- 15.12.1999, 20:31:31
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Industriesektionen Salzburgs, Oberösterreichs und der Steiermark vereinbaren eine verstärkte Zusammenarbeit
"Nicht nebeneinander, sondern miteinander!"
SALZBURG, 15.12.1999 (HKS).Unter dem Motto "Nicht nebeneinander,
sondern miteinander" haben die Industriesektionen der
Wirtschaftskammern Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark
heute, Mittwoch, 15. Dezember 1999, eine verstärkte Kooperation
vereinbart. Diese Zusammenarbeit hat vor allem das Ziel, die
Kräfte in der Interessenvertretung zu bündeln und
Serviceleistungen effizienter zu gestalten.
Bereits im Vorjahr haben die Industriesektionen der
Wirtschaftskammern Oberösterreich und Steiermark ihre
Zusammenarbeit verstärkt, um durch Synergieeffekte eine Qualitäts-
und Effizienzsteigerung in der Interessenvertretung sowie bei den
Serviceleistungen für die Mitgliedsunternehmen zu erreichen.
Durch den Beitritt der Industriesektion Salzburg zu dieser
Kooperation sollen die positiven Effekte auch für die Salzburger
Mitgliedsunternehmen genutzt werden. Darüber hinaus wird dadurch
das interessenpolitische Gewicht bei der Durchsetzung von
Industrieanliegen der drei Länder erhöht. Immerhin repräsentieren
die Industriebetriebe dieser drei Bundesländer rund 45 Prozent des
österreichischen Industriepotentials bei Produktionswert und
Beschäftigtenzahl.
Interessenvertretung als zentrale Aufgabe
Als konkrete Aufgaben der Kooperation sehen die Obmänner der drei
Sektionen, Dr. Karl Büche (Oberösterreich), Komm.-Rat DI Gerhard
H. Katzenberger (Steiermark) und Komm.-Rat DI Wilhelm Klepsch
(Salzburg) in der Interessenvertretung eine koordinierte
Gesetzesbegutachtung und ein abgestimmtes Lobbying bei bedeutenden
Gesetzen oder industriepolitisch wichtigen Themen. Dazu zählt auch
eine koordinierte Öffentlichkeitsarbeit und Informationspolitik
nach innen.
Bei Gesetzesbegutachtungen können die Stellungnahmen grundsätzlich
arbeitsteilig erarbeitet und von den Partnern mit regionalen
Aspekten ergänzt werden.
Zwei positive Beispiele dafür aus der Vergangenheit sind:
- eine gemeinsame Vorgangsweise bei der Diskussion um die
Stromliberalisierung, die für industrielle Großabnehmer zu einer
Strompreisreduktion von mindestens 30% führte und
- die erfolgreiche Abwehr von ÖGB-Forderungen (25-Punkte-
Programm).
Nicht zuletzt geht es auch darum, zu industrierelevanten Fragen
die Themenführerschaft zu übernehmen, damit die Initiative für
notwendige Veränderungen und Verbesserungen zu ergreifen und den
Bundesländerinteressen mehr Gewicht zu verleihen. Dadurch wird
eine größere Durchschlagskraft bei der Vertretung von
Industrieanliegen gegenüber Regierung und Parlament erreicht, was
für die Entwicklung der Industrie und des Wirtschaftsstandortes
Österreich von entscheidender Bedeutung ist.
Serviceangebot verstärken
Auch für die Serviceleistungen werden durch den
Erfahrungsaustausch zwischen den Sektionen positive Auswirkungen
erwartet. Diese umfassen die arbeits- und sozialrechtliche
Betreuung der Mitglieder ebenso wie den Bereich des
Betriebsanlagen- und des Umweltrechts oder die optimale
Tarifgestaltung im Zuge der Energiemarktliberalisierung. Es wird
in Zukunft nicht akzeptiert werden, dass die Salzburger Industrie
die höchsten Strompreise in ganz Österreich zu zahlen hat.
Kompetenznetzwerk geplant
In den Industriesektionen der drei Bundesländer sollen künftig
sogenannte "Kompetenznetzwerke" gebildet werden. Dazu werden
gemeinsame Projekte definiert und dann von einem
Kooperationspartner umsetzungsreif vorbereitet. Die wirkliche
Umsetzung geschieht dann durch die Industriesektion des jeweiligen
Bundeslandes.
Bildung, Infrastruktur und Technologie weitere Schwerpunkte
Derzeit ist das Thema "Infrastruktur" ein Schwerpunkt der Arbeit
der Sektion Industrie Steiermark, während sich Oberösterreich
verstärkt mit Technologie auseinandersetzt.
