Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie der Alzheimer Erkrankung

(Wien 9.12.99, ikp, OTS) - Erstmals findet das Memory Klinik Treffen österreichischer, deutscher und schweizerischer Demenzexperten in Wien statt. Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie der Alzheimer Erkrankung wie Frühdiagnose, Einschlussdiagnose und mehrdimensionale Therapie stehen im Mittelpunkt der zweitägigen Gespräche. OA Rainer, Leiter der Wiener Memory Clinic im SMZO Donauspital, bezeichnet Alzheimer angesichts der steigenden Lebenserwartung als "Krankheit des Jahrhunderts". Die gezielte Aufklärungsarbeit der Aktion Alzheimer greift den wachsenden Informationsbedarf auf und fördert die Chancen rechtzeitiger Früherkennung.

Memory Klinik Treffen - Plattform für internationalen Erfahrungsaustausch
Das 5. deutschsprachige Memory Klinik Treffen findet am 9. und 10. Dezember 1999 erstmals in Wien statt. Tagungsort ist das SMZO-Donauspital, wo 1996 die erste österreichische Memory Clinic gegründet wurde. Der Erfahrungsaustausch der ca. 50 Memory Kliniken in Österreich, Deutschland und der Schweiz fasst die Meilensteine der Alzheimer-Forschung und die geänderte diagnostische und therapeutische Sichtweise der Alzheimerdemenz zusammen. OA Dr. Rainer, Leiter der Memory Clinic SMZO-Donauspital, lobt bei einem Pressegespräch anlässlich des Treffens die Erfolge der Wissenschafter: "Alzheimer kann heute mittels Einschlussdiagnose festgestellt werden. Frühdiagnosemöglichkeiten und mehrdimensionale Therapien bedeuten für den Patienten und seine Angehörigen den Gewinn wertvoller Lebensjahre."

Erfolge durch mehrdimensionalen Therapieansatz
Der Erfolg moderner Memory Kliniken liegt darin, dass sie sich von rein medizinischen Institutionen abheben. Ihr Angebot ist um psychoedukative und soziokulturelle Elemente erweitert. Zu den Aufgaben dieser Abteilungen zählen neben der frühzeitigen Erkennung beginnender Demenzen, der Einsatz der neuesten diagnostischen und medikamentösen Methoden, die Einbeziehung der Angehörigen als Co-Therapeuten sowie die Erstellung maßgeschneiderter Hirnleistungstrainings.

Alzheimer - die Krankheit des Jahrhunderts
OA Dr. Michael Rainer beschreibt Alzheimer als die Krankheit des Jahrhunderts und informiert bei der Pressekonferenz im Naturhistorischen Museum: "Laut Umfragen wird die Alzheimer Krankheit nach Krebs am meisten gefürchtet. Weltweit leiden 15 bis 20 Millionen Menschen an Alzheimer. In Österreich sind ca. 200. 000 Personen von einer Demenz betroffen, 60% davon von Alzheimer. Demenzen sind die Gründe für ca. die Hälfte aller Pflegeheimeinweisungen und Pflegefälle im Alter. Rund eine halbe Million Österreicher befinden sich im Vorstadium und leiden unter einer sogenannten "milden kognitiven Störung".

Aktion Alzheimer greift wachsenden Informationsbedarf auf
Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen zunehmenden Zahl altersbedingter Demenzerkrankungen gewinnen neben der wissenschaftlichen Arbeit auch Information und Aufklärung im Sinne der Früherkennung zunehmend an Bedeutung. Die Aktion Alzheimer, eine Informationsinitiative der Pharmaunternehmen Novartis und Pfizer, greift diese Bedürfnisse auf. Aufklärung zur Förderung der Früherkennung, Enttabuisierung und Hoffnung für die Betroffenen sind ihre wichtigsten Ziele.

Informationshotline der Aktion Alzheimer stark frequentiert
Über zweitausend Personen nahmen seit dem fünfmonatigen Bestehen der Informationshotline der Aktion Alzheimer Beratung und praktische Hilfestellung in Anspruch. Unter der Hotline (01) 486 39 39 kann auch der Informationsfolder "Wir brauchen dich Opa/Oma" angefordert werden. Die Broschüre regt anhand von zehn Denkanstößen an, die eigene geistige Frische zu überprüfen und einen Arzt aufzusuchen. Vor allem dann, wenn man feststellt, dass sich im Vergleich zu früher einiges im eigenen Leben und an seiner Persönlichkeit verändert hat. Im kommenden Jahr wird die Gruppe der Angehörigen von Alzheimer Erkrankten im Mittelpunkt der Informationsaktivitäten der Aktion Alzheimer stehen.

Neue Erkenntnisse in der Alzheimer-Forschung
(Zusammenfassung der Referate von Rainer, Kurz und Wettstein)

  • Die Alzheimererkrankung als Einschlussdiagnose Durch spezifische neuropsychologische Tests, biologische Marker sowie durch bildgebende Verfahren kann Alzheimer jetzt richtig diagnostiziert werden. Das Dogma der Irreversibilität, der Ausschlussdiagnose und der Unbehandelbarkeit dieser Krankheit gehört somit der Vergangenheit an.
  • Frühdiagnosemöglichkeiten - Ein Gewinn wertvoller Lebensjahre Prof. Kurz, Leiter des Alzheimer Zentrum in München, betrachtet die Früherkennung als große Chance für Betroffene: "Es ist wichtig, Alzheimer zu identifizieren, bevor eine große Zahl von Nervenzellen verloren geht. Denn dann hat eine Behandlung nur mehr geringe Erfolgsaussichten." Da Alzheimer Patienten ein höheres Unfallrisiko haben, führt eine Frühdiagnose auch zu einer deutlichen Reduktion von(Verkehrs-)Unfällen. Das rechtzeitige Erkennen von Alzheimer durch Einbeziehung aller Hilfsbefunde verlangsamt den Krankheitsverlauf und zielt auf eine weitere Möglichkeit der Prävention der Demenz ab.
  • Mehrdimensionale Therapien für einen günstigen Krankheitsverlauf Das Drei-Säulen-Konzept der Memory Clinic Donauspital erzielt mit einer Therapie auf 3 Ebenen große Erfolge:
  • Medikamentöse Behandlung mit neuen Alzheimer Medikamenten
  • Angehörige als Co-Therapeuten
  • Trainingsprogramm (Gedächtnis- und Orientierungstraining, Alltagskompetenztraining). Studien belegen ein symptomatisches Therapieansprechen, einen günstigen Krankheitsverlauf und eine spätere Institutionalisierung der Patienten. Wirkstoffe, wie Östrogene, Antirheumatika, Vitamin E, geben erste Hoffnungen auf präventive Maßnahmen zur Bekämpfung von Alzheimer.
  • Der Rolle der Angehörigen Angehörige sind eine wichtige Informationsquelle im diagnostischen Prozess und eine der drei Säulen der Therapie. Verhaltenstörungen und andere psychiatrisch bedingte Begleiterscheinungen machen die Angehörigen der Betroffenen zu "zweiten Opfern der Erkrankung". Viele der Betreuer von Alzheimer Patienten leiden unter Burn-Out-Syndromen und werden behandelt. Spezielle Angehörigengruppen und Trainingskurse wirken stabilisierend. Schwerpunkte der Aktion Alzheimer im Jahr 2000 sind daher verstärkte Informationsarbeit und der direkte Dialog mit Angehörigen.

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