- 09.11.1999, 11:18:27
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- OTS0120
OeNB - Europäische und internationale Standards der Bankenaufsicht=
Wien (OTS) - Europäischen und internationalen Standards der
Bankenaufsicht widmete sich das Bankrechtsforum 1999, das am 9.
November 1999 in Wien stattgefunden hat. Im Eröffnungsvortrag betonte
Frau Vizegouverneur Dr.Gertrude Tumpel-Gugerell die zentrale
Bedeutung von stabilen und funktionsfähigen Finanzmärkten. Das gilt
insbesondere für die wesentlichsten Finanzintermediäre, die Banken,
denen eine bedeutende Funktion bei der Umsetzung der geldpolitischen
Maßnahmen zukommt. Die Aufgabe der Zentralbanken besteht darin, mit
ihrer Politik weiterhin sowohl die Geldwertstabilität als auch die
Stabilität im Finanzsektor zu sichern.
Zur Diskussion um die Neugestaltung der Bankenaufsicht sagte Frau
Dr. Tumpel-Gugerell, dass die OeNB ihren Willen zur Mitgestaltung und
ihre Bereitschaft bekräftigt hat, Kompetenz und Erfahrung
einzubringen. Die OeNB bekennt sich zu ihrer Verantwortung für das
Finanzsystem und zu einer Bankenaufsicht, die Banken und Anlegern
dient. Ein effektives Aufsichtssystem muss sicherstellen, dass das
Finanzwesen hinreichend widerstandsfähig ist, um die Stabilität des
Bankensystems und den Schutz der Anleger zu gewährleisten,
bekräftigte Frau Dr. Tumpel-Gugerell. Das Ziel dieser Bemühungen ist
es, ein stabiles - also für die Marktteilnehmer berechenbares -
aufsichtsrechtliches Rahmenwerk für die Finanzmärkte aufzubauen, und
zwar mit effizienten, international abgestimmten und akzeptierten
Standards. Je stärker die Banken international tätig werden, desto
wichtiger wird auch die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen
Aufsichtsbehörden. Diese Kooperation kann aber nur auf der Basis
harmonisierter aufsichtsrechtlicher Standards funktionieren.
Als wesentliche Elemente für die Finanzmarktstabilität sind sowohl
eine fundierte ökonomische Basis in den einzelnen Ländern
(Makropolitik) als auch ein gesundes und stabiles Bankensystem mit
einer entsprechenden Finanzmarktaufsicht und -regulierung
(Mikropolitik) anzusehen.
Vize-Gouverneurin Dr. Tumpel-Gugerell wies darauf hin, dass
bereits in den letzten Jahren wichtige Akzente im Zuge der
internationalen Harmonisierung gesetzt wurden, wie z.B. die Gründung
des Banking Supervision Committee (BSC) in der Europäischen
Zentralbank (EZB), einem Gremium für die Koordination von
systemrelevanten Aufsichtsinformationen. Die Zusammenarbeit der
Bankenaufsichtsbehörden auf bilateraler Ebene hat in den letzten
Jahren u.a. durch die Unterzeichnung von Memoranda of Understanding
Fortschritte gemacht. Aber durch die weiter fortschreitende
Internationalisierung der Banken gewinnt die multilaterale
Zusammenarbeit zwischen den nationalen Aufsichtsinstitutionen noch
mehr an Bedeutung. Viele aufsichtsrelevante Themen können im
Zeitalter globaler Märkte nicht mehr allein innerhalb der nationalen
Grenzen gelöst werden.
Die zentrale Herausforderung für die Verbesserung der
Aufsichtsqualität besteht darin, die multilaterale Zusammenarbeit
zwischen den nationalen Aufsichtsinstitutionen effizienter zu
gestalten und den Erfahrungsaustausch hinsichtlich der Handhabung der
Mindeststandards bzw. der "best practices" zu intensivieren, um einen
erweiterten und gleichzeitig möglichst vergleichbaren Wissensstand
aller Aufsichtsbehörden zu erreichen.
Rückfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des
Direktoriums/Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 01/404 20 DW 6666
http://www.oenb.co.at
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