- 22.12.1999, 09:45:20
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- OTS0064
Grenzwartezeiten: Transporteure fordern Edlinger zum Handeln auf
Moser: "Was sich derzeit an den Außengrenzen abspielt, ist ein handfester Skandal"
PWK - "Was sich derzeit an den Außengrenzen abspielt, ist ein
handfester Skandal", ärgert sich der Vorsteher des Fachverbandes
Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich, Adolf Moser.
Finanzminister Edlinger habe dem verstärkten Wirtschaftsverkehr in
der Vorweihnachtszeit in keiner Weise Rechnung getragen. Eine
kurzfristige Aufstockung des Personals für Spitzenzeiten sei dringend
notwendig. ****
Die Lkw-Fahrer haben Wartezeiten von 10 und mehr Stunden, in
Spitzenzeiten bis zu 20 Stunden. Der wirtschaftliche und
volkswirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, sei in keinem
Verhältnis zu den Personalmehrkosten, die der Finanzminister
bereitstellen müsste.
"Wir schätzen den entstandenen betriebswirtschaftlichen Schaden
durch die Staus in der Vorweihnachtszeit auf 50 bis 100 Millionen
Schilling (3,6 bis 7,2 Millionen Euro)", sagte Moser. Der Schaden
entstehe nicht nur durch verzögert durchgeführte Transporte, die
Unternehmer sind in dieser Zeit auch nicht in der Lage, Folgeaufträge
anzunehmen. Der volkswirtschaftliche Schaden könne noch nicht seriös
abgeschätzt werden. Die Argumentation, dass nach einem EU-Beitritt
unserer Nachbarn diese Grenzstationen nicht mehr gebraucht würden,
gehe völlig ins Leere.
Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass das Zollpersonal bis zu einem
möglichen EU-Beitritt im Jahr 2005 oder im Jahr 2007 schrittweise
immer weniger wird. Auch Finanzminister Edlinger müsse klar sein,
dass der volle Zollbetrieb bis zum endgültigen Beitritt voll aufrecht
erhalten werden muss, so Moser. Aus Mitgliederkreisen sei bekannt,
dass die an den Außengrenzen tätigen Zollbeamten am Rande ihrer
Leistungsfähigkeit sind. Personalknappheit lasse sich weder durch
vermehrte Überstunden - die budgetär unerwünscht sind - noch durch
schnellere Computer und ähnliches ersetzten.
Durch die verzögerte Grenzabfertigung würden die Lkw-Fahrer
laufend zu Gesetzesübertretern, denn diese langen Wartezeiten seien
weder mit den EU-Sozialvorschriften, dem AETR, noch mit den
österreichischen Arbeitszeitvorschriften zu bewältigen. Ein Aus- und
Wiedereinreihen bei Überschreitung der Arbeitszeit sei nicht möglich,
da es die dafür notwendigen Verkehrsflächen nicht gibt; außerdem
müsse die Kolonne aus verkehrstechnischen Gründen ständig im Fluss
bleiben.
"Selbst wenn der Finanzminister für Lkw-Verkehr wenig übrig hat,
sollte er daran denken, dass in jedem Lkw ein Mensch sitzt. Bei 20
Stunden Wartezeit kommen die körperlichen Bedürfnisse, wie
menschenwürdiges Essen, Duschen, Schlafen, etc. eindeutig zu kurz. Am
Ende des 20. Jahrhunderts ist eine solche menschenverachtende
Vorgangsweise ein Skandal", schloss Moser.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: FV Güterbeförderung
Mag. Rudolf-Christian Bauer
Tel: 5856840
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