Magazin WIENER an Radda & Dressler verkauft - Rund 15 Mio. Kaufpreis - Verluste im Metro-Verlag

Wien (OTS) - Der Titel des 'Lifestyle-Magazins' Wiener wurde verkauft, berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Montag erscheinenden Ausgabe. Laut Format erwarb die Verlagsgruppe von Wirtschaftsblatt-Gründer Christian Radda den Titel, um das Magazin ab Februar 2000 neupositioniert als 'Männer-Magazin' in neuem Outfit auf den Markt zu bringen. Als Kaufpreis nennt FORMAT 'Knappe 15 Millionen Schilling'. Die Wiener-Redaktion, die derzeit an einer Doppelnummer '20 Jahre Wiener# arbeitet, ist über den Verkauf ebenso noch nicht informiert worden wie die Werbewirtschaft, da für die geplante Doppelnummer noch immer Inserate gekeilt werden.

Laut FORMAT hat der 1979 vom Wiener Werber und GGK-Chef Hans Schmid gegründete Titel 'Wiener' seine besten Zeiten längst hinter sich. Blattmacher Andreas Wollinger ist auch schon der letzte Angestellte des Unternehmens. Mit zehn freien Mitarbeitern bemüht sich Wollinger seit 1997 vergeblich Verkaufs- und Reichweitenverluste zu stoppen. Für das erste Halbjahr 1999 weißt die Mediaanalyse für den Wiener eine Leser-Reichweite von gerade noch 5,5 Prozent aus, im Vorjahr waren es wenigstens noch 6,1 Prozent gewesen. Mit den Lesern schwanden auch die Inserenten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lagen die Anzeigenerlöse bei bescheidenen 25 Millionen Schilling. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die Wiener-Anzeigentruppe runde 100 Seiten (offizieller Inseratenpreis je Seite: 123.000 S) weniger verkauft. Da half auch nicht, daß sich die Verlagsleitung in einem Lagebericht vorgenommen hat, das Magazin mittels 'klarer Positionierung als Life-Guide für den urbanen Mann' für 'die Anzeigenwirtschaft wieder interessant' zu machen. Werbeunternehmer und 'Wiener"-Gründer Hans Schmid hat bereits im Vorjahr auf die mißliche Lage seines einstigen Print-Flaggschiffs reagiert. Schmid verkaufte 51 Prozent des Metro-Verlags in dem neben 'Wiener' und dem femininen Schwesterblatt 'Wienerin' auch das Kinomagazin 'Skip' erscheint, an den Nürnberger Gong-Verlag. Der neue Partner, so FORMAT, sollte Schmid bei der Trendwende helfen. Schließlich verbuchte der Metro-Verlag schon in der Bilanz 1998 einen Verlust von 4,2 Millionen Schilling. Bei bescheidenen 41,7 Millionen Umsatz weist der Verlag laut FORMAT Verbindlichkeiten von über 63 Millionen Schilling und ein negatives Eigenkapital auf - sodaß Verlags-Geschäftsführerin Angelika Serschön in der Bilanz erklären mußte: 'Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts liegt nicht vor, da der Gesellschafter verbindlich erklärt hat, mit Dividendenforderungen an die Gesellschaft, die zum Bilanzstichtag in Höhe von ATS 10.400.338,90 bestanden, hinter die Ansprüche aller anderen Gläubiger zurückzutreten". Schmid-Partner und Metro-Mitbesitzer Alexander Lonyay will auf die Zahlen nicht genau eingehen: 'Ich bin sicher, daß wir 1998 ein positives Ergebnis hatten und heuer wieder ein positives haben werden"' Zum 'Wiener'-Verkauf meint Lonyay nur: 'Unsere Gesellschafterversammlung hat beschlossen, bis Ende November keine Stellungnahme abzugeben'. FORMAT zitiert ein internes Radda & Dressler Papier, wonach der 'Wiener' Ende Jänner 2000 als gehobenes Männer-Magazin neu erscheinen soll. Für den Neustart hat Radda & Dressler ein Budget von 22 Millionen Schilling festgelegt.

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