• 17.12.1999, 19:04:23
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  • OTS0254

Deutsche Flugaffäre: Vorwürfe auch gegen Altbundeskanzler Vranitzky

Familie soll im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalt von Christine Vranitzky in Hannover Flüge in Anspruch genommen haben, die von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) bezahlt wurden.

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt es im Zusammenhang mit der
deutschen "Flugaffäre", in die mehrere Spitzenpolitiker aus
Nordrheinwestfalen verwickelt sind, auch Vorwürfe gegen den
österreichischen Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky.

Die Familie Vranitzky soll im Zusammenhang mit einem
Krankenhausaufenthalt von Christine Vranitzky Flüge der Düsseldorfer
Flugfirma Privat Jet Charter (PJC) auf Kosten der Westdeutschen
Landesbank (WestLB) in Anspruch genommen haben.

Franz Vranitzky ist derzeit als "Konsulent für Aktivitäten in Mittel-
und Osteuropa" für die WestLB tätig.

Wie aus einer eidesstattlichen Erklärung von Sabine Wichmann, der
Frau des verstorbenen PJC-Chefs Peter Wichmann und Buchhalterin der
PJC hervorgeht, ist die PJC im Jahr 1989 mindestens zweimal für die
Familie Vranitzky gestartet.

Anfang Juni 1989 begibt sich die schwerkranke Kanzlergattin für eine
Nierentransplantation an die Medizinische Hochschule Hannover. Der
Eingriff erfolgt am Sonntag, 4. Juni 1989. Sechs Tage nach der
Operation, am 10. Juni, bekommt sie Besuch aus Wien. Die PJC holt die
Kinder der Kanzlergattin um 7.50 Uhr früh in Wien-Schwechat ab und
fliegt sie nach Hannover.

Am 22. Juni wird Christine Vranitzky aus der Spitalsbehandlung
entlassen und gemeinsam mit ihrem Mann, der sie abholt, nach Hause
gebracht. Das FORMAT vorliegende Logbuch der PJC-Maschine mit dem
Kennzeichen D-CLAN verzeichnet an diesem Tag eine Reise mit zwei
Fluggästen. Die D-CLAN startet um 15.09 Uhr in Hannover
(Flughafenkürzel: EDVV) und setzt um 16.25 Uhr in Schwechat (Kürzel:
LOWW) auf.

Die Tickets für beide Flüge habe die WestLB berappt " und damit auch
der nordrheinwestfälische Steuerzahler, erinnert sich Sabine
Wichmann.

Der Altbundeskanzler hält sich derzeit in den USA auf un war bis
Redaktionsschluß trotz mehrmaliger Versuche zu keiner Stellungnahme
zu erreichen.

Rückfragen: Martin Staudinger, 0664-431 71 07

(Schluss)

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