuseums Bonn den einzigen so gut wie vollständigen Komplex
multipler Kunst von Joseph Beuys in Europa umfaßt. Parallel zur
Ausstellung zeigt das MAK erstmalig in Österreich von 4. März bis 30.
April in umfassender Weise Filme von und über Joseph Beuys, die wie
die Editionen einen integralen Bestandteil seines Oeuvres bilden.
Neben einem repräsentativen Querschnitt der Aktionen von Joseph Beuys
(Eurasienstab, Transsibirische Bahn) sowie der aufsehenerregenden
Aktion "I like America and America likes me" werden u. a. auch Filme
gezeigt, die während seines Wien-Aufenthaltes entstanden sind. Beuys
stellte 1979 in der Galerie nächst St. Stephan in Wien aus. Im selben
Jahr lehnte er den Ruf an die Hochschule für angewandte Kunst ab,
folgte jedoch 1983 der Einladung zu Gastvorträgen und
Diskussionsrunden. Damals besuchte er auch Otto Mühl am Friedrichshof
und veröffentlichte in Folge beim Ritter Verlag ein Gespräch mit
Mühl. Das MAK Filmprogramm wird durch Filmportraits über Joseph Beuys
ergänzt. Sowohl die Filme wie auch die Editionen dokumentieren Joseph
Beuys¹ politisches Engagement im Dienste einer neuen
Gesellschaftsutopie, das ihn neben seinem unumstrittenen
künstlerischen Einfluß auch heute noch, 14 Jahre nach seinem Tod,
aktuell sein läßt.
Joseph Beuys war einer der radikalsten Künstler des 20.
Jahrhunderts. Sein Ziel war es den künstlerischen Prozeß in alle
Lebensbereiche auszuweiten und somit Kunst und Leben zu einer Einheit
zusammenzufügen. Um dies zu erreichen, entwickelte Joseph Beuys zwei
revolutionäre Forderungen: erstens den neuen Begriff der Skulptur,
die im erweiterten Sinn als soziale Aktivität verstanden werden soll
("Soziale Plastik") und zweitens, daß alle Menschen ein kreatives
Potential in sich tragen, das, wenn die Möglichkeit zur
Verwirklichung besteht, die Spiritualität des eigenen Wesens und
somit auch die Spiritualität der Natur an sich hervorbringen kann
("Jeder Mensch ein Künstler"). Um seinen Forderungen Nachdruck zu
verleihen, entwickelte Joseph Beuys eine Kunst, die den
Transformationsprozeß, der die Grundlage der Natur bildet,
symbolisiert und idealerweise in die Gesellschaft überträgt. Als
Konsequenz seines "erweiterten Kunstbegriffs" war Joseph Beuys aktiv
politisch tätig. Er war 1979 einer der Gründungsmitglieder der
deutschen Grünen, für die er auch im gleichen Jahr für die Wahlen zum
Europäischen Parlament kandidierte. 1971 rief er die Organisation für
direkte Demokratie und die "Freie Hochschule" ins Leben, 1974
gründete er gemeinsam mit Heinrich Böll die "Freie Internationale
Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung", die
Zweigstellen in Schottland und Irland unterhielt. Die Editionen und
Multiples dienten Joseph Beuys als "Vehikel", um seine Ideen weit
über die Grenzen des Museums oder der Galerien hinaus zu verbreiten
und auf diese Weise mit einer breiten Öffentlichkeit zu
kommunizieren. So produzierte er z. B. Postkarten, die billig von
jedermann gekauft werden konnten. Dieser Faktor der Verbreitung ist
ein zentraler Punkt bei Joseph Beuys: "Ich bin interessiert an der
Verbreitung von physischen Vehiklen in Form von Editionen, weil ich
an der Verbreitung von Ideen interessiert bin. Die Objekte sind nur
verständlich im Zusammenhang mit meinen Ideen. Was in meiner
politischen Arbeit geschieht, hat dadurch, daß ein solches Produkt
vorliegt, bei den Menschen eine andere Wirkung, als wenn es mittels
geschriebener Worte ankäme. Auch wenn die Produkte überhaupt nicht
geeignet erscheinen, politische Veränderungen zu bewirken, geht
