Finanziell schwierige Lage der heimischen Bäder

Jüngste Strukturanalyse zeigt Probleme auf - Kostenschere droht sich weiter zu öffnen

PWK - Die WIFI Bäderstrukturanalyse 1998 zeigt eine dramatisch schlechte Ertragssituation der heimischen Bäder auf. Die Erlöse sind um 150 Prozent zu niedrig, um Aufwendungen zu decken. Erfreulicher die Situation bei kombinierten Bädertypen. ****

Wie die vom WIFI Beratungsdienst Tourismus erstellte betriebswirtschaftliche Untersuchung der Badebetriebe zeigt, müssen allein schon für die Personalaufwendungen durchschnittlich 104 Prozent der vereinnahmten Erlöse eingesetzt werden. Der Betriebsaufwand erfordert nochmals rund 80 Prozent. Zusammen mit den übrigen Aufwendungen, wie z.B. Zinsen, AfA und sonstiger Betriebsaufwand ergibt sich eine Unterdeckung der Aufwendungen von 149,6 Prozent.

Um die untersuchten Betriebe ausgeglichen zu führen, müssten also die Erlöse mehr als verdoppelt, oder die Aufwendungen wesentlich reduziert werden. Als positiv kann erachtet werden, dass sich die finanzielle Situation der Bäder im Vergleich zu den letzten Jahren nicht verschlechtert und beim Cashflow sogar etwas verbessert hat. Schlecht schneiden beim Cashflow vor allem die Freibäder ab, während die kombinierten Bädertypen, bestehend aus Hallenbad, Freibad und Sauna ein relativ günstiges Bild bei der Cashflow-Leistungsrate aufweisen. Freilich kommt es auch dort im Durchschnitt zu einer Unterdeckung, d.h. zu einem negativen Cashflow.

Für das laufende Jahr 1999 liegen naturgemäß noch keine exakten Daten vor. Experten sehen jedoch keine entscheidende Verbesserung der tristen Situation der Bäder. Ein wesentlicher Grund für die negative Ertragslage ist, laut WIFI, die "äußerst zurückhaltende Tarifpolitik der Betreiber", die auch aus dem oft vorgegebenen Rabattsystem für gewisse Personengruppen (Schüler, Senioren, Kinder, usw.) resultiere.

"Wenn sich bei steigenden Kosten die Tarife nicht entsprechend anpassen lassen, öffnet sich die Kostenschere ganz einfach weiter", meint Mag. Christian Dörfler vom WIFI Beratungsdienst Tourismus. Das sei leider bei vielen heimischen Bädern der Fall, da diese Betriebe eine wichtige touristische Basisinfrastruktur für Einheimische und Gäste darstellten.

An dem Kennzahlenvergleich, welcher vom Beratungsdienst Tourismus im WIFI seit 1990 herausgegeben wird, nehmen Bäder aus ganz Österreich teil. Zusätzlich zum nun vorliegenden Gesamtbericht für das Jahr 1998 erhält jeder teilnehmende Betrieb auch einen Individualbericht für die eigene Standortbestimmung. Die Berichte sind äußerst umfassend und bieten Einblick in Kennzahlen aus den Bereichen Marketing, Betriebsergebnis, Produktivität und Tarifsstrukturen. Die Erstteilnahme am Bäderkennzahlenvergleich wird vom WIFI Österreich übrigens gefördert. Anmeldungen unter 01- 501 05

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