• 10.11.1999, 12:18:38
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  • OTS0159

Scholten über die Entfremdung von SPÖ und Künstlern

Ehemaliger Kunstminister spricht erstmals seit seinem Rücktritt zu kulturpolitischen Fragen - Vorausmeldung NEWS 45/11.11.1999

Wien (OTS) - Rudolf Scholten, in Künstlerkreisen hochgeschätzter
ehemaliger SP-Kunstminister, meldet sich in der morgen erscheinenden
Ausgabe des Wochenmagazins NEWS erstmals seit seinem Rücktritt zu
kulturpolitischen Fragen zu Wort.

Scholten kommentiert dabei auch die plötzliche Abwendung der
Künstler von der SPÖ: "Bei der Spö ist eine Distanz in der
Kommunikation mit den Künstlern eingetreten. Künstler aber sind
Menschen, die in besonderer Form exponiert sind, woraus sich ein
besonderes Maß an Sensibilität ableitet. Leidensc haft ist
unverzichtbare Voraussetzung jedes politischen Umgangs mit der Kunst.
Pragmatischer Umgang ist den Künstlern zuwenig. Wenn sie den spüre,
reagieren sie enttäuscht. Und Enttäuschung ist keineHilfe zum
Dialog."

Die SPÖ, so Scholten in NEWS, "darf das Kulturressort jedenfalls
nicht aus der Hand geben. Schließlich war in den vergangenen zehn
Jahren die FPÖ ausnahmslos auf der Seite der Aggression gegen Kunst,
und die ÖVP, im Anlaßfall etwas gemildert, auf genau derselben
Seite." Scholten weiter zur Forderung, die SPÖ müsse das Kunstressort
bei sich behalten: "Eine politische Bewegung mit
Veränderungsanspruch, die den Kunstbereich nachrangig sieht, gibt
auch die Chance zu wesentlichen Impulsen auf. Daß manche
Kunstschaffende das abstreiten, ist deren gutes Recht, aber nicht das
Dogma für die SPÖ. Kün stler sollten in ihren öffentlichen Äußerungen
nicht wie Politiker behandelt werden. Es ist ja nicht zu bestreiten,
daß manche, die z. B. besonders protestiert haben, als Ursula Pasterk
als Wiener Kulturstadträtin abgelöst wurde, heute für ihren
Nachfolger Sympathiekundgebungen formulieren."

Nach Scholtens Einschötzung wird es am Ende der
Regierungsbildungen kein eigenes Kunstministerium geben. Die Kunst
werde wohl den verwandten Bereichen Bildung,mm Forschung oder
Technologie angegliedert."

Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS Chefredaktion
Tel.: 01/213 12/103

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