• 05.11.1999, 14:48:05
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  • OTS0201

Wiener Gemeinderat (5)=

Baukostenzuschuss von 10 Millionen Schilling für den Verein der Freunde von Joe Zawinuls Birdland

Wien, (OTS) GR Mag. Gabriele Hecht (LIF) lobte zum
beantragten Baukostenzuschuss von 10 Millionen Schilling für Joe
Zawinuls Birdland die tolle Idee, in Wien ein Zentrum für Jazz zu
schaffen, vermisste aber jedes konkrete Konzept zur Umsetzung in
die Realität. Sie kritisierte, dass der Nutzungsvertrag nur auf
fünf Jahre begrenzt sei und die Gastronomie keine Einnahme für den
Verein darstelle, da sie der Besitzer selbst betreibe. Die
beabsichtigte Subvention halte sie im Sinne des Konkurrenzdruckes
auf die bereits bestehenden Lokale für nicht verantwortlich.

GR Mag. Christoph Chorherr (G) verwies darauf, dass es gerade
beim Jazz nur eine begrenzte Zahl von potenziellen Interessenten
gebe. Schon jetzt habe Wien auf die Einwohnerzahl gerechnet fast
sechsmal soviel Jazz-Klub-Plätze wie New York und fast achtmal so
viel wie London. Er stellte den Antrag, dass die 1,6 Millionen
Schilling, die alle - etwa 10 - bisherigen Jazzlokale jährlich
erhalten, verdoppelt werden sollten.

GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP) verwies darauf, dass kein
Schilling dieser Subvention direkt für Joe Zawinul bestimmt sei,
sondern dass es sich dabei um die Revitalisierung eines
denkmalgeschützten Gebäudes handle, das ohnedies einmal hätte
renoviert werden müssen. Da die 10 Millionen überdies nicht aus
dem Kulturbudget stammten, sei auch der Antrag Chorherrs an die
falsche Stelle gerichtet.

GR Gert Wolfram (FPÖ) kritisierte die merkwürdigen Umstände
der Entstehung des Aktes und verwies darauf, dass es lange Jahre
in Wien überhaupt keine Subventionen für Jazz-Klubs gegeben habe.
Erst seit der großen Subvention für das Lokal "Porgy und Bess"
gebe es auch kleine Subventionen für alle anderen Klubs. Er
verwies auch darauf, dass bisher von den Architekten kein Objekt
vorgelegt worden sei, das den Auflagen des Denkmalschutzes gerecht
werde. Wolfram beantragte 10 Millionen jährlicher Förderung für
die bestehenden Wiener Jazzklubs.

GR Ernst Woller (SPÖ) sah diese Subvention als wichtigen
Impuls für die Aufwertung Wiens als Jazzstadt und befürchtete auch
keinen Verdrängungseffekt, da das vermehrte Interesse am Jazz zu
einer bedeutenden Ausweitung der Wiener Jazzszene führen werde.

Abstimmung: Mehrheitlich angenommen. (Forts.) rö/vo

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

Diensthabender Redakteur
Tel.: 4000/81 081

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