Bettflucht - wenn die Nacht zum Tag wird

Wien (OTS) - Ältere Menschen liegen oft lange Stunden im Bett ohne zu schlafen, stehen in der Nacht immer wieder auf oder wachen am frühen Morgen auf. "Was der Volksmund als ´senile Bettflucht´ bezeichnet, kann oft auf einen normalen Alterungsprozeß des Organismus oder auf krankhafte Veränderungen zurückgeführt werden", sagt Dr. Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

So wird der Schlaf oft durch das verstärkte Bedürfnis unterbrochen, in der Nacht auf die Toilette zu gehen. Ältere Leute halten auch häufig oder immer ein Mittagsschläfchen. "Wer tagsüber schläft, muß damit rechnen, daß sich der Nachtschlaf reduziert", so Feinböck. Manche setzen sich auch selbst unter großen Druck: Der Traum einer durchschlafenen Nacht kann zum Alptraum werden, wenn die Angst vor Schlafstörungen zu groß und guter Schlaf zur Leistung wird.

Sind dies noch relativ harmlose Schlafstörungen, so können organisch bedingte Störungen ernste Folgen haben. Feinböck: "Wer zum Beispiel an Erkrankungen der Atemregulation und an hartnäckigen Schlafstörungen leidet, sollte ein Schlaflabor aufsuchen. Dort werden über längere Zeit hinweg Schlafdauer und -intensität untersucht." In vielen Fällen überrascht die Diagnose: Denn oft leiden die Patienten nur unter Schlafwahrnehmungsstörungen, schätzen also ihren Schlaf einfach falsch ein. Feinböck: "Die Untersuchungen zeigen, daß die Patienten zwar in der Nacht immer wieder aufwachen, dazwischen aber gut geschlafen haben."

Sorgen, Streß, Angst, Nervosität und Reizüberflutung lassen die Menschen heute schlecht schlafen. Der Griff zur Schlaftablette hilft da nicht unbedingt. "Im Schlaflabor gibt es professionelle Hilfe. Aber jeder Betroffene kann auch selbst viel zu einem guten Schlaf beitragen: Überprüfen Sie Ihr Schlafzimmer. Immerhin verbringen Sie ein Drittel Ihres Lebens darin. Ist das Bett bequem, die Matratze zu hart oder zu weich? Verzichten Sie auf einen Mittagsschlaf, wenn Sie an Schlafstörungen leiden. Lassen Sie den Tag ausklingen, indem Sie vor dem Schlafengehen lesen oder ein Tagebuch schreiben. Verzichten Sie abends auf Kaffee, Schwarztee oder Alkohol. Lüften Sie das Schlafzimmer ausreichend zweimal täglich und schlafen Sie bei offenem oder gekipptem Fenster. Schaffen Sie sich Ihre eigenen Einschlafrituale", empfiehlt Feinböck.

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