Experten warnen vor Fehleinschätzung bei UMTS 18.11.: Podiumsdiskussion am zweiten Tag des mobilkom-Symposiums

Wien (OTS) - Dr. Harald Gruber von der European Investment Bank,
die insgesamt europaweit 14 Mobilfunk-Projekte mitfinanziert, warnte bei einer Diskussion über "UMTS in Österreich - Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung" im Rahmen des zweitätigen mobilkom-Symposiums in der Wiener Hofburg vor einer Fehleinschätzung der dritten Mobilfunk-Generation. So wie GSM anfangs unterschätzt wurde, so werde UMTS derzeit überschätzt. Für die UMTS-Betreiber werde es extrem schwierig werden, die hohen Anfangsinvestitionen in die notwendige Infrastruktur (etwa ÖS 7 Mrd. für ein flächendeckendes Netz) zu erwirtschaften. UMTS sei zur Zeit noch mit einer großen Unsicherheit behaftet, die Marktchancen, die konkrete Angebotspalette und damit auch die Nachfrage nach UMTS derzeit noch kaum bekannt, so Gruber.

Dr. Klaus Bühler (A.T. Kearney) wies darauf hin, dass sich die Investitionen in UMTS-Netze nur bei sehr starker Nachfrage rechnen können. Der Großteil der Dienste, die wir heute mit UMTS verbinden, wären auch mit GPRS (General Packet Radio System) möglich. Allein aus Imagegründen könne es sich aber kein Betreiber leisten, darauf zu verzichten.

Die Regulierung berücksichtigt nicht die technischen Entwicklung des Mobilfunks, stellte Lic. oec. HEC Christian Baumgartner (Andersen Consulting) fest. Die Entwicklungszyklen werden insgesamt immer kürzer, bereits jetzt wird an der 4. Mobilfunk-Generation gearbeitet. Damit würde es für die Betreiber auch immer schwieriger, Ihre Investitionen hereinzuspielen. Wenn der Staat zu hohe Frequenzgebühren einhebe, verhindere er damit eine wirtschaftliche Nutzung der neuen Technologien und stelle damit die gesamte Entwicklung in Frage.

Übereinstimmung herrschte auch größtenteils darüber, wieviele UMTS Betreiber der österreichische Markt vertragen wird. Klaus Bühler vom Beratungsunternehmen A.T. Kearny: "Wirtschaftlich verträgt der Markt nicht mehr als vier UMTS-Betreiber". Wer Frequenzen bekommen soll, stellte Christian Baumgartner von Andersen Consulting Schweiz klar:
"Meine persönliche Meinung ist, wer eine bestehende Lizenz hat, muß sein Geschäft auch weiterführen können". In Österreich wären das neben den bereits operativ tätigen Unternehmen moblikom, max.mobil und One die Firma tele.ring mit Mehrheitseigentümer Mannesmann. Was passieren würde, wenn die vier Frequenzen nicht an Mobilfunkbetreiber vergeben werden, skizzierte Klaus Bühler auf trockene Art: "Dann verurteilt man die bestehenden Betreiber zum Tode!"

Als weiteres Argument gegen eine Versteigerung und gegen die Vergabe an Nicht-Mobilfunker nannten die Diskutanten einen technischen Aspekt. Peter Haas von Austrian Telecommunications stellvertretend für alle anderen: "UMTS ist weniger neu als GSM. Vielmehr handelt es sich dabei um eine evolutionäre Entwicklung."

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