Für Salzburg wird das Thema Bildung und Ausbildung ein
Arbeitsschwerpunkt sein, dessen Ergebnisse auch von den anderen
Sektionen genutzt werden. Derzeit laufen zwischen der Sektion und
dem Landesschulrat Gespräche darüber, wie die Qualifikation der
Pflichtschulabgänger verbessert und der Kontakt zwischen Industrie
und Schule, aber auch den Eltern, intensiviert werden kann. Es ist
geplant, Modelle für diese Zusammenarbeit zu entwickeln, sei es in
Form von regelmäßigen Kontaktgesprächen zwischen Unternehmern und
Lehrerschaft oder eine stärkere Öffnung der Betriebe für Schulen.
Die Ergebnisse dieser Vorarbeiten sollen in der Folge auch von
Oberösterreich und der Steiermark übernommen werden.
Eine weitere Aufgabe ist es, die neuen Lehrberufe verstärkt in der
Industrie zu verankern und im Hinblick auf die kommenden
geburtenschwachen Jahrgänge die Industrie stärker für die
Ausbildung von Lehrlingen zu motivieren. Auch hier ist es Ziel,
ein Modell für die Lehrplatzentwicklung in den Industriebetrieben
zu erarbeiten.
Verbesserung der Verkehrsanbindungen
Eine moderne Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für
einen erfolgreichen Industriestandort. Ein Vergleich von 243
Regionen (EU und EFTA) in der empirica-Studie "Zukunftsstandort in
Westeuropa 1998" weist bei der Erreichbarkeit Salzburg nur an 83.,
Oberösterreich an 126. und die Steiermark an 165. Stelle aus.
Dieses Ranking zeigt deutlich, dass auf die Verbesserung der
Verkehrsanbindungen größter Wert gelegt werden muss. Das betrifft
den Straßenausbau, den Eisenbahnbau und die Flugverbindungen. Das
hochrangige Straßen- und Eisenbahnnetz muss endlich rasch
geschlossen werden. Vordringlich sind dabei die Phyrnachse
(Schiene und Straße) sowie die Hochleistungsbahn von Linz nach
Salzburg und nach Braunau/Simbach, aber auch die neue Südbahn mit
dem Semmering- und dem Koralmtunnel. Die zweiten Tunnelröhren der
Tauern- und der Phyrnautobahn sowie auf der Südautobahn
(Packabschnitt) sind ebenfalls vordringliche Anliegen.
Das Road-Pricing darf nach Ansicht der drei Industrie-Sektionen
nur im Einklang mit den wichtigsten EU-Nachbarländern über
Geltungsbeginn, technischer Abwicklung und Mauthöhe pro Kilometer
eingeführt werden. Wichtige Ballungsräume dürfen nicht durch
Mautstellen zerschnitten werden.
Im Schienenverkehr wird endlich die Zulassung von wirklichem
Wettbewerb verlangt. Im Flugverkehr werden weitere Destinationen
angestrebt, auch die Luftfracht wird in Zukunft einen größeren
Stellenwert einnehmen.
Zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ist auf Bundesebene die
Bündelung der Kompetenzen notwendig. Die drei Industriesektionen
schlagen deshalb die Schaffung eines Infrastrukturministeriums
vor, in dem alle Verkehrsbereiche - Schiene, Straße und
Luftverkehr - zusammengefasst werden.
Bündelung von technologischem Know-how
Die Bereiche Technologie bzw. Forschung und Entwicklung bilden
schon seit längerer Zeit einen Arbeitsschwerpunkt der
Industriesektion in der WK Oberösterreich. Denn dort gibt es eine
überdurchschnittliche Anzahl an forschungsintensiven Unternehmen.
Vor einigen Monaten hat die Sektion eine Strategiegruppe
"Technologie" eingerichtet, die sich aus Spitzenrepräsentanten von
forschungsintensiven oberösterreichischen Industriebetrieben
zusammensetzt. Damit sind führende Unternehmen verstärkt in die
Interessenvertretung im Technologiebereich eingebunden. Ziel dabei
ist es, das in den Betrieben verfügbare Know-how stärker zu
bündeln und konzentriert an die jeweiligen Entscheidungsträger
heranzubringen.
Die Strategiegruppe erhebt unter anderem folgende Forderungen,
denen sich auch die Sektionen in Salzburg und der Steiermark
anschließen:
- Ein gemeinsames Ministerium für Wirtschaft und Technologie
- Die gesicherte Finanzierung von Forschung und Entwicklung
- Die massive Aufstockung der direkten Forschungsförderung
- Die Intensivierung der Kooperation zwischen Wissenschaft und
Industrie
- Die Schaffung bedarfsorientierter Forschungseinrichtungen
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Salzburg
Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
bbauer@sbg.wk.or.at
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