Scholten über die Entfremdung von SPÖ und Künstlern

Ehemaliger Kunstminister spricht erstmals seit seinem Rücktritt zu kulturpolitischen Fragen - Vorausmeldung NEWS 45/11.11.1999

Wien (OTS) - Rudolf Scholten, in Künstlerkreisen hochgeschätzter ehemaliger SP-Kunstminister, meldet sich in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins NEWS erstmals seit seinem Rücktritt zu kulturpolitischen Fragen zu Wort.

Scholten kommentiert dabei auch die plötzliche Abwendung der Künstler von der SPÖ: "Bei der Spö ist eine Distanz in der Kommunikation mit den Künstlern eingetreten. Künstler aber sind Menschen, die in besonderer Form exponiert sind, woraus sich ein besonderes Maß an Sensibilität ableitet. Leidensc haft ist unverzichtbare Voraussetzung jedes politischen Umgangs mit der Kunst. Pragmatischer Umgang ist den Künstlern zuwenig. Wenn sie den spüre, reagieren sie enttäuscht. Und Enttäuschung ist keineHilfe zum Dialog."

Die SPÖ, so Scholten in NEWS, "darf das Kulturressort jedenfalls nicht aus der Hand geben. Schließlich war in den vergangenen zehn Jahren die FPÖ ausnahmslos auf der Seite der Aggression gegen Kunst, und die ÖVP, im Anlaßfall etwas gemildert, auf genau derselben Seite." Scholten weiter zur Forderung, die SPÖ müsse das Kunstressort bei sich behalten: "Eine politische Bewegung mit Veränderungsanspruch, die den Kunstbereich nachrangig sieht, gibt auch die Chance zu wesentlichen Impulsen auf. Daß manche Kunstschaffende das abstreiten, ist deren gutes Recht, aber nicht das Dogma für die SPÖ. Kün stler sollten in ihren öffentlichen Äußerungen nicht wie Politiker behandelt werden. Es ist ja nicht zu bestreiten, daß manche, die z. B. besonders protestiert haben, als Ursula Pasterk als Wiener Kulturstadträtin abgelöst wurde, heute für ihren Nachfolger Sympathiekundgebungen formulieren."

Nach Scholtens Einschötzung wird es am Ende der Regierungsbildungen kein eigenes Kunstministerium geben. Die Kunst werde wohl den verwandten Bereichen Bildung,mm Forschung oder Technologie angegliedert."

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