Abdullah bin Saleh AL-OBAID Generalsekretär der Islamischen Weltliga (Rabita)

Wien (OTS) - Während seiner Teilnahme am Symposium "Das Bild des Islam im Westen anhand der Schullehrpläne- Ist-Zustand und Auseinandersetzung" anläßlich des 20 Jährigen Bestehens des islamischen Zentrums in Wien

1) Was ist ihre Meinung über den Dialog und Zusammenarbeit des Islams mit anderen Religionen vor allem mit dem Christentum und Judentum?

1) Zuerst möchte ich sagen, dass die Muslime einen Dialog führen sollen und mit den anderen Religionen zusammenarbeiten. Außerdem ist die islamische Weltliga (Rabita) bestrebt, seit ihrer Gründung den Dialog mit den anderen Religionen zu führen, um durch diesen Weg Gemeinsamkeiten zu erzielen. Wir glauben, dass die Religionen in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle spielen werden, weil die neue Weltordnung zur Schwächung der politischen Institutionen führt.

2) Was ist ihre Haltung über den islamischen Fundamentalismus und die Beschuldigung, im Westen den Islam mit Terrorismus in Verbindung zu bringen, weil das ein schlechtes Bild über den Islam bringt vorallem in Europa?

2) Das stimmt, dass das islamische Bild im Westen nicht gut ist. Das veranlaßt uns nachzudenken, was mit der Welt und den Muslimen geschah. Der Islam ist eine Botschaft der Güte und Liebe für alle Menschen, aber die Muslime begegnen zur Zeit einigen Problemen z.B. gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und regionale. ZB. in Palästina nimmt man ihnen ihren Boden, man enteignet ihren Besitz und ihre ganzen Rechte .

In Bosnien Herzegovina und Kosovo hatte man diese Völker vernichten wollen. Dank des Westens existieren sie bis heute, diese Haltung verdient unsere Anerkennung. Aber trotzdem sie bekommen keine unabhängigen Staaten. Umgekehrt aber, wenn Christen in die Unabhänigkeit gehen wollen, bekommen sie jede Unterstützung vom Westen.

Schauen sie was in Tschetschenien passiert! Andere christliche Republiken bekamen schon ihre Unabhänigkeit, aber die Tscheteschenien und Dagistani nicht.

Die Muslime werden überall als Zielscheibe benutzt unter dem Vorwand des Terrorismus.

Die Muslime sind schon durch den russischen und westlichen Kolonialismus geschwächt . Z.B. während des kalten Krieges: Wenn man in der Sowjetunion verhaftet wurde, war es ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Heute aber wenn man tausende Muslime tötete, macht der Westen nichts ernsthaftes, um das Töten zu beenden. Das gleiche gilt für die UNO. All schauen zu.

Gleichzeitig glauben wir, dass die Hintergründe des Fundamentalismus, das wir nicht als islamischen Fundamentalismus nennen, denn der Fundamentalismus hat keine Identität. Eigentlich sind die Fundamentalisten die, wo man ihnen Eigentum wegnimmt und ihre Religion bekämpft, das ist erklärungsbedürftig. Es gibt nicht nur im Islam Fundamentalisten, sondern auch überall. Deshalb brauchen wir die Hintergründe zu kennen, um eine Behandlung durchzuführen. Es gibt viele internationale Organisationen aber es gibt keine ernsthafte Analyse und Behandlung dieses Phenomäns. Es ist an der Zeit den Terrorismus grundsätzlich zu analysiern und zu behandeln. Auch müssen wir unseren Beitrag in diesem Bereich tun.

3) Was meinen Sie über Religion und Politik?

3) Im Islam gibt es keine Trennung zwischen Religion und Politik, Im Sekularismus gibt es diese Trennung, aber leider Gottes auch in diesem Fall gibt es Meinungsverschiedenheiten z.B. die Kirche in Österreich spielt eine wichtige Rolle neben der Politik weil sie in der gesamten Gesellschaft verankert ist und der Staat investiert viel Geld im Bereich der christlichen Religionsorganisationen wie z.B. Schulen und Kindergärten u.s.w. Das gilt auch genauso für uns.

Es gibt wohl aber eine Beziehung zwischen Wirtschaft und Religion. Wieso soll es nicht auch mit der Politik zu sein .

Der Islam versucht, die Religion und die Politik zu integrieren im Sinne der Menschen .

3) Was ist ihre Haltung zum Friedensprozess im Nahen Osten?

4) Zuerst muß der Frieden das Ziel von uns allen werden. Frieden bedeutet, dass jeder Mensch sein Recht bekommt und keine Unterdrückung stadtfindet.

Wir sind für den Friedensprozess im allgemeinen, aber die Problematik im Nahen Osten ist anders, weil die Emigration steigt und manche Nationalitäten versuchen die anderen anzugreifen . Das heißt, die Juden im Nahen Osten ist eine göttliche Tatsache, das sie sich versammeln, aber sie sollen sich nicht versammeln, um uns anzugreifen und unsere Rechte wegzunehmen. Die Gerechtigkeit kann durch den friedlichen Dialog gelöst werden.

Wie die Juden ein Recht auf einen Staat haben, so haben auch die Palästinenser ein Recht auf einen Staat. Terrorismus zu beurteilen wird in einem Zeitraum zu berücksichtigen und viele Terroristen von damals sind Nobelpreisträger von heute, und vielleicht werden die Terroristen von heute die Nobelpreisträger von morgen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Fareed Alkhotani
Tel.: 0676-48 55 862

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/11