• 19.11.1999, 16:38:41
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  • OTS0249

Abdullah bin Saleh AL-OBAID Generalsekretär der Islamischen Weltliga (Rabita)=

Wien (OTS) - Während seiner Teilnahme am Symposium "Das Bild des
Islam im Westen anhand der Schullehrpläne- Ist-Zustand und
Auseinandersetzung" anläßlich des 20 Jährigen Bestehens des
islamischen Zentrums in Wien

1) Was ist ihre Meinung über den Dialog und Zusammenarbeit des
Islams mit anderen Religionen vor allem mit dem Christentum und
Judentum?

1) Zuerst möchte ich sagen, dass die Muslime einen Dialog führen
sollen und mit den anderen Religionen zusammenarbeiten.
Außerdem ist die islamische Weltliga (Rabita) bestrebt, seit ihrer
Gründung den Dialog mit den anderen Religionen zu führen, um durch
diesen Weg Gemeinsamkeiten zu erzielen. Wir glauben, dass die
Religionen in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle spielen
werden, weil die neue Weltordnung zur Schwächung der politischen
Institutionen führt.

2) Was ist ihre Haltung über den islamischen Fundamentalismus und
die Beschuldigung, im Westen den Islam mit Terrorismus in Verbindung
zu bringen, weil das ein schlechtes Bild über den Islam bringt
vorallem in Europa?

2) Das stimmt, dass das islamische Bild im Westen nicht gut ist.
Das veranlaßt uns nachzudenken, was mit der Welt und den Muslimen
geschah. Der Islam ist eine Botschaft der Güte und Liebe für alle
Menschen, aber die Muslime begegnen zur Zeit einigen Problemen z.B.
gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und regionale. ZB. in
Palästina nimmt man ihnen ihren Boden, man enteignet ihren Besitz und
ihre ganzen Rechte .

In Bosnien Herzegovina und Kosovo hatte man diese Völker
vernichten wollen. Dank des Westens existieren sie bis heute, diese
Haltung verdient unsere Anerkennung. Aber trotzdem sie bekommen keine
unabhängigen Staaten. Umgekehrt aber, wenn Christen in die
Unabhänigkeit gehen wollen, bekommen sie jede Unterstützung vom
Westen.

Schauen sie was in Tschetschenien passiert! Andere christliche
Republiken bekamen schon ihre Unabhänigkeit, aber die Tscheteschenien
und Dagistani nicht.

Die Muslime werden überall als Zielscheibe benutzt unter dem
Vorwand des Terrorismus.

Die Muslime sind schon durch den russischen und westlichen
Kolonialismus geschwächt . Z.B. während des kalten Krieges: Wenn man
in der Sowjetunion verhaftet wurde, war es ein Verstoß gegen die
Menschenrechte. Heute aber wenn man tausende Muslime tötete, macht
der Westen nichts ernsthaftes, um das Töten zu beenden. Das gleiche
gilt für die UNO. All schauen zu.

Gleichzeitig glauben wir, dass die Hintergründe des
Fundamentalismus, das wir nicht als islamischen Fundamentalismus
nennen, denn der Fundamentalismus hat keine Identität. Eigentlich
sind die Fundamentalisten die, wo man ihnen Eigentum wegnimmt und
ihre Religion bekämpft, das ist erklärungsbedürftig. Es gibt nicht
nur im Islam Fundamentalisten, sondern auch überall. Deshalb brauchen
wir die Hintergründe zu kennen, um eine Behandlung durchzuführen. Es
gibt viele internationale Organisationen aber es gibt keine
ernsthafte Analyse und Behandlung dieses Phenomäns. Es ist an der
Zeit den Terrorismus grundsätzlich zu analysiern und zu behandeln.
Auch müssen wir unseren Beitrag in diesem Bereich tun.

3) Was meinen Sie über Religion und Politik?

3) Im Islam gibt es keine Trennung zwischen Religion und Politik,
Im Sekularismus gibt es diese Trennung, aber leider Gottes auch in
diesem Fall gibt es Meinungsverschiedenheiten z.B. die Kirche in
Österreich spielt eine wichtige Rolle neben der Politik weil sie in
der gesamten Gesellschaft verankert ist und der Staat investiert
viel Geld im Bereich der christlichen Religionsorganisationen wie
z.B. Schulen und Kindergärten u.s.w. Das gilt auch genauso für uns.

Es gibt wohl aber eine Beziehung zwischen Wirtschaft und Religion.
Wieso soll es nicht auch mit der Politik zu sein .

Der Islam versucht, die Religion und die Politik zu integrieren im
Sinne der Menschen .

3) Was ist ihre Haltung zum Friedensprozess im Nahen Osten?

4) Zuerst muß der Frieden das Ziel von uns allen werden. Frieden
bedeutet, dass jeder Mensch sein Recht bekommt und keine
Unterdrückung stadtfindet.

Wir sind für den Friedensprozess im allgemeinen, aber die
Problematik im Nahen Osten ist anders, weil die Emigration steigt und
manche Nationalitäten versuchen die anderen anzugreifen . Das heißt,
die Juden im Nahen Osten ist eine göttliche Tatsache, das sie sich
versammeln, aber sie sollen sich nicht versammeln, um uns anzugreifen
und unsere Rechte wegzunehmen. Die Gerechtigkeit kann durch den
friedlichen Dialog gelöst werden.

Wie die Juden ein Recht auf einen Staat haben, so haben auch die
Palästinenser ein Recht auf einen Staat. Terrorismus zu beurteilen
wird in einem Zeitraum zu berücksichtigen und viele Terroristen von
damals sind Nobelpreisträger von heute, und vielleicht werden die
Terroristen von heute die Nobelpreisträger von morgen.

Rückfragehinweis: Dr. Fareed Alkhotani
Tel.: 0676-48 55 862

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