davon, meine ich, mehr aus, als wenn die Ideen direkt ablesbar
wären." Die Editionen und Multiples - Alltagsobjekte, Druckgraphik,
Postkarten, Plakate, Fotografien, Dokumente, Filme und Bücher -
entstanden ab 1965. In ihnen paraphrasierte Joseph Beuys die Inhalte
und Formen größerer Arbeiten, der Aktionen und Performances und der
politischen Aktivitäten. Werden allgemein unter Multiples, einer
Erscheinungsform der Kunst der sechziger Jahre, Objekte in Auflage
und nicht Druckgraphiken verstanden, so hat Joseph Beuys den Begriff
generalisiert und benutzt ihn gleichbedeutend mit Kunst in Auflage
oder Editionen oder vervielfältigte Kunst. Er hat den Begriff radikal
erweitert und ihm einen eigenen Inhalt gegeben: Das Multiple als
Ideenträger. Es nimmt daher eine Schlüsselstellung im Werk von Joseph
Beuys ein, das das ganze Spektrum seiner Ideen und Aktivitäten
reflektieren. Diese aufzuzeigen wird auch in der Ausstellung
angestrebt. Die Arbeiten sind nicht in chronologischer Reihenfolge
ausgestellt, was wohl auch nicht Joseph Beuys Intentionen entsprechen
würde. Vielmehr soll der Vielfalt der Ideen und Aktivitäten Ausdruck
verliehen und den Arbeiten ermöglicht werden, für sich selbst zu
sprechen. Die Ausstellung wurde in der Nationalgalerie im Hamburger
Bahnhof Museum für Gegenwart in Berlin und in der Scottish National
Gallery in Edinburgh gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein von
Heiner Bastian herausgegebener Katalog, der ein in Zusammenarbeit mit
Eva Beuys (Estate Joseph Beuys) enstandenes aktualisiertes
Verzeichnis der Editionen enthält.
Ausstellungsdaten
JOSEPH BEUYS Editionen
Pressepreview Dienstag, 25. Jänner 2000, 10.30 Uhr
Eröffnung Dienstag, 25. Jänner 2000, 20.00 Uhr
Ausstellungsort MAK-Ausstellungshalle
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer 26. Jänner bis 30. April 2000
Öffnungszeiten Di (MAK NITE) 10.00 - 24.00 Uhr,
Mi - So 10.00 - 18.00 Uhr, Mo geschlossen
JOSEPH BEUYS 4. März bis 30. April 2000
FILMPROGRAMM Samstags und Sonntags 15.00 - 18.00 Uhr
Dienstags 18.00 - 24.00 Uhr
Ausstellung Peter Noever
MAK-Kurator Bettina M. Busse
Assistenz Cornelia Greber
Projektleitung Margarete Heck
Technische Leitung Harald Trapp, Philipp Krummel
Katalog Joseph Beuys. Editionen. Sammlung Schlegel
Hrsg. von Heiner Bastian.
Mit einem Vorwort von Eugen Blume, Keith Hartley und Peter
Noever. Mit Beiträgen von Heiner Bastian, Eugen Blume, Peter Handke,
Aeneas Bastian, Joseph Beuys, Peter Brügge und einem ausführlichen
Katalog.
191 Seiten, ca. 140 Abbildungen,
Deutsche Ausgabe, ATS 350.-
Englische Ausgabe: Joseph Beuys. Editions. Collection Reinhard M.
Schlegel, ATS 350.-
Führungen Sonntags, 15.00 Uhr
Treffpunkt: Foyer Weiskirchnerstraße
Schulklassen, Gruppen und Sondertermine gegen
Anmeldung: Gabriele Fabiankowitsch, Tel. 01-711 36-298
Feiertage 24. 4. Ostermontag 10.00 - 18.00 Uhr
MAK-Eintritt öS 90,00/öS 45,00 ermäßigt für Schüler, Studenten,
Senioren ab 60, Soldaten, Zivildiener, Gruppen ab 10 Personen,
ICOM/Freier Eintritt für Kinder bis Schulpflicht, Mitglieder der MAK
ART SOCIETY, der Gesellschaft der Freunde der Secession, Studenten
der Universität für angewandte Kunst, Arbeitslose, Schulklassen.
MAK-Vorschau KUNST UND INDUSTRIE - Der erweiterte Blick.
Eröffnung: 30. 5. 2000, 20.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 31. 5. - 3. 9. 2000
Presse Dorothea Apovnik
Tel. +43-1-711 36-233
Fax +43-1-711 36-227
e-mail: presse@mak.at Wien
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