- 05.11.1999, 14:04:25
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Neue Datenquelle für und über den Handel
Institut für Gewerbe und Handelsforschung (IfGH) versorgt jetzt auch den Handel mit aktuellen Kennzahlen
pwk - Einen neuen Weg der Datenerhebung gibt es ab sofort für und
über den österreichischen Handel. Das Institut für Gewerbe und
Handelsforschung (IfGH) wurde von der Bundessektion Handel in der
Wirtschaftskammer Österreich beauftragt, kontinuierlich
handelspolitisch relevante Studien, Umsatztests und
Strukturuntersuchungen zu liefern. Das Institut war schon bisher
keine Unbekannte in der Forschung, denn das Team rund um Präsident J.
Hannes Pichler und Direktor Christian F. Lettmayr erstellt schon seit
vielen Jahren unter dem Markenzeichen IfG Branchenanalysen für die
Bundessektion Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung. Unterstützt wird die
Forschungskooperation vom Bundesministerium für wirtschaftliche
Angelegenheiten. ****
Konkret wird das nunmehr in IfGH umbenannte Institut monatlich
einen Umsatztest, eine vierteljährliche Konjunkturerhebung und die
traditionelle Weihnachtsumfrage für den Handel durchführen. Einmal im
Jahr wird auch die Kosten- und Ertragssituation der Unternehmen
analysiert. "Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir
davon überzeugt sind, dass das Institut in der Lage ist, diese
Erhebungen mit der notwendigen Sorgfalt, Objektivität und
Verlässlichkeit durchzuführen", sagte Erich Lemler, Obmann der
Bundessektion Handel, bei einer Pressekonferenz in Wien. Lemler
erhofft sich vom IfGH nicht nur entsprechende Basisdaten für die
tägliche Arbeit der Sektion, sondern auch eine solide Grundlage für
eine regelmäßige Information der Öffentlichkeit.
In diesem Punkt wurden die Interessenvertretungen und Betriebe in
den letzten Jahren vom Österreichischen Statistischen Zentralamt
nicht gerade verwöhnt. Wie wichtig die Existenz eines Instituts wie
das IfGH sein kann, machte Edith Corrieri, Obmann-Stv. der Gewerbe-
Bundessektion deutlich, als sie aus einer kürzlich fertiggestellten
Studie des Instituts zur Übernahmeproblematik in kleinen und
mittleren Betrieben zitierte. Demnach sind 25 Gewerbe-, Handwerks-
und Dienstleistungsbranchen und 17 Handelssparten am stärksten mit
Problemen bei der Betriebsübergabe konfrontiert. Von rund 51.000
Übernahmen in den nächsten Jahren werden mehr als zwei Drittel in den
Bereichen Gewerbe und Handel stattfinden. 200.000 Arbeitsplätze
stehen auf dem Spiel. "Das sind endlich aktuelle und verständlich
aufbereitete Daten, die auch tatsächlich in unsere tägliche Arbeit
und Entscheidungen einfließen können", sagte Corrieri.
Denn eine erfolgreiche Unternehmenspolitik ist auf objektive
Forschungsergebnisse und fundierte Analysen aktueller
Entwicklungstendenzen angewiesen, unterstrich Sektionschef Wilhelm
Koprivnikar. Er bezeichnete das IfGH als "kongenialen Partner für das
Wirtschaftsministerium, der nicht zuletzt durch seine enge
Kooperation mit den einschlägigen Instituten an den österreichischen
Universitäten für wissenschaftlich fundierte Analysen zur Verfügung
steht".
Intensiver kooperieren wird das IfGH vor allem mit dem Institut
für Handel und Marketing an der Wirtschaftsuniversität. Dessen
Leiter, Peter Schnedlitz, erwartet sich von der engeren
Zusammenarbeit "eine langfristige, gegenseitige Befruchtung zwischen
der universitären Grundlagenforschung der Wirtschaftsuniversität und
der anwendungsorientierten Arbeit des IfGH".
Die beiden Institute haben bereits bei der Erstellung des
Europäischen Berichts über kleine und mittlere Unternehmen
mitgewirkt, die immer öfter im Zentrum der Forschung stehen. Mit dem
neuen Schwerpunkt Handel habe man dieser Entwicklung konsequent
Rechnung getragen, so IfGH-Präsident Pichler. Schließlich sind
Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung und Handel die zentralen Bereiche
der mittelständischen Wirtschaft. Die Verwandtschaft der beiden
Bereiche sei groß, zusätzliche Kapazitäten würden allen dienen.
Pichler ist überzeugt, dass das IfGH gemeinsam mit seinen
Kooperationspartnern in Österreich und Europa noch erfolgreicher
internationale Projekte bearbeiten wird und damit auch den
spezifischen österreichischen Standpunkten mehr Gehör verschaffen
kann.
Mit 30 Mitarbeitern ist das IfGH das größte österreichische
Forschungsinstitut, das sich mit dem Mittelstand beschäftigt. In der
Rechtsform eines Vereins, ist das Institut eine unabhängige,
gemeinnützige, außeruniversitäre Forschungseinrichtung. "Unabhängig
vor allem in wissenschaftlicher, rechtlicher und finanzieller
Hinsicht", betont IfGH-Direktor Christian F. Lettmayr, denn weniger
als 20 Prozent des Gesamtbudgets werden vom Wirtschaftsministerium,
den Wirtschaftskammern und einzelnen Landesregierungen getragen. Mehr
als 80 Prozent erwirtschaftet das Institut durch Projektaufträge und
Datenaufbereitung.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel: 01/50105-4431
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