OeNB - Europäische und internationale Standards der Bankenaufsicht

Wien (OTS) - Europäischen und internationalen Standards der Bankenaufsicht widmete sich das Bankrechtsforum 1999, das am 9. November 1999 in Wien stattgefunden hat. Im Eröffnungsvortrag betonte Frau Vizegouverneur Dr.Gertrude Tumpel-Gugerell die zentrale Bedeutung von stabilen und funktionsfähigen Finanzmärkten. Das gilt insbesondere für die wesentlichsten Finanzintermediäre, die Banken, denen eine bedeutende Funktion bei der Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen zukommt. Die Aufgabe der Zentralbanken besteht darin, mit ihrer Politik weiterhin sowohl die Geldwertstabilität als auch die Stabilität im Finanzsektor zu sichern.

Zur Diskussion um die Neugestaltung der Bankenaufsicht sagte Frau Dr. Tumpel-Gugerell, dass die OeNB ihren Willen zur Mitgestaltung und ihre Bereitschaft bekräftigt hat, Kompetenz und Erfahrung einzubringen. Die OeNB bekennt sich zu ihrer Verantwortung für das Finanzsystem und zu einer Bankenaufsicht, die Banken und Anlegern dient. Ein effektives Aufsichtssystem muss sicherstellen, dass das Finanzwesen hinreichend widerstandsfähig ist, um die Stabilität des Bankensystems und den Schutz der Anleger zu gewährleisten, bekräftigte Frau Dr. Tumpel-Gugerell. Das Ziel dieser Bemühungen ist es, ein stabiles - also für die Marktteilnehmer berechenbares -aufsichtsrechtliches Rahmenwerk für die Finanzmärkte aufzubauen, und zwar mit effizienten, international abgestimmten und akzeptierten Standards. Je stärker die Banken international tätig werden, desto wichtiger wird auch die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Aufsichtsbehörden. Diese Kooperation kann aber nur auf der Basis harmonisierter aufsichtsrechtlicher Standards funktionieren.

Als wesentliche Elemente für die Finanzmarktstabilität sind sowohl eine fundierte ökonomische Basis in den einzelnen Ländern (Makropolitik) als auch ein gesundes und stabiles Bankensystem mit einer entsprechenden Finanzmarktaufsicht und -regulierung (Mikropolitik) anzusehen.

Vize-Gouverneurin Dr. Tumpel-Gugerell wies darauf hin, dass bereits in den letzten Jahren wichtige Akzente im Zuge der internationalen Harmonisierung gesetzt wurden, wie z.B. die Gründung des Banking Supervision Committee (BSC) in der Europäischen Zentralbank (EZB), einem Gremium für die Koordination von systemrelevanten Aufsichtsinformationen. Die Zusammenarbeit der Bankenaufsichtsbehörden auf bilateraler Ebene hat in den letzten Jahren u.a. durch die Unterzeichnung von Memoranda of Understanding Fortschritte gemacht. Aber durch die weiter fortschreitende Internationalisierung der Banken gewinnt die multilaterale Zusammenarbeit zwischen den nationalen Aufsichtsinstitutionen noch mehr an Bedeutung. Viele aufsichtsrelevante Themen können im Zeitalter globaler Märkte nicht mehr allein innerhalb der nationalen Grenzen gelöst werden.

Die zentrale Herausforderung für die Verbesserung der Aufsichtsqualität besteht darin, die multilaterale Zusammenarbeit zwischen den nationalen Aufsichtsinstitutionen effizienter zu gestalten und den Erfahrungsaustausch hinsichtlich der Handhabung der Mindeststandards bzw. der "best practices" zu intensivieren, um einen erweiterten und gleichzeitig möglichst vergleichbaren Wissensstand aller Aufsichtsbehörden zu erreichen.

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