Deutsche Flugaffäre: Vorwürfe auch gegen Altbundeskanzler Vranitzky

Familie soll im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalt von Christine Vranitzky in Hannover Flüge in Anspruch genommen haben, die von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) bezahlt wurden.

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt es im Zusammenhang mit der deutschen "Flugaffäre", in die mehrere Spitzenpolitiker aus Nordrheinwestfalen verwickelt sind, auch Vorwürfe gegen den österreichischen Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky.

Die Familie Vranitzky soll im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt von Christine Vranitzky Flüge der Düsseldorfer Flugfirma Privat Jet Charter (PJC) auf Kosten der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in Anspruch genommen haben.

Franz Vranitzky ist derzeit als "Konsulent für Aktivitäten in Mittel-und Osteuropa" für die WestLB tätig.

Wie aus einer eidesstattlichen Erklärung von Sabine Wichmann, der Frau des verstorbenen PJC-Chefs Peter Wichmann und Buchhalterin der PJC hervorgeht, ist die PJC im Jahr 1989 mindestens zweimal für die Familie Vranitzky gestartet.

Anfang Juni 1989 begibt sich die schwerkranke Kanzlergattin für eine Nierentransplantation an die Medizinische Hochschule Hannover. Der Eingriff erfolgt am Sonntag, 4. Juni 1989. Sechs Tage nach der Operation, am 10. Juni, bekommt sie Besuch aus Wien. Die PJC holt die Kinder der Kanzlergattin um 7.50 Uhr früh in Wien-Schwechat ab und fliegt sie nach Hannover.

Am 22. Juni wird Christine Vranitzky aus der Spitalsbehandlung entlassen und gemeinsam mit ihrem Mann, der sie abholt, nach Hause gebracht. Das FORMAT vorliegende Logbuch der PJC-Maschine mit dem Kennzeichen D-CLAN verzeichnet an diesem Tag eine Reise mit zwei Fluggästen. Die D-CLAN startet um 15.09 Uhr in Hannover (Flughafenkürzel: EDVV) und setzt um 16.25 Uhr in Schwechat (Kürzel:
LOWW) auf.

Die Tickets für beide Flüge habe die WestLB berappt " und damit auch der nordrheinwestfälische Steuerzahler, erinnert sich Sabine Wichmann.

Der Altbundeskanzler hält sich derzeit in den USA auf un war bis Redaktionsschluß trotz mehrmaliger Versuche zu keiner Stellungnahme zu erreichen.

Rückfragen: Martin Staudinger, 0664-431 71 07

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