• 19.11.1999, 14:45:35
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  • OTS0224

Experten warnen vor Fehleinschätzung bei UMTS 18.11.: Podiumsdiskussion am zweiten Tag des mobilkom-Symposiums=

Wien (OTS) - Dr. Harald Gruber von der European Investment Bank,
die insgesamt europaweit 14 Mobilfunk-Projekte mitfinanziert, warnte
bei einer Diskussion über "UMTS in Österreich - Rahmenbedingungen für
eine erfolgreiche Entwicklung" im Rahmen des zweitätigen
mobilkom-Symposiums in der Wiener Hofburg vor einer Fehleinschätzung
der dritten Mobilfunk-Generation. So wie GSM anfangs unterschätzt
wurde, so werde UMTS derzeit überschätzt. Für die UMTS-Betreiber
werde es extrem schwierig werden, die hohen Anfangsinvestitionen in
die notwendige Infrastruktur (etwa ÖS 7 Mrd. für ein flächendeckendes
Netz) zu erwirtschaften. UMTS sei zur Zeit noch mit einer großen
Unsicherheit behaftet, die Marktchancen, die konkrete Angebotspalette
und damit auch die Nachfrage nach UMTS derzeit noch kaum bekannt, so
Gruber.

Dr. Klaus Bühler (A.T. Kearney) wies darauf hin, dass sich die
Investitionen in UMTS-Netze nur bei sehr starker Nachfrage rechnen
können. Der Großteil der Dienste, die wir heute mit UMTS verbinden,
wären auch mit GPRS (General Packet Radio System) möglich. Allein
aus Imagegründen könne es sich aber kein Betreiber leisten, darauf zu
verzichten.

Die Regulierung berücksichtigt nicht die technischen Entwicklung
des Mobilfunks, stellte Lic. oec. HEC Christian Baumgartner (Andersen
Consulting) fest. Die Entwicklungszyklen werden insgesamt immer
kürzer, bereits jetzt wird an der 4. Mobilfunk-Generation gearbeitet.
Damit würde es für die Betreiber auch immer schwieriger, Ihre
Investitionen hereinzuspielen. Wenn der Staat zu hohe
Frequenzgebühren einhebe, verhindere er damit eine wirtschaftliche
Nutzung der neuen Technologien und stelle damit die gesamte
Entwicklung in Frage.

Übereinstimmung herrschte auch größtenteils darüber, wieviele UMTS
Betreiber der österreichische Markt vertragen wird. Klaus Bühler vom
Beratungsunternehmen A.T. Kearny: "Wirtschaftlich verträgt der Markt
nicht mehr als vier UMTS-Betreiber". Wer Frequenzen bekommen soll,
stellte Christian Baumgartner von Andersen Consulting Schweiz klar:
"Meine persönliche Meinung ist, wer eine bestehende Lizenz hat, muß
sein Geschäft auch weiterführen können". In Österreich wären das
neben den bereits operativ tätigen Unternehmen moblikom, max.mobil
und One die Firma tele.ring mit Mehrheitseigentümer Mannesmann. Was
passieren würde, wenn die vier Frequenzen nicht an Mobilfunkbetreiber
vergeben werden, skizzierte Klaus Bühler auf trockene Art: "Dann
verurteilt man die bestehenden Betreiber zum Tode!"

Als weiteres Argument gegen eine Versteigerung und gegen die
Vergabe an Nicht-Mobilfunker nannten die Diskutanten einen
technischen Aspekt. Peter Haas von Austrian Telecommunications
stellvertretend für alle anderen: "UMTS ist weniger neu als GSM.
Vielmehr handelt es sich dabei um eine evolutionäre Entwicklung."

Rückfragehinweis: mobilkom austria AG

Ing. Martin Bredl, Unternehmenssprecher,
Tel: (1) 331 61-2700

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