• 09.12.1999, 10:35:48
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  • OTS0106

Finanziell schwierige Lage der heimischen Bäder

Jüngste Strukturanalyse zeigt Probleme auf - Kostenschere droht sich weiter zu öffnen

PWK - Die WIFI Bäderstrukturanalyse 1998 zeigt eine dramatisch
schlechte Ertragssituation der heimischen Bäder auf. Die Erlöse sind
um 150 Prozent zu niedrig, um Aufwendungen zu decken. Erfreulicher
die Situation bei kombinierten Bädertypen. ****

Wie die vom WIFI Beratungsdienst Tourismus erstellte
betriebswirtschaftliche Untersuchung der Badebetriebe zeigt, müssen
allein schon für die Personalaufwendungen durchschnittlich 104
Prozent der vereinnahmten Erlöse eingesetzt werden. Der
Betriebsaufwand erfordert nochmals rund 80 Prozent. Zusammen mit den
übrigen Aufwendungen, wie z.B. Zinsen, AfA und sonstiger
Betriebsaufwand ergibt sich eine Unterdeckung der Aufwendungen von
149,6 Prozent.

Um die untersuchten Betriebe ausgeglichen zu führen, müssten also
die Erlöse mehr als verdoppelt, oder die Aufwendungen wesentlich
reduziert werden. Als positiv kann erachtet werden, dass sich die
finanzielle Situation der Bäder im Vergleich zu den letzten Jahren
nicht verschlechtert und beim Cashflow sogar etwas verbessert hat.
Schlecht schneiden beim Cashflow vor allem die Freibäder ab, während
die kombinierten Bädertypen, bestehend aus Hallenbad, Freibad und
Sauna ein relativ günstiges Bild bei der Cashflow-Leistungsrate
aufweisen. Freilich kommt es auch dort im Durchschnitt zu einer
Unterdeckung, d.h. zu einem negativen Cashflow.

Für das laufende Jahr 1999 liegen naturgemäß noch keine exakten
Daten vor. Experten sehen jedoch keine entscheidende Verbesserung der
tristen Situation der Bäder. Ein wesentlicher Grund für die negative
Ertragslage ist, laut WIFI, die "äußerst zurückhaltende Tarifpolitik
der Betreiber", die auch aus dem oft vorgegebenen Rabattsystem für
gewisse Personengruppen (Schüler, Senioren, Kinder, usw.) resultiere.

"Wenn sich bei steigenden Kosten die Tarife nicht entsprechend
anpassen lassen, öffnet sich die Kostenschere ganz einfach weiter",
meint Mag. Christian Dörfler vom WIFI Beratungsdienst Tourismus. Das
sei leider bei vielen heimischen Bädern der Fall, da diese Betriebe
eine wichtige touristische Basisinfrastruktur für Einheimische und
Gäste darstellten.

An dem Kennzahlenvergleich, welcher vom Beratungsdienst Tourismus
im WIFI seit 1990 herausgegeben wird, nehmen Bäder aus ganz
Österreich teil. Zusätzlich zum nun vorliegenden Gesamtbericht für
das Jahr 1998 erhält jeder teilnehmende Betrieb auch einen
Individualbericht für die eigene Standortbestimmung. Die Berichte
sind äußerst umfassend und bieten Einblick in Kennzahlen aus den
Bereichen Marketing, Betriebsergebnis, Produktivität und
Tarifsstrukturen. Die Erstteilnahme am Bäderkennzahlenvergleich wird
vom WIFI Österreich übrigens gefördert. Anmeldungen unter 01- 501 05

DW 3031 Mag. Christian Dörfler.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: WIFI Beratungsdienst Tourismus

Mag. Christian Dörfler
Tel: 50105/DW 3031

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